Fundsache

Fundsache, Nr. 1052 Klagemauer nicht von Herodes

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"Das größte Bauprojekt, von dem die Menschheit jemals gehört hat": das Tempelareal mit der heutigen Klagemauer.

(Foto: picture alliance / dpa)

König Herodes war einer der größten Bauherrn des Altertums. Der Tempel zu Jerusalem und die mächtigen Außenmauern des Tempelareals, darunter die heutige Klagemauer, waren "das größte Bauprojekt, von dem die Menschheit jemals gehört hat". So beschrieb es der zeitgenössische jüdisch-römische Historiker Josephus Flavius.

Eine archäologische Entdeckung brachte jetzt den Beweis, dass es nicht Herodes war, der die heutige Klagemauer und andere Teile des Tempels errichtet hat. Vielmehr war dafür sein Enkel Agrippas I. verantwortlich, und zwar gut zwanzig Jahre nach Herodes' Tod.

Herodes hatte im 18. Jahr seiner Regierungszeit (22 v. Chr.) mit dem Neubau des Tempels und der Erweiterung des Tempelplateaus begonnen. Doch bei seinem Tode im Jahr 4 vor Christi Geburt waren die Bauarbeiten noch längst nicht abgeschlossen.

Verräterische Münzen

Das ergab ein Zufallsfund zu Füßen des so genannten Robinsonbogens südlich der Klagemauer. Im Auftrag der israelischen Altertumsbehörde unternahmen die Archäologen Eli Schukrun und Roni Reich Instandsetzungsarbeiten einer 2000 Jahre alten Zugangsstraße für Pilger zum Tempel.

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Eine der Münzen, die im Robinsonbogen gefunden wurden.

(Foto: Ulrich W. Sahm)

Dabei entdeckten sie, dass beim Robinsonbogen die unterste Lage der tonnenschweren Bausteine auf den nackten Felsen gelegt worden waren. Dafür hatten ältere Häuser weggeräumt werden müssen. In den Felsen gehauene Zisternen sowie Tauchbäder waren zugeschüttet und mit Steinplatten versiegelt worden. In einem dieser mit Erdreich aufgefüllten Tauchbäder entdeckten die Archäologen Tonlampen und Münzen, darunter vier Münzen des römischen Prokurators Valerius Gertus aus dem Jahr 18. Das ermöglicht eine exakte Datierung. So konnte erstmals nachgewiesen werden, dass die monumentalen Umfassungsmauern des Tempelareals, darunter die Klagemauer, frühestens 22 Jahre nach Herodes’ Tod errichtet worden sind.

Dieser Fund bestätigt Angaben von Josephus Flavius. Ihm zufolge war es Agrippas I., auch Herodes Agrippas genannt (10 v.Chr. - 44 n. Chr.), der das Bauprojekt, eines der größten des Altertums, vollendete. Mit Abschluss dieser Bautätigkeit lebten 18.000 Arbeitslose in Jerusalem – berichtet Josephus.

Quelle: n-tv.de

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