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Auf dem Ostberliner Alexanderplatz sangen sie "Halleluja D-Mark", Raketen und Sektkorken flogen in die Nacht.Bild 1 von 45 | Foto: picture-alliance / dpa
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Einige waren entsetzt über das Gedränge Tausender Menschen vor den Schaltern der Deutschen Bank, die ab Mitternacht als erste die neue Währung ausgab. 13 Leute erlitten vor lauter Schieben und Drücken und Aufregung einen Kreislaufkollaps.Bild 2 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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Aber da war diese unglaubliche Euphorie. "Die D-Mark ist gekommen", rief eine Passantin in ein Radiomikrofon. Und eine andere: "Die Stunde null für uns. Es beginnt ein neues Leben, und das ist schön."Bild 3 von 45 | Foto: picture-alliance / dpa
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Tatsächlich begann an diesem 1. Juli 1990 das beispiellose volkswirtschaftliche Experiment der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion von DDR und Bundesrepublik.Bild 4 von 45 | Foto: picture alliance / zb
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DDR-Bürger tauschten ihr Erspartes teils eins zu eins, teils zwei zu eins in D-Mark. Alle Löhne, Renten und Mieten wurden eins zu eins umgestellt.Bild 5 von 45 | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
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Drei Monate vor der Deutschen Einheit galten plötzlich die westdeutschen Regeln der sozialen Marktwirtschaft in der DDR ...Bild 6 von 45 | Foto: picture alliance / akg-images / Nelly Rau-Häring
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... - und das nach vier Jahrzehnten Planwirtschaft.Bild 7 von 45 | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
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35 Jahre später ist klar: Die Sache lief nicht rund. Die Folgen dieses dramatischen Umbruchs sind bis heute spürbar, politisch und ökonomisch.Bild 8 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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Aber gab es eine Alternative?Bild 9 von 45 | Foto: picture alliance / zb
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Joachim Ragnitz vom Ifo Institut in Dresden erinnert daran, dass es durchaus Warner und Mahner gab und andere Ideen. Die Bundesbank etwa habe nach der friedlichen Revolution in der DDR vom Herbst 1989 einen Stufenplan zur wirtschaftlichen Annäherung gewollt.Bild 10 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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Davon sprach anfangs auch Bundeskanzler Helmut Kohl.Bild 11 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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Aber schon bald gab er das Ziel einer Währungsunion aus.Bild 12 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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Am 18. Mai 1990 unterzeichneten beide Regierungen einen Vertrag. Sechs Wochen später galt er.Bild 13 von 45 | Foto: picture alliance / Sven Simon
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Eine "Schocktherapie", sagt Wirtschaftsforscher Ragnitz.Bild 14 von 45 | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
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Kohl stimmte zwar auf eine "gewiss nicht einfache Zeit des Übergangs" ein. Aber letztlich verbreitete der Kanzler viel Euphorie.Bild 15 von 45 | Foto: picture-alliance / akg-images
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"Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt."Bild 16 von 45 | Foto: picture-alliance/ dpa
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"Blühende Landschaften", Kohls bekanntestes Schlagwort auf dem Weg zur deutschen Vereinigung am 3. Oktober 1990.Bild 17 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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Sehr schnell aber sahen viele eher eine wirtschaftliche Trümmerlandschaft.Bild 18 von 45 | Foto: picture alliance / SZ Photo
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"Schon in den wenigen Monaten seit Einführung der D-Mark haben die Betriebe der ehemaligen DDR ihre Produktion drastisch einschränken müssen", hielten die Wirtschaftsweisen im Jahresgutachten 1990/91 fest.Bild 19 von 45 | Foto: picture alliance / SZ Photo
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"Allein seit Juni hat sich die Industrieproduktion um rund ein Drittel vermindert."Bild 20 von 45 | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
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"Viele Betriebe werden ganz aus dem Markt scheiden, weil ihre Produkte im Wettbewerb mit den besseren und preiswerteren westlicher Anbieter nicht bestehen können."Bild 21 von 45 | Foto: picture alliance / zb
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In der DDR wollte vorerst niemand mehr Trabbis, Spee oder Spreewaldgurken.Bild 22 von 45 | Foto: picture alliance / Peter Kneffel
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Es lockte eine neue Welt in Kaufhäusern...Bild 23 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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... und in Supermärkten.Bild 24 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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In der DDR brach die Zahl der Beschäftigten in Industrie und Bauwirtschaft im dritten Quartal 1990 - also direkt nach der Währungsunion - um 17 Prozent ein.Bild 25 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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Und das war erst der Anfang.Bild 26 von 45 | Foto: picture alliance / zb
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Es begannen die für viele so traumatischen Jahre der Entlassungen, Umschulungen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Zeitweise erreichten die Arbeitslosenquoten 20 bis 25 Prozent.Bild 27 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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Ifo-Experte Ragnitz nennt eine Reihe von Gründen für diesen Kollaps. Der "produktive Kapitalstock" sei veraltet gewesen, also die Maschinen und Anlagen, die Produktivität viel geringer als im Westen.Bild 28 von 45 | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
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Und die Einführung der D-Mark großteils im Verhältnis eins zu eins machte alles schlagartig teurer.Bild 29 von 45 | Foto: picture-alliance/ dpa
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"Der wahre Wert der DDR-Mark wäre vier zu eins gewesen", sagt Ragnitz. "Eine Aufwertung um 400 Prozent hätte auch jedes Unternehmen im Westen kaputt gemacht."Bild 30 von 45 | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
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Aber warum hat man es dann nicht anders gelöst - in kleineren Schritten, mit einem sanfteren Übergang?Bild 31 von 45 | Foto: picture-alliance/ ZB
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"Es bestand die Gefahr, dass die DDR ausblutet", sagt der Historiker Robert Grünbaum von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.Bild 32 von 45 | Foto: picture alliance / Stephan Persch
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Der damals oft zitierte Spruch "Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, gehen wir zu ihr" zeigte sich schwarz auf weiß in der Statistik.Bild 33 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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Im Januar 1990 seien 200.000 Menschen von der DDR in die Bundesrepublik gezogen, sagt Grünbaum, auch danach immer noch Tausende pro Woche.Bild 34 von 45 | Foto: picture alliance / akg-images / Nelly Rau-Häring
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"Es ging darum, den DDR-Bürgern ein glaubhaftes Zeichen zu geben, das sie zum Bleiben bewegt", sagt Grünbaum. "Das war keine ökonomische, sondern letztlich eine politische Entscheidung, ein Signal zur Beruhigung."Bild 35 von 45 | Foto: picture-alliance/ ZB
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Das hätte man bei offenen Grenzen weder verschieben können, noch wäre politisch ein schlechterer Wechselkurs möglich gewesen.Bild 36 von 45 | Foto: picture-alliance / dpa
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Auf Demos wurde Augenhöhe eingefordert: "Eins zu eins, oder wir werden niemals eins."Bild 37 von 45 | Foto: picture alliance/dpa
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Grünbaum ist sicher, der wirtschaftliche Kollaps wäre so oder so gekommen, wenn auch vielleicht etwas langsamer: "Die DDR war schlicht und einfach bankrott."Bild 38 von 45 | Foto: picture-alliance / ZB
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Die Westdeutschen erlebten das alles sehr anders. Die Sehnsucht der DDR-Bürger nach Westprodukten, die nahezu unbegrenzte Zahl neuer Arbeitskräfte aus dem Osten, all das beflügelte in der Bundesrepublik einen Boom.Bild 39 von 45 | Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten
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Die Wirtschaftsweisen vermerkten für 1990 ein Wachstum im Westen von 4 Prozent - im Vergleich zu 2,8 Prozent im Durchschnitt der Jahre davor.Bild 40 von 45 | Foto: picture-alliance / dpa
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Die Sonderkonjunktur hielt nicht sehr lange. Aber die wirtschaftliche Kluft blieb jahrzehntelang. Lücken gibt es bis heute etwa bei Produktivität, Löhnen, Renten und Vermögen.Bild 41 von 45 | Foto: picture-alliance / dpa
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Liegt hier der Keim für Bitterkeit und Zweifel, für das Gefühl vieler Ostdeutscher, über den Tisch gezogen worden zu sein? Grünbaum widerspricht. "Das Gefühl, Bürger zweiter Klasse zu sein, das ist etwas, was die DDR-Bürger aus der DDR mitgenommen haben", meint der Historiker.Bild 42 von 45 | Foto: ASSOCIATED PRESS
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Man habe schon vor der Wende den Wohlstand im Westfernsehen gesehen, habe im Urlaub in Ungarn gespürt, dass Westdeutsche mit ihrer harten D-Mark anders behandelt worden seien.Bild 43 von 45 | Foto: IMAGO/Karina Hessland
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Das zumindest schien nach dem 1. Juli 1990 vorbei. "Die Westmark, das war irgendwie ein euphorisches Gefühl", erinnert ein Magdeburgerauf der Plattform Zeitzeugen.de.Bild 44 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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"Jetzt sind wir wer, jetzt haben wir dasselbe Geld, was praktisch in der Bundesrepublik zum Wirtschaftswunder geführt hat. Und das hat man richtig genossen." (Text: jga/dpa)Bild 45 von 45 | Foto: picture alliance / dpa
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