Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 271 Warum geht beim Start das Licht aus?

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Sicherheit ist das oberste Gebot bei jedem Flug.

(Foto: picture alliance / dpa)

Jedes Mal, wenn ich fliege, stelle ich mir die gleiche Frage: Warum wird eigentlich beim Starten und Landen das Licht in der Kabine gedimmt? Mit Energie kann das ja wohl nichts zu tun haben, oder? (fragt Jürgen P. aus Kaiserslautern)

Egal, ob man in den Urlaub fliegt oder auf Geschäftsreise ist: Alle Bestimmungen für Passagiere und Besatzung in einem Flugzeug dienen nur einem Zweck – der Sicherheit. "Das gilt auch für das Dimmen der Kabinenbeleuchtung während des Starts und der Landung eines Flugzeugs", erkärt Daniel von Wedel, Boeing-737 Simulator Instructor vom iPilot-Team in München. Denn Start und Landung seien bei jedem Flug die kritischen Phasen, so der Experte weiter.

Sollte es im Notfall dazu kommen, dass das Flugzeug schnell evakuiert werden muss, so müssen sich die Augen von Passagieren und Crew nicht erst an eine neue Lichtsituation gewöhnen, sondern sind schon auf die vorhandenen Lichtverhältnisse eingestellt. Das kann nach einem Unfall wertvolle Sekunden sparen. "Außerdem können bei geringerem Licht die in jedem Flugzeug angebrachten Leuchtstreifen auf dem Boden und an den Notausgängen besser erkannt werden", ergänzt der Experte. Mit Energieeinsparung an Bord oder ähnlichem hat das Dimmen bei Start und Landung also gar nichts zu tun.

Bitte die Fensterblenden hochschieben!

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In arabischen Ländern gibt es 50 Peitschenhiebe für Raucher in Flugzeugen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Viele Flugbegleiter bestehen zudem darauf, dass die Fensterblenden bei Start und Landung nach oben geschoben werden beziehungsweise oben bleiben. Auch diese Maßnahme gehört zu den Sicherheitsmaßnahmen. Durch offene Fenster könnten die Crew-Mitglieder zum einen besser erkennen, wenn die Passagiere nur auf einer Seite des Flugzeugs evakuiert werden sollten. Zum anderen würden Flugbegleiter von innen besser sehen, wenn ein Triebwerk Feuer gefangen hätte. Allerdings besteht diese Sicherheitsmaßnahme nicht bei allen Airlines. Das Hochklappen der Tische, Senkrechtstelle der Sitze und Anlegen der Sitzgurte dagegen gehören zu den Standardmaßnahmen bei Start und Landung.

Übrigens: Trotz absolutem Rauchverbot auf den meisten Flügen gibt es in allen Flugzeugtoiletten eingebaute Aschenbecher. Diese Relikte müssen laut Europäischer Agentur für Flugsicherheit (EASA) in jedem Flugzeug vorhanden sein. Die Vorschrift geht auf einen Flugzeugabsturz von 1973 zurück. Ein Passagier, der sich nicht an das Rauchverbot hielt, hatte damals seine noch brennende Zigarette in den Mülleimer geworfen, der dadurch Feuer fing. 123 der insgesamt 134 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Quelle: n-tv.de

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