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Stichwort Neozoen

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Die chinesische Wollhandkrabbe gehört zu den Einwanderertieren.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Neozoen sind Tierarten, die nach dem Jahr 1492 unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein bestimmtes Gebiet gelangt sind, in dem sie vorher nicht heimisch waren, und die jetzt dort wild leben. Zu ihnen gehören damit auch die aus Amerika nach Europa verschleppten Flusskrebse. Das Jahr 1492 wird als symbolischer Zeitpunkt verwendet: Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus markiert den Beginn der Neuzeit und einen umfangreichen interkontinentalen Austausch von Pflanzen und Tieren, erklärt das Bundesumweltministerium.

Meist unbeabsichtigt eingeschleppt
Die meisten Arten wurden unbeabsichtigt eingeschleppt, etwa mit Waren oder Transportmitteln, zum Beispiel allerlei Larven in den Ballasttanks von Schiffen. Insekten und Wirbellose gelangten und gelangen mit Holz, Blumen, Nahrungs- und Futtermitteln nach Europa. Beispiele sind der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineta) und der parasitische Leberegel (Bucephalus polymorphus). Aus Farmen entkommen Nutrias (Myocastor coypus) und Nerze (Mustela vision). Weitere Pfade öffnen sich durch die Beseitigung natürlicher Ausbreitungshindernisse ? etwa durch den Kanalbau für die Dreikantmuschel (Dreissena polymorpha).

Die Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis) kam mit Schiffen und wandert durch Kanäle. Für den verstärkten Schub in der jüngeren Vergangenheit war zum Beispiel der Rhein-Main-Donau-Kanal verantwortlich, der erstmals eine direkte Verbindung zwischen Nordsee und Schwarzem Meer bildete. Seit dem 19. Jahrhundert breiteten sich mehrere Dutzend neue wirbellose Tierarten wie Muscheln, Schnecken und Krebse sowie rund 20 neue Fischarten aus. Flugzeuge bringen Moskitos und andere Insekten mit.

Quelle: n-tv.de