Fundsache

Fundsache, Nr. 976 Gartenrotschwänze gesichtet

Gartenrotschwanz.jpg

Auf immerwährender Nahrungssuche und fast ständig in Bewegung: der Gartenrotschwanz, vom NABU zum "Vogel des Jahres 2011" gekürt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Leicht hat es der hübsche Singvogel nicht. Auf dem Rückweg aus Zentralafrika wird er Opfer von Vogeljagden und Dürreperioden, hierzulande findet er immer seltener geeignete Brutstätten. Die ersten Exemplare kommen gerade nach Europa zurück.

Er ist wieder da: Innerhalb der nächsten 14 Tage wird der "Vogel des Jahres 2011", der Gartenrotschwanz, in seinen Brutgebieten zurückerwartet. Vogelfreunde entdeckten die frühesten Ankömmlinge bereits Ende März in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Der NABU erinnert daher daran, dem munteren Flieger jetzt geeignete Nistmöglichkeiten und Brutreviere zu bieten.

Wie einfach dies gelingen kann, zeigt die Umweltschutzorganisation zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) bei der Mitmach-Aktion "GARTENrotschwanzOASEN". Gartenbesitzer sind aufgerufen, heimische Blumen, Sträucher und Bäume zu pflanzen, Nistkästen aufzuhängen und auf Gifte wie künstlichen Dünger und Chemikalien zu verzichten.

Über Winter in südlich der Sahara

"Wir hoffen, dass viele dieser farbenprächtigen Singvögel die Strapazen und Gefahren der langen Zugwege gut überstanden haben und hier in Deutschland genügend geeignete Brutplätze vorfinden", kommentiert NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow die Rückkehr des Gartenrotschwanzes. Die meisten der in Deutschland brütenden Gartenrotschwänze haben den Winter in West- und Zentralafrika verbracht. "Südlich der Sahara erstrecken sich locker mit Bäumen bestandene Trocken- und Feuchtsavannen, die den Vögeln ähnliche Strukturen bieten wie die bei uns so begehrten Streuobstwiesen und großen Gärten", erklärt Nipkow. Hier wie dort nutze der Gartenrotschwanz Bäume und Sträucher als idealen Ansitz für seine Jagd auf Insekten und Spinnen.

Früher verbreitet, heute selten

Der früher weit verbreitete Singvogel mit dem namensgebenden ziegelroten Schwanz ist heute in vielen Regionen selten geworden. Besonders im Westen Deutschlands ist er aus zahlreichen Dörfern und Kleinstädten verschwunden. Großflächige Streuobstwiesen gingen verloren, vielfältige Bauerngärten wurden zu monotonen Einheitsgärten. So musste der Gartenrotschwanz etwa in Nordrhein-Westfalen in die Rote Liste gefährdeter Brutvogelarten aufgenommen werden. Heute sind naturnahe Gärten und Obstwiesen mit hochstämmigen Obstbäumen wichtig, damit der Gartenrotschwanz und mit ihm auch andere, vielfach selten gewordene Vogelarten wie Steinkauz, Wendehals oder Grünspecht noch eine Heimat bei uns finden.

Quelle: ntv.de, asc

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen