Die Tigerente - für viele Menschen ist das ein Stück Kindheit.Bild 1 von 37 Auf Tassen, Socken und Schnullern, als Plüschfigur und im Fernsehen (Bild aus dem Film "Oh, wie schön ist Panama"), überall ist das Tier mit den schwarz-gelben Streifen präsent.Bild 2 von 37 | Foto: picture-alliance/ dpaIhren Ursprung hat die Tigerente in den Kinderbüchern von Janosch an der Seite von Tiger und Bär, die lustige Abenteuer erleben.Bild 3 von 37 | Foto: picture alliance / epd-bildAm 11. März wird der Schöpfer dieses liebenswerten Universums 95 Jahre alt. Eine große Feier mit dem Künstler wird es allerdings nicht geben. "Er will seine Ruhe haben", heißt es bei der Janosch-Gesellschaft.Bild 4 von 37 | Foto: picture alliance/dpa/Art 28, TübingenWas muss man über Janosch wissen, der nach Stationen in München und am Ammersee seit mehr als 40 Jahren auf der Kanareninsel Teneriffa lebt?Bild 5 von 37 | Foto: picture alliance/dpa/Janosch film & medien AGGeboren wurde Janosch 1931 im oberschlesischen Bergarbeiterort Zabrze, heute in Polen. Bis er seinen Künstlernamen annahm, hieß er Horst Eckert.Bild 6 von 37 | Foto: picture-alliance / PAPSeine Kindheit beschrieb er selbst als "Hölle": Er litt unter den Alkoholexzessen seines Vaters. Auch seine Mutter trank und beide schlugen ihn, wenn er nicht so war, wie sie sich das erhofften.Bild 7 von 37 | Foto: picture alliance / HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.comDie katholische Kirche tat ein Übriges und befeuerte die Angst des Kindes, wegen Sünden im Fegefeuer zu schmoren.Bild 8 von 37 | Foto: IMAGO/Funke Foto ServicesIn dem Filmporträt "Janosch - ja ist gut, nein ist gut" des Bayerischen Rundfunks (BR) schildert er auch die "Quälerei in der Hitlerjugend", der er beitreten musste und in der er litt, auch weil er nicht so sportlich war wie andere. "Die hatten mich auf dem Kieker", erzählt er. "Dann haben sie mich geschliffen, bis zum Umfallen."Bild 9 von 37 | Foto: picture alliance / imageBROKERTiger, Bär und Tigerente waren eine Art Trotzreaktion. Denn Janosch war wütend. Die Kunstakademie in München hatte ihn abgelehnt. Und auch erste Bücher wie "Die Geschichte vom Pferd Valek" hatten keinen rechten Erfolg.Bild 10 von 37 | Foto: picture-alliance/ dpa/dpawebSo sann er auf Protest. "Ich wollte ein Kitschbuch machen", sagt er in dem BR-Film. Und dieses "Kitschbuch" hatte eine ungeahnte Wirkung: …Bild 11 von 37 | Foto: IMAGO/Alexander Gonschior… "Oh, wie schön ist Panama" bescherte dem Künstler den lang ersehnten Durchbruch.Bild 12 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaSeit dem ersten Erscheinen 1978 verkaufte sich das Werk nach Angaben des Beltz-Verlages weltweit mehr als zwei Millionen Mal und es wurde in unzählige Sprachen übersetzt.Bild 13 von 37 | Foto: picture alliance / Uli Deck/dpaAndere Werke wie "Kasper Mütze" oder "Lari Fari Mogelzahn" festigten Janoschs Ruf als einfühlsamer und fantasievoller Autor und Illustrator für Kinder. Lesenswert sind auch seine Romane für Erwachsene.Bild 14 von 37 | Foto: imago images/Thomas FreyInsgesamt schrieb er mehr als 150 Bücher, teilweise ist von rund 300 Werken die Rede. Und er wurde weltweit übersetzt, in rund 40 Sprachen.Bild 15 von 37 | Foto: imago images/SKATABis heute bezaubern seine Kinderbücher - auch Erwachsene wie Frank-Walter Steinmeier (hier zu sehen 2007, damals Außenminister, bei einer Fahrt auf dem Panamakanal).Bild 16 von 37 | Foto: picture-alliance/ dpa"Janoschs Geschichten bedienen mit ihrer tiefen Behaglichkeit unser Bedürfnis nach Ruhe, Gelassenheit und - vor allem - nach Frieden", heißt es vom Reclam-Verlag, der Büchlein mit Zeichnungen, Sprüchen und Geschichten herausbringt.Bild 17 von 37 | Foto: IMAGO/Funke Foto ServicesTiger und Bär feiern die kleinen Freuden des Lebens. Voller Liebe, Rücksicht und Respekt sorgen sie sich umeinander.Bild 18 von 37 | Foto: picture alliance / M.i.S.Sie schwelgen in Kompott aus selbst gesammelten Waldbeeren oder genießen "fabelhafte Bouillon" mit Kartoffeln. Und wenn der Tiger krank ist, pflegt ihn der Bär mit Hingabe gesund.Bild 19 von 37 | Foto: picture alliance / epd-bild"Einmal ist da die Sehnsucht nach einem einfachen Leben, nach Glück, der Liebe und der Freundschaft. Und das Versprechen, dass sich all dies erfüllen kann, wenn man seinen eigenen Weg geht", sagt Katrin Hartmann, Cheflektorin Bilderbuch beim Verlag Beltz & Gelberg.Bild 20 von 37 | Foto: picture-alliance / dpaFreiheit und Selbstbestimmung auch für Kinder - und kein erhobener Zeigefinger. "Dazu hat er eine Schnodderigkeit in Text und Bild, eine heute geradezu erleichternd wirkende Unperfektheit im Strich, da er seine Geschichten ganz aus dem Gefühl heraus aufs Blatt gebracht hat", findet Hartmann.Bild 21 von 37 | Foto: picture alliance / dpaUnd Christiane Raabe, Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek in München resümiert: "In Janoschs Bilderwelt gibt es keine schlechte Laune, hier lachen sogar die Fische."Bild 22 von 37 | Foto: picture alliance / Sammlung RichterFür Janosch war diese Idylle eine Art Seelenpflaster und der totale Kontrast zu seiner eigenen Kindheit.Bild 23 von 37 | Foto: picture alliance / dpaDoch die schlimmen Erfahrungen als Kind blieben nicht ohne Folgen.Bild 24 von 37 | Foto: picture alliance / HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.comDie düstere Seite kommt in seinen Romanen zum Tragen, die sich eher an Erwachsene richten. Den "Cholonek" habe er im Suff geschrieben, sagte Janosch einst.Bild 25 von 37 | Foto: IMAGO/opale.photoIm Alkoholrausch habe er den Punkt erreichen können, die verdrängten Kindheitstraumata wieder freizulegen und sie zu beschreiben.Bild 26 von 37 | Foto: picture alliance / dpaAber er bekämpfte mit Erfolg das ständige Verlangen nach Alkohol. Bewegung half ihm dabei - Turnen, Schwimmen, Yoga, noch weit in den 80ern konnte Janosch Kopfstand.Bild 27 von 37 | Foto: picture alliance / Winfried RothermelIn "Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm" erzählt er schonungslos, aber auch wehmütig von der grauen Arbeitersiedlung, in der er seine Kindheit verbrachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ die Familie fluchtartig ihr Zuhause, ...Bild 28 von 37 | Foto: picture-alliance / PAP... um schließlich in der Nähe von Oldenburg (im Bild) zu landen. Für Janosch blieb Zabrze trotz allem eine Art Sehnsuchtsort. So notiert er später im Roman "Polski Blues": "Polen ist ein Heimwehland".Bild 29 von 37 | Foto: picture alliance/vizualeasyDoch sein Markenzeichen blieben Tiger, Bär und Tigerente. "Millionenfach zieren sie Brotboxen, Becher, Strümpfe oder baumeln als Anhänger an Rucksäcken", sagt Raabe.Bild 30 von 37 | Foto: IMAGO/Pond5 ImagesDiese niedlichen Figuren hätten von Anfang an das Potenzial gehabt, Maskottchen zu werden und seien so auch geschickt vermarktet worden.Bild 31 von 37 | Foto: picture alliance/dpa"Der Erfolg seiner Panama-Bücher ist ohne die damit verbundene Merchandisingmaschinerie nicht denkbar", ist Raabe überzeugt.Bild 32 von 37 | Foto: imago images/Michael KneffelJanosch selbst distanziert sich von dem lukrativen Lizenzgeschäft der Janosch Film & Medien AG. "Ich habe nichts damit zu tun, ich sehe das auch nicht, ist zu weit weg. Das ist eine andere Baustelle", sagte er der dpa vor zehn Jahren.Bild 33 von 37 | Foto: picture-alliance/ dpaAnders als früher gibt Janosch keine Interviews mehr, auch weil seine Gesundheit nicht mehr so stabil ist.Bild 34 von 37 | Foto: picture alliance/dpa/Art 28, TübingenBis vor einigen Jahren hatte er noch eine Kolumne im Wochenmagazin "Zeit". Als "Herr Wondrak" sinnierte er darin über das Leben und das Weltgeschehen, so etwa 2015, …Bild 35 von 37 | Foto: picture alliance / dpa… als er die Mediensucht zum Thema machte. "Herr Janosch, was wäre eigentlich gewesen, hätten Tiger und Bär Smartphones gehabt?", fragte er. Seine ernüchternde Antwort: …Bild 36 von 37 | Foto: picture alliance / Roland Weihrauch/dpa… "Sie hätten Panama einfach gegoogelt und wären im Übrigen am Tisch sitzen geblieben". (kse/dpa)Bild 37 von 37 | Foto: picture alliance/dpa