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Mittwoch, 12. September 2007

Fundsache, Nr. 207: Neurodermitis-Gen entdeckt

Berliner Wissenschaftler haben ein Gen entdeckt, das Neurodermitis auslösen kann. Gefunden wurde das Gen mit Namen COL29A1 von Forschern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und Kinderärzten der Charit. An Neurodermitis leidende Kinder verfügten häufig über bestimmte Varianten von COL29A1, teilte die Charit mit. Diese Mutationen erhöhten also das Risiko, an Neurodermitis zu erkranken, folgern die Forscher. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PloS Biology" (Bd. 5, Nr. 9) veröffentlicht.

Die Forscher um Young-Ae Lee vom Allergie-Zentrum der Charit fanden heraus, dass das Gen die Bauanleitung für das Protein Kollagen 29 enthält, das in der Haut von gesunden Menschen in der äußersten Schicht (Epidermis) aktiv ist. Neurodermitis-Patienten fehle das Protein.

Noch ist unklar, welche Funktion Kollagen 29 in der Epidermis hat. Die Forscher vermuten, dass es den Zusammenhalt der Hautzellen und die Wanderung von Abwehrzellen in der Epidermis beeinflusst. Damit würde es beim Schutz der Haut vor äußeren Einflüssen wie Kälte oder Hitze und der Abwehr von Erregern eine wichtige Rolle spielen.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler rund 500 Familien mit 908 an Neurodermitis erkrankten Kindern genetisch untersucht. In den meisten Fällen war die Krankheit bereits in den ersten Lebensmonaten und -jahren ausgebrochen. Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die oft mit Allergien einhergeht und in den Industrieländern 10 bis 20 Prozent der Kleinkinder trifft. Sie ist häufig ein erstes Anzeichen für die Entwicklung weiterer allergischer Erkrankungen wie Asthma oder Heuschnupfen.

Quelle: n-tv.de