Juri Gagarins Reise zur Unsterblichkeit dauert nicht einmal zwei Stunden: In 108 Minuten umrundet der Fliegermajor der UdSSR am 12. April 1961 einmal den Erdball, ehe seine "Wostok"-Raumkapsel in der Nähe der Wolga auf einem Acker aufschlägt.Bild 1 von 40 | Foto: picture alliance / dpaAngeblich trifft er nach seiner Landung am Fallschirm zunächst auf eine Landarbeiterin und deren Enkelin.Bild 2 von 40 | Foto: picture alliance / dpaOb es sein könne, dass er gerade aus dem Weltraum komme, soll die überraschte Arbeiterin den Mann mit dem Helm und dem seltsamen Raumanzug gefragt haben.Bild 3 von 40 | Foto: picture-alliance / dpa"Ja tatsächlich, so ist es", so die Antwort des 27-jährigen Gagarin - der an diesem Tag als erster Mensch im All in die Geschichte eingeht.Bild 4 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESSDass seine Raumkapsel "Wostok" ("Osten") damals bei Saratow und nicht wie geplant bei Wolgograd aufschlägt, ist das Ergebnis einer größeren Panne. Vor dem Start drücken Ingenieure dem Kosmonauten eine Pistole in die Hand - "für alle Fälle".Bild 5 von 40 | Foto: picture alliance / dpaSpäter bleibt beim Eintritt in die Erdatmosphäre der Geräteteil des Raumschiffs mit losen Kabeln an der Landekapsel hängen. Durch die zusätzliche Masse verschiebt sich die Landestelle. Erst als die Kabel durchbrennen, trennen sich die beiden Module voneinander.Bild 6 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESSDie Nachrichtenagentur Tass hat außer der Erfolgsmeldung auch eine Todesnachricht vorbereitet - doch die Mission glückt.Bild 7 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESSDer Start von Gagarins "Wostok 1"-Kapsel vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur katapultiert die Menschheit ins Zeitalter der bemannten Raumfahrt.Bild 8 von 40 | Foto: picture-alliance / dpaMitten im Kalten Krieg gelingt es der Sowjetunion, noch vor den US-Amerikanern einen Menschen ins All zu bringen - ein sensationeller Erfolg für die Sowjets.Bild 9 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESSEr wird im Kreml mit Blumen empfangen. Viele Russen lachen noch heute darüber, wie der Träger des Lenin-Ordens den roten Teppich mit offenem Schnürsenkel abschreitet.Bild 10 von 40 | Foto: APIm Mai 1961 lassen sich der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow und das ZK-Mitglied Leonid Breschnew mit dem Kosmonauten Gagarin in Moskau feiern.Bild 11 von 40 | Foto: picture-alliance / dpaUnd ein sensationeller Erfolg für Gagarin, der zum Idol einer ganzen Generation wird.Bild 12 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESSAuch junge Pioniere in der DDR feiern den Kosmonauten.Bild 13 von 40 | Foto: picture alliance / akg-imagesIn die Wiege gelegt ist ihm dieser Ruhm nicht, als er am 9. März 1934 als Kind einfacher Kolchose-Bauern das Licht der Welt erblickt.Bild 14 von 40 | Foto: picture alliance / dpa1951 zieht es Gagarin nach Moskau, wo er eine Ausbildung zum Gießer macht. 1955 muss er zur Armee.Bild 15 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESSFünf Jahre später ist der Kampfjetflieger mit einer Größe von knapp 1,70 Meter ein idealer Kandidat für das ehrgeizige Raumfahrtprogramm des Landes. Gagarin setzt sich gegen 19 Konkurrenten durch, doch die Belastungstests verlangen ihm alles ab.Bild 16 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESS"Ich weiß nicht, wer ich bin: der erste Mensch oder der letzte Hund im All", sagt er später mit Verweis auf die vorangegangene Testreihe mit Vierbeinern im Weltraum.Bild 17 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESS"Sein Lebensweg ist symbolisch - es ist die Biografie unseres