Fundsache

Fundsache, Nr. 1086 Tiefer lebt kein Insekt

33702516.jpg7922987780982958443.jpg

Elektronenmikrospische Aufnahme eines Springschwanzes.

(Foto: dpa)

Sie sind winzig, augenlos und bleich. Die nun entdeckten Springschwänze leben tiefer als jedes andere bekannte Insekt unter der Erdoberfläche. Forscher holen sie aus 1980 Metern Tiefe ans Tageslicht.

In einer zwei Kilometer tiefen Höhle in Georgien haben Wissenschaftler kleine, bleiche Springschwänze entdeckt. Es sind nach Angaben des russisch-spanischen Teams die am tiefsten lebenden Insekten, die bislang gefunden wurden. Die Biologen identifizierten gleich vier neue Arten in der georgischen Krubera-Woronja-Höhle. Rafael Jordana und Enrique Baquero von der Universität von Navarra in Pamplona, Spanien, präsentieren die Tiere im Journal "Terrestrial Arthropod Reviews".

Die Springschwänze zeigen besondere Anpassungen an die dunkle, nährstoffarme Tiefe: So sind sie augenlos und haben einen extrem gut entwickelten chemischen Sinn. Eine der neuen Arten mit dem wissenschaftlichen Namen Plutomurus ortobalaganensis fand sich in einer Tiefe von 1980 Metern. Damit ist das Tier das am tiefsten lebende Insekt, das bisher bekannt wurde.

Die Krubera-Woronja-Höhle ist mit einer Tiefe von mindestens 2191 Metern die tiefste natürliche Höhle der Welt. Sie liegt im westlichen Kaukasus, in der unabhängigen georgischen Republik Abchasien. Die Forscher hatten die Springschwänze bei einer Expedition im Sommer 2010 entdeckt.

An Land lebende Würmer und Bakterien sind schon aus größeren Tiefen bekannt: In den vergangenen Jahren fanden Forscher im Bohrwasser aus südafrikanischen Goldminen bereits Bakterien und winzige Fadenwürmer in mehr als drei Kilometern Tiefe. In den Meerestiefen leben zahlreiche Tiere in Regionen unter drei Kilometern.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen