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Böden speichern Phosphor Weniger Dünger wird benötigt

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Ein Landwirt versprüht auf seinem Acker flüssiges Düngemittel.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bauern werden in Zukunft wesentlich weniger Dünger für ihre Ackerflächen brauchen. Der Boden kann Phosphor speichern und enthält mancherorts so viel davon, dass es den Bedarf der Nutzpflanzen übersteigt. Insgesamt könne weltweit die Hälfte des Phosphor-Düngers eingespart werden, errechnen Wissenschaftler.

Die Landwirtschaft wird in den nächsten Jahrzehnten weltweit betrachtet vermutlich weniger Phosphor zum Düngen ihrer Ackerflächen benötigen als bisher angenommen. In vielen Regionen der Erde sei durch die intensive Düngung in der Vergangenheit bereits viel Phosphor im Boden gespeichert, schreiben niederländische Forscher in den "Proceedings" der US- Akademie der Wissenschaften. Diese Vorräte könnten über Jahre dazu beitragen, die Ernten und damit den Lebensmittelbedarf der wachsenden Weltbevölkerung zu sichern.

Alle Lebewesen benötigen Phosphor, Pflanzen genauso wie der Mensch. Das Element kommt in der Natur an andere Stoffe gebunden vor. Ein Großteil des wirtschaftlich abgebauten Phosphors wird zur Herstellung von Düngemitteln verwendet. Die weltweiten Phosphor-Vorräte sind allerdings begrenzt, sie reichen unterschiedlichen Schätzungen zufolge nur noch für einige Jahrzehnte, höchstens einige hundert Jahre.

Mist oder Kunstdünger

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Egal ob Gülle, Mist oder Kunstdünger, in Zukunft kann die Hälfte davon gespart werden.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Um ein klareres Bild zu bekommen, versuchten die Forscher um Sheida Sattari von der Wageningen Universität in den Niederlanden, sowohl den Verbrauch der vergangenen Jahrzehnte als auch den künftigen Phosphor-Bedarf genauer zu modellieren. Anders als in vielen vorhergegangenen Untersuchungen bezogen sie die Phosphor-Mengen, die durch Düngung mit Mist oder Kunstdünger in der Vergangenheit in den Boden gelangten, in ihre Kalkulationen mit ein.

Wie zu erwarten, unterschied sich der Phosphat-Verbrauch in verschiedenen Regionen der Welt stark. Zwischen 1979 und 1999 verbrauchten die Länder Nordamerikas, Westeuropas sowie Ost- und Südasiens mehr als 80 Prozent des weltweit eingesetzten Phosphor-Düngers. Dabei liegen in diesen Ländern weniger als 55 Prozent der weltweiten Ackerflächen. In Europa etwa gelangten zwischen 1965 und 2007 in jeden Hektar Ackerfläche 1115 Kilo Phosphat aus Kunst- und Naturdünger. Dies liege über dem Bedarf der Nutzpflanzen, schreiben die Wissenschaftler. Diese hätten in dem Zeitraum nur 360 Kilogramm pro Hektar aufgenommen.

Der Überschuss bleibt größtenteils im Boden gebunden. Dank dieser Speicher werde in Zukunft deutlich weniger Dünger benötigt. Den Berechnungen zufolge seien es bis zu 50 Prozent weniger als bisher angenommen. Zwischen 2008 und 2050, so erklären die Forscher weiter, reiche weltweit eine Zufuhr von 700 bis 790 Kilo pro Hektar Nutzfläche, um die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern. In einigen Regionen werde der Bedarf im Vergleich zur Vergangenheit zwar steigen, in anderen würde aber weniger Dünger benötigt.

Quelle: ntv.de, dpa

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