Landes", glaubt Gagarins Kosmonauten-Kollege German Titow.Bild 18 von 40 | Foto: picture alliance / dpaEr sei Arbeiter und Student und schließlich Flieger geworden. "Diesen Weg haben Tausende unserer Altersgenossen genommen, es ist der Weg unserer Generation", sagte Titow.Bild 19 von 40 | Foto: APAls Aushängeschild der UdSSR bereist der erste Kosmonaut später viele Staaten auch der westlichen Welt, und überall jubeln ihm die Menschenmassen zu.Bild 20 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESSDer Flug macht den sozialistischen Vorzeigehelden mit dem jungenhaften Lächeln unsterblich - und zum ersten Pop-Star des Ostblocks.Bild 21 von 40 | Foto: dapdSpäter werden Straßen nach ihm benannt, er erhält Ehrungen, …Bild 22 von 40 | Foto: picture alliance / Musaelyan, Savostyanov/TASS1963 reist Gagarin, mit Valentina Tereschkowa, die in jenem Jahr die erste Frau im All wurde, für eine Pressetour in Feindesland nach New York.Bild 23 von 40 | Foto: picture-alliance / dpaGagarin erweist sich in Zeiten plumper Staatspropaganda als Glücksgriff. "Tut mir leid: Ich kann zwar um die Erde fliegen, aber mit dem Besteck kenne ich mich nicht aus", sagt er beim Empfang der Queen und zeigt auf die vielen Messer und Gabeln. Das Ausland ist entzückt von so viel Spontanität.Bild 24 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESSGagarin kehrt nach seiner waghalsigen Erdumrundung nie mehr ins All zurück. Bis 1967 trainiert er zwar noch für einen Flug mit dem damals neuen "Sojus"-Raumschiff - doch dann wird er aus dem Trainingsprogramm genommen.Bild 25 von 40 | Foto: picture alliance / TASSDer "Held der Sowjetunion" soll nicht auf einer weiteren Mission sein Leben riskieren.Bild 26 von 40 | Foto: REUTERSWenig später stirbt er bei einem Flugzeugabsturz. Am 27. März 1968, nur 18 Tage nach seinem 34. Geburtstag, kommt Gagarin bei einem Routineflug mit einer MiG-15 ums Leben. Der Absturz des Jagdflugzeugs ist bis heute nicht restlos aufgeklärt, doch aller Wahrscheinlichkeit nach war es ein Unfall.Bild 27 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESSGagarins Urne wird …Bild 28 von 40 | Foto: picture alliance / Valentin Mastyukov/TASS… bei einem Staatsbegräbnis in der Kremlmauer beigesetzt.Bild 29 von 40 | Foto: picture alliance / Valentin Sobolev/TASSNach seinem Tod werden für den verstorbenen Kosmonauten …Bild 30 von 40 | Foto: picture alliance/dpa/TASS… überall in der Sowjetunion Denkmäler …Bild 31 von 40 | Foto: picture alliance/dpa/TASS… Statuen errichtet.Bild 32 von 40 | Foto: picture alliance/dpa/TASSUnzählige Plätze, sogar Schulen, werden nach dem ersten Menschen im All benannt.Bild 33 von 40 | Foto: picture alliance / dpaGagarin ist in Russland noch immer äußerst populär.Bild 34 von 40 | Foto: REUTERSUnd noch immer wird er von den Mächtigen für Propaganda genutzt.Bild 35 von 40 Und auch am Himmel findet sich die Spur von Gagarins Reise in die Unsterblichkeit: Ein Mondkrater und ein Kleinplanet tragen seinen Namen.Bild 36 von 40 | Foto: REUTERSDer oft als "Kolumbus des Kosmos" bezeichnete Armeeoffizier hatte seiner Ehefrau vor dem Start ins All einen Abschiedsbrief geschrieben. "Ich habe ehrlich gelebt …Bild 37 von 40 | Foto: ASSOCIATED PRESS… und zum Nutzen der Menschen - auch, wenn dieser Nutzen klein war", schreibt Gagarin in dem Abschiedsbrief.Bild 38 von 40 | Foto: picture alliance / dpaGagarin ist es, der die Erde den "blauen Planeten" nennt. "Als ich sie umkreiste, sah ich, wie wunderschön sie ist."Bild 39 von 40 | Foto: REUTERSUnd sein Vermächtnis? "Lasst uns diese Schönheit bewahren, lasst sie uns vermehren und nicht zerstören."Bild 40 von 40 | Foto: picture alliance / TASS