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Neuer Risikofaktor für Jüngere? Wie sich Adipositas auf Covid-19 auswirkt

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Ab einem BMI von mehr als 25 spricht man von Übergewicht, ab 30 von Fettleibigkeit.

(Foto: picture alliance / Panther Media)

Bisher galt das Alter als Risikofaktor Nummer eins für schwere Covid-19-Verläufe. Für Forschende aus Brasilien ist das zu kurz gegriffen. Sie schauen deshalb auch auf das Körpergewicht und identifizieren eine Gruppe, die auf der Impfliste nach oben rutschen sollte.

Forschende der Universität in São Paulo haben untersucht, wie sich das Körpergewicht auf den Verlauf von Covid-19 auswirkt. Sie stellten dabei fest, dass Fettleibigkeit, auch als Adipositas bezeichnet, vor allem bei jüngeren Menschen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 darstellt als bei Gleichaltrigen mit Normalgewicht. Übergewicht ist der Studie zufolge bei jungen Erwachsenen ein größerer Risikofaktor als bei älteren Personen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler plädieren auf der Grundlage ihrer Ergebnisse dafür, Adipositas als eigenständigen Risikofaktor vor allem bei jungen Erwachsenen zu etablieren und deshalb dieser Gruppe bei Covid-19-Impfungen eine höhere Priorität einzuräumen.

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Das Team um Michelle Discacciati analysierte für die Untersuchung, die bei "The Lancet" veröffentlicht wurde, die Daten von insgesamt 1.120.767 ungeimpften Personen, die in einem brasilianischen Überwachungssystem registriert wurden. Daraus identifizierten sie knapp 314.000 Menschen im Alter von 20 bis 89 Jahren, die mit Covid-19 in einem Krankenhaus behandelt werden mussten und einen Body Mass Index (BMI) von über 25 und damit Übergewicht hatten. Einige davon litten zusätzlich unter Diabetes mellitus Typ 2 oder kardiovaskulären Erkrankungen. Eine weitere Patientengruppe war dagegen ganz ohne Risikofaktoren. Die Daten wurden der Behandlung im Krankenhaus und damit der Schwere der Erkrankung gegenübergestellt, die bei schweren Verläufen von der Aufnahme auf die Intensivstation über invasive und nicht invasive Beatmung bis hin zum festgestellten Tod reichten.

Die Forschenden konnten anhand ihrer Daten sehen, dass Fettleibigkeit stärkere Effekte im Hinblick auf schwere Verläufe und Sterblichkeit durch Covid-19 hatte als Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen. Bei jungen Menschen reicht die Fettleibigkeit allein aus, um das Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung zu erhöhen. In Kombination mit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird es nochmals größer. Mit dem Schweregrad der Fettleibigkeit stieg bei den Covid-19-Patientinnen und -Patienten auch das Risiko für eine intensivmedizinische Behandlung und dem Tod durch Covid-19.

Quelle: ntv.de, jaz

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