Fundsache

Fundsache, Nr. 1087 Penis-Relief hilft Forschern

Eine in Stein gemeißelte Figur, die an einer Felswand in Brasilien entdeckt wurde, wird auf ein Alter von bis zu 12.000 Jahren datiert. Das Relief könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Besiedelung Amerikas früher begann als bislang allgemein angenommen wird.

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(Foto: PLoS ONE)

Archäologen haben in einem Felsen in Brasilien die wohl älteste Steinschnitzerei Amerikas entdeckt und damit möglicherweise neue Hinweise auf Art und Zeitpunkt der menschlichen Besiedlung des Kontinents gefunden. In einem Artikel im Online-Wissenschaftsmagazin "PLoS ONE" schreiben die Forscher, das 30 Zentimeter große Bild sei mit Sicherheit mehr als 10.500 Jahre, möglicherweise sogar 12.000 Jahre alt.

"Das bedeutet, dass diese gemeißelte Figur die älteste figürliche Felszeichnung sein könnte, die jemals in der Neuen Welt entdeckt wurde", schreiben die Archäologen um Walter Neves von der Universität von São Paulo. Die Felszeichnung war 2009 im zentralbrasilianischen Lagoa Santa, rund 60 Kilometer südlich der Stadt Belo Horizonte, entdeckt worden, wurde aber erst jetzt datiert. Sie zeigt einen Mann mit einem Kopf in C-Form, der drei Finger an jeder Hand hat und mit einem übergroßen Penis ausgestattet ist. Laut Neves könnte die Schnitzerei Teil eines Fruchtbarkeitskultes sein.

Zur Altersbestimmung untersuchten die Archäologen mit der sogenannten Kohlenstoffmethode Ablagerungen auf dem Felsen. Nach herrschender Forschermeinung kamen die ersten Menschen vor rund 11.000 Jahren über die zugefrorene Beringstraße von Sibirien nach Alaska. Die ersten Bewohner Amerikas sollen sich dann nach und nach Richtung Süden ausgebreitet haben. Die Theorie heißt "Clovis First", weil sie davon ausgeht, dass es sich bei den ersten Amerikanern um Angehörige des Clovis-Volkes handelte.

Neves sieht das anders. Zur Begründung sagt er, vor 11.000 Jahren habe es auf dem amerikanischen Kontinent bereits ein ausgefeiltes System von Symbolen gegeben.

Quelle: n-tv.de, AFP

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