Fundsache

Fundsache, Nr. 1096 Rechteckige Galaxie entdeckt

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Erinnert die Forscher an den Smaragdschliff eines Diamanten: die Rechteck-Galaxie LEDA 074886.

(Foto: Subaru/Swinburne University of Technology)

Eine Galaxie bringt Forscher zum Schmunzeln - denn eigentlich dürfte es sie gar nicht geben. Ihre ungewöhnliche Form könnte aber in drei Milliarden Jahren auch unsere Milchstraße betreffen. Ob sie dann auch aussieht wie ein geschliffener Diamant?

Rund 70 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt sind Astronomen auf eine scheinbar rechteckige Galaxie gestoßen. Der Zufallsfund mit dem japanischen Subaru-Teleskop auf Hawaii überrascht die Forscher, denn Galaxien sollten ellipsen- oder scheibenförmig sein - oder eine ganz irreguläre Form besitzen.

"Das ist eine dieser Sachen, die einen schmunzeln lässt, weil es sie nicht geben sollte - oder vielmehr, weil man nicht erwartet, dass es sie gibt", erklärte Forschungsleiter Professor Alister Graham von der australischen Swinburne University of Technology in einer Mitteilung der Forscher des Subaru-Teleskops. Das internationale Entdeckerteam, darunter Wissenschaftler aus Heidelberg, Finnland, Australien und der Schweiz, stellt seinen Fund mit der Katalognummer LEDA 074886 in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts "The Astrophysical Journal" vor.

Eine aufgeblasene Scheibe?

Die Astronomen untersuchten die Riesengalaxie NGC 1407 im Sternbild Eridanus, als sie zufällig am Rand ihrer Aufnahmen die Rechteck-Galaxie erblickten. Deren Form erinnere an den Smaragdschliff eines Diamanten, beschreiben die Forscher. Möglicherweise handele es sich um eine aufgeblasene Scheibe, die zufällig genau von der Seite zu sehen ist - so wie ein Zylinder von der Seite gesehen ebenfalls rechteckig erscheint.

"Eine Möglichkeit ist, dass die Galaxie sich aus der Kollision zweier Spiralgalaxien geformt hat", erläutert Co-Autor Professor Duncan Forbes. "Während die bereits existierenden Sterne der Ursprungsgalaxien auf große Umlaufbahnen zerstreut wurden und die Smaragdschliff-Form bildeten, sank das Gas in die zentrale Ebene, wo es sich verdichtete und neue Sterne sowie die Scheibe formte, die wir beobachtet haben."

Aus der Untersuchung leiten die Astronomen nach eigenen Worten wertvolle Informationen für die Modellierung von Galaxien ab. Die könnten auch für unsere Milchstraße von Bedeutung sein. Denn wenn unsere Heimatgalaxie in etwa drei Milliarden Jahren mit der benachbarten Andromeda-Galaxie kollidiert, könnte aus der Verschmelzung dieser beiden Spiralnebel ebenfalls eine scheinbare Rechteck-Galaxie entstehen, betonen die Forscher.

Quelle: n-tv.de, dpa

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