Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 356 Schützt Händewaschen vor Erkältung?

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"Nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen", lautet ein Sprichwort.

(Foto: imago stock&people)

Bei uns sind zurzeit viele Kollegen stark erkältet. Nun diskutieren wir: Hilft Händewaschen, um sich nicht anzustecken? Oder braucht man doch Hand-Desinfektionsmittel? (fragt Brigitte P. aus Hamburg)

Es klingt nach einem banalen Mittel, um einer Erkältung vorzubeugen. Doch tatsächlich: Händewaschen hilft. "Durch regelmäßiges Händewaschen können viele Infektionskrankheiten vermieden werden, so zum Beispiel Erkältungen oder auch Magen-Darm-Infektionen", antwortet Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, auf unsere Leserfrage. "Ein klassischer Infektionsweg", erklärt die Expertin, "geht nämlich über die eigenen Hände. Während man sich die Augen reibt oder an den Mund fasst, können Krankheitserreger in die Schleimhäute gelangen." Das lässt sich vermeiden. Eine gründliche Reinigung kann die Anzahl der Keime auf den Händen auf bis zu ein Tausendstel senken. Und fest steht: Je weniger Erreger an den Händen haften, umso geringer ist das Risiko, dass sie in den Körper gelangen und Schaden anrichten.

Doch wie genau sieht gründliches Händewaschen aus? Wasser allein reicht nicht, Seife muss sein. Und die sollte nicht nur auf die Handinnenflächen gelangen, sondern, wie Pott ausführt, "auch auf die Handrücken, in die Fingerzwischenräume und auf die Fingerkuppen". Ein wenig Geduld muss man dafür schon aufbringen: 20 Sekunden sollten dem Einseifen und Reiben gewidmet werden. Dann geht es ans Abspülen. Und schließlich ist, wie Pott betont, auch das "sorgfältige Abtrocknen mit einem sauberen Tuch essenziell." Warum? Weil eine feuchte Umgebung die Vermehrung von Keimen fördert. Gut ist es, wenn zu Hause jeder sein eigenes Tuch für die Hände hat.

Desinfektion muss nicht sein

Ob das Wasser, mit dem man sich die Hände wäscht, warm oder kalt ist, spielt für die Wirksamkeit gegen Keime keine Rolle. Viel wichtiger ist es, die Hände vollständig und ausreichend lange zu reinigen. Und ist mal keine Seife verfügbar, sollte man nicht aufs Händewaschen verzichten. Auch Wasser spült Erreger ab, Seife allerdings schafft deutlich mehr. Die sollte pH-neutral sein, damit die Haut durch häufiges Händewaschen nicht strapaziert wird. Antibakterielle Zusätze sind nicht nötig; für die Allgemeinbevölkerung konnten Studien hier noch keinen zusätzlichen Nutzen nachweisen.

Und wie ist es mit Hand-Desinfektionsmittel? Wäre das nicht effektiv? "Darauf kann", sagt Pott, "in der Regel verzichtet werden, wenn man sich im Alltag regelmäßig und so sorgfältig, wie gerade beschrieben, die Hände wäscht." Der Anschaulichkeit halber zeigt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auch in einem Film, wie's geht. Sinnvoll ist die Handhygiene für alle - auch für diejenigen, die bereits erkältet sind. Schließlich können sie durch intensives Händewaschen verhindern, dass sie andere über gemeinsam benutzte Türgriffe, Tastaturen oder sonstige Gegenstände anstecken. Die Handreinigung ist dann nach jedem Naseputzen, Husten und Niesen nötig sowie natürlich vor der Zubereitung von Mahlzeiten und nach dem Toilettenbesuch.

Übrigens: Neben der richtigen Handhygiene gibt es noch einige andere Maßnahmen, mit denen sich einer Erkältung vorbeugen lässt: Um die Schleimhäute feucht zu halten, empfiehlt es sich, viel Wasser oder Tee zu trinken, regelmäßig zu lüften und die Raumtemperatur auf 20 bis 22 Grad Celsius zu halten. Gesunde Ernährung und Sport stärken das Immunsystem. Und dann ist da noch die eigene Stimmung: Ist die gut, sind auch die Abwehrkräfte in Form. Wer fürs seelische Wohlergehen sorgt, tut damit auch etwas für seine Gesundheit.

Quelle: ntv.de