Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 234 Schwitzen bei unter 30 Grad?

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Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Kleidung, Bewegung und die körperliche Konstitution eines Menschen spielen eine Rolle, wann man beginnt zu schwitzen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wieso schwitzen wir schon bei einer Außentemperatur von 27 Grad Celsius, obwohl unsere Körpertemperatur doch bei knapp 37 Grad Celsius liegt? (fragt Sibylle M. aus Kaiserslautern)

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Prof. Dr. Erhard Hölzle ist Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie in Oldenburg.

"Das liegt vor allem daran, dass die Körpertemperatur von knapp 37 Grad Celsius die sogenannte Kerntemperatur ist. Die Temperatur auf der Haut dagegen, die ja direkt mit der Außentemperatur in Kontakt kommt, ist wesentlich geringer", erklärt Prof. Erhard Hölzle, Dermatologe am Klinikum Oldenburg. Die Hauttemperatur liegt zwischen 30 und 31 Grad Celsius.

Völlig nackte Menschen fühlen sich bei Außentemperaturen, die in diesem Bereich liegen, besonders wohl, deshalb wird diese Temperaturspanne auch als Behaglichkeitszone bezeichnet. "Das bedeutet im Umkehrschluss, nackte Menschen, die sich nicht bewegen - denn Bewegung erzeugt ebenfalls Wärme -, frieren bzw. schwitzen bei Umgebungstemperaturen um die 30 Grad Celsius nicht", führt Hölzle weiter aus.

Kleider und Bewegungen wärmen

Da man jedoch im Alltag eher selten nackt ist, bringen Kleider, aber auch die alltäglichen Bewegungen, extra Wärme, vor der sich der Körper dann mit Hilfe der Schweißbildung schützt. Aus diesem Grund beginnen wir schon bei Außentemperaturen von unter 30 Grad Celsius zu schwitzen. Der Schweiß auf der Haut verdunstet und hat so einen kühlenden Effekt auf der Haut.

Das gilt jedoch nur, wenn die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist. Ist der sogenannte Wasserdampfdruck auf der Haut größer als in der Luft, dann kühlt der Schweiß durch Verdunstung. Ist jedoch der Wasserdampfdruck der Umgebung größer als auf der Haut, dann kann der Schweiß nicht verdunsten. Eine Abkühlung kann nicht stattfinden und der Schweiß rinnt einfach als Tropfen von der Haut.

Übrigens: Der Griff zu eisgekühlten oder kalten Getränken bei hohen Außentemperaturen ist kontraproduktiv, denn kalte Getränke müssen vom Körper erwärmt werden, um sie aufnehmen zu können. Das bedeutet, der Körper arbeitet auf Hochtouren, gibt zusätzlich Wärme ab, und so schwitzt man nach Eisgekühltem umso mehr. Deshalb sollten im Sommer Getränke mit Raum- oder Umgebungstemperatur bevorzugt werden.

Quelle: n-tv.de

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