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Eine Sonnen-Sonde stirbt "Ulysses" versinkt im All

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Neun Milliarden Kilometer hat "Ulysses" zurückgelegt und als einzige Sonde die Pole der Sonne überflogen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Europäische und US-Raumfahrtforscher haben sich von der Sonnen-Sonde "Ulysses" verabschiedet. Die Raumfahrtagenturen NASA und ESA sandten das letzte Signal zu der Sonde, die nun nach 18 Jahren Dienst und mehr als neun Milliarden Kilometern Flug in den eisigen Tiefen des Weltalls verschwinden soll. Der 380 Kilogramm schwere Satellit hatte seine erwartete Lebensspanne bereits um das Vierfache überschritten und musste wegen sinkender Energieproduktion aufgegeben werden. "'Ulysses' hat uns mehr über die Sonne gelehrt, als wir je erwartet haben", erklärte Projektmanager Richard Marsden von der europäischen Behörde ESA.

Die Wissenschaft verdankt "Ulysses" eine ganze Reihe wesentlicher Erkenntnisse über das Zentralgestirn und dessen Wirkung auf das Sonnensystem. Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass das Magnetfeld des Sterns das Sonnensystem stärker beeinflusst als gedacht. Und die Geschwindigkeit des Sonnenwindes - ein konstanter Partikelstrom - ist nach den Sondendaten meist doppelt so hoch wie von den Forschern zunächst erwartet. Die Geräte von "Ulysses" zeigten auch, dass aus dem tiefen Raum ins Sonnensystem eintretender kosmischer Staub mindestens 30 Mal häufiger vorkommt als angenommen.

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1990 war "Ulysses" von der "Discovery" ins All gebracht worden.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Überraschend lieferte die nun sterbende Sonde auch Belege für Theorien über den Urknall und das voraussichtliche Schicksal des Universums, indem sie Helium-Isotope analysierte, deren Entstehung Milliarden von Jahren auseinanderlag. Diese Daten stützen laut NASA die Theorie, dass das Universum "am Ende der Zeit nicht in sich zusammenfallen wird".

Die Sonde war im Oktober 1990 durch das Space Shuttle "Discovery" ins Weltall gebracht worden und erreichte 16 Monate später ihre Umlaufbahn. Mittlerweile hat Ulysses neun Milliarden Kilometer hinter sich gebracht und als einzige Sonde die Pole der Sonne überflogen. In 18 Jahren umkreiste sie in großem Abstand nur zweieinhalb Mal das Zentralgestirn. Tatsächlich war die Sonde am nächsten an der Sonne, als sie noch auf der Erde war.

Quelle: ntv.de, AFP