Wissen

In der Mittagssonne nicht gießen Wasser setzt Pflanzen in Brand

Bei vielen Gartenbesitzern gilt die Regel, Gewächse nicht in der Mittagssonne mit dem breiten Wasserstrahl zu sprengen, weil dies die Pflanzen verbrenne. Stimmt das?

9872644.jpg

Regentropfen auf einem Blatt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Wissenschaft hatte sich diesem Thema indes noch nicht zugewandt: "Das Problem der Lichtfokussierung durch Wassertropfen, die an Blättern haften, wurde noch nie eingehend untersucht, weder theoretisch noch praktisch", berichtet eine Gruppe um Gabor Horvath von der Eötvös-Universität in Budapest im Journal "New Phytologist".

Das Ganze sei keine triviale Frage, ergänzt Horvath, der zusammen mit seinen Kollegen sowohl praktische Versuche als auch Computersimulationen unternahm. Dabei zeigte sich, dass Wassertropfen, die an glatten Blättern haften, keine Verbrennungen ihrer Unterlage erzeugen. Anders war es bei einigen Farnen, die feine, mit Wachs überzogene Härchen auf den Blättern tragen. Diese können dazu führen, dass der Tropfen knapp über der Blattoberfläche hängt – und dann wie ein Brennglas wirkt.

Theoretisch könnte dieser Effekt sogar dafür sorgen, dass ausgedörrte Pflanzen Feuer fangen könnten. "Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber sehr gering, weil die Wassertropfen verdunstet sein sollten, bevor dies passiert." Laut Horvath kann derselbe Effekt für Sonnenbrand beim Menschen sorgen, wenn nach dem Baden Wassertropfen an dessen Haaren hängen bleiben und das Licht auf die Haut fokussieren.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema