Fundsache

Fundsache, Nr. 813 Cranach-Haus in Wittenberg

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Festumzug in Lutherstadt Wittenberg.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Archäologen haben in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) steinerne Überreste eines Hauses des Malers Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) entdeckt. Von dem Haus wurde der Keller vollständig freigelegt, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Es handele sich dabei um ein Tonnengewölbe von etwa sechs Metern Breite und fast neun Metern Länge. Der Boden wurde mit quadratischen Ziegelplatten ausgelegt. Der Keller diente aufgrund seiner Größe wahrscheinlich zur Lagerung von Bier.

Cranach lebte von 1505 bis 1550 in Wittenberg und betrieb dort eine Kunstwerkstatt. Aus schriftlichen Quellen geht hervor, das er 1521 ein altes, um 1200 erbautes Haus erwarb. Er ließ es teilweise abbrechen und errichtete ein neues Haus auf dem Gelände, das er wohl vermietete und wahrscheinlich um 1541 wieder verkaufte. Cranachs eigentlicher Wohnsitz befand sich am Markt in Wittenberg. Darüber hinaus besaß er zahlreiche Grundstücke. Er betätigte sich auch als Papier- und Buchhändler sowie als Verleger.

Bei ihren Untersuchungen fanden die Archäologen auch noch Teile eines Untergeschosses. Auf dem Gelände sollen im Rahmen des städtebaulichen Sanierungsprojektes "Altstadt Wittenberg" nun neue Wohnhäuser entstehen.

Quelle: n-tv.de, dpa