Frage & Antwort

Frage & Antwort Woher kommen Engel?

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Engel: Die himmlischen Gestalten sind so alt wie die Religionen selbst.

(Foto: REUTERS)

Es gibt drei Erzengel: Gabriel, Michael und Rafael. Aus welcher Religion stammen sie ursprünglich? Wer hat sie so genannt? Und woher kommt überhaupt die Vorstellung von Engeln? (fragt Kazimierz M. aus Freiburg)

Engel sind allgegenwärtig - nicht nur in der Weihnachtszeit. Man braucht nur die Esoterik-Regale der Buchhandlung aufzusuchen und schon hat man eine bunte Auswahl an Engel-Ratgebern und Tipps zum Umgang mit den himmlischen Lebenshelfern. Doch Engel nehmen, so modern sie auch gerade sind, einen jahrtausendealten Platz in der Geschichte der Religionen ein.

Ein Blick auf die Herkunft des Wortes "Engel" liefert gleich einen Hinweis darauf, woher die Vorstellung der himmlischen Wesen kommt. Das deutsche Wort leitet sich aus dem griechischen "angelos" ab, das so viel wie "Bote, Gesandter" bedeutet. Engel sind also traditionell nicht ohne einen Gott zu denken, sie sind Vermittler zwischen Menschen und höheren Mächten. Erste Spuren der dienenden Wesen finden sich auf der ganzen Welt, zum Beispiel im Alten Ägypten, in Mesopotamien, in der Indus-Kultur oder im alten China. Genaue Funktionen, Vorstellungen oder Abbildungen unterscheiden sich dabei.

Bis zu sieben Erzengel

Natürlich gibt es folgerichtig auch Engelvorstellungen in den sogenannten "abrahamitischen Religionen": Judentum, Christentum und Islam. Nur selten werden diese aber mit Namen genannt. Im Koran (der übrigens dem muslimischen Glauben zufolge vom Engel Gabriel an Mohammed offenbart wurde) ist zum Beispiel in Sure 2 und Sure 66 die Rede von Gabriel. Im Alten Testament werden Michael und Gabriel erwähnt (etwa im Buch Daniel 10,13 und Daniel 8,16). In den Spätschriften des Alten Testaments, den "Apokryphen", findet sich auch Raphael (etwa in Tobit 5,4). Im Neuen Testament werden Erzengel zum Beispiel in Lk 1,11-20 (Gabriel) oder in Judas 9 (Michael) erwähnt.

Ursprünglich stammen die Engel Gabriel, Michael und Rafael also aus der jüdischen Tradition. Wobei die Zahl der Erzengel nicht festgelegt ist - bis zu sieben werden in der späteren Überlieferung genannt. Im Alten Testament wird nur Michael als Erzengel (oder "Engelfürst") bezeichnet.

Die Namen selbst haben dabei stets eine tiefere Bedeutung: Die Silbe "-el" ist das hebräische Wort für "Gott". "Gabri-el" bedeutet etwa "Gott ist meine Stärke", "Rapha-el" heißt soviel wie "Gott heilt" und "Micha-el" stellt die Frage: "Wer ist wie Gott?". Auch hier gilt also wieder: Diese Engel werden nicht als eigenständige Wesen, sondern in ihrer Abhängigkeit von und Beziehung zu einem Gott gedacht.

Quelle: n-tv.de