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Pegel des Ilisu-Damms steigt Türkei rettet 1100-Tonnen-Grabstätte

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Die historische Stadt Hasankeyf wird nach und nach in einem Stausee versinken.

REUTERS

Seit Jahren verfolgt die Türkei in ihrem Südosten ein umstrittenes Staudammprojekt. Für die Gegner ist Hasankeyf der Hauptgrund, den Tigris hier nicht aufzustauen. Doch es werden Fakten geschaffen. Eines der Monumente aus der historischen Stadt wurde kurzerhand versetzt.

In einer spektakulären Aktion haben die türkischen Behörden eine mittelalterliche Grabstätte versetzt, die in den Fluten eines umstrittenen Staudammprojekts zu versinken drohte. Das 1100 Tonnen schwere Grabmal wurde auf eine riesige Plattform mit Rädern gehievt und zu seinem zwei Kilometer entfernten neuen Standort transportiert.

Der Transport zu dem im Entstehen begriffenen Archäologiepark außerhalb der Stadt Hasankeyf in der östlichen Provinz Batman dauerte rund fünf Stunden. Dort soll das Monument bis Sonntag wieder aufgebaut werden.

Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Grabmal des Zeynel Bey ist wegen seiner Kuppel und seiner aufwändigen Mosaike berühmt. Es gilt als das einzige noch erhaltene Bauwerk aus der Ak-Koyunlu-Dynastie. Diese kontrollierte weite Teile Ostanatoliens und einen Teil des Kaukasus. Zeynel Bey, Sohn des Dynastiegründers Ak Koyunlu, starb 1473 in einer Schlacht gegen die rivalisierenden Osmanen.

Weitere Bauwerke aus dem historischen Kern der 12.000 Jahre alten Stadt Hasankeyf sollen auf die gleiche Weise gerettet werden, damit sie nicht im Ilisu-Stausee verschwinden, der der Stromgewinnung dienen soll. Wissenschaftler und Staudammgegner protestieren gegen das Projekt. Die Umsetzung des Grabmonuments bezeichneten sie als "unverzeihliche Zerstörung des kulturellen Erbes" und Verletzung der Menschenrechte der örtlichen Bevölkerung.

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Quelle: n-tv.de, nsc/AFP

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