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Mittwoch, 11. Januar 2017

Das neue Juwel von Hamburg: Die Elbphilharmonie ist eröffnet - endlich

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Es gibt tatsächlich Menschen, die die Elbphilharmonie hässlich finden, monströs und misslungen. Andere wiederum ... (Foto: Iwan Baan/-/)

Es gibt tatsächlich Menschen, die die Elbphilharmonie hässlich finden, monströs und misslungen. Andere wiederum ...

Es gibt tatsächlich Menschen, die die Elbphilharmonie hässlich finden, monströs und misslungen. Andere wiederum ...

... schwärmen geradezu von dem neuen Bauwerk in Hamburg. Egal, wie der persönliche Geschmack ausfällt: Das neue Konzerthaus ist bemerkenswert und außergewöhnlich, ebenso wie die enormen Baukosten und die lange Bauzeit. Am besten ...

... nähert man sich der Elbphilharmonie mit dem Schiff. Von einer Barkasse oder einer Elbfähre aus erscheint die Fassade der "Gläsernen Welle" immer wieder anders, je nachdem, wie sich das Licht und der Himmel in den markant gebogenen Fensterflächen spiegeln: ...

... Mal dunkel und bedrohlich, wenn graue Wolken über dem Hamburger Hafen aufziehen, ...

... mal glitzernd und golden, wenn sich die Sonnenstrahlen in den 1096 Glaselementen spiegeln. Wie ein Schiffsbug ...

... ragt das 110 Meter hohe Konzerthaus - unten historischer Backstein, oben der moderne Glasaufbau - auf einer Landzunge am Eingang der Hafencity in den Himmel.

Am 11. Januar 2017 ist es endlich so weit - was manch einer nach all den Skandalen schon nicht mehr zu hoffen wagte: Die Elbphilharmonie, schon jetzt das neue Wahrzeichen der Hansestadt, ...

... wird mit einem Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter Leitung von Chefdirigent Thomas Hengelbrock eröffnet.

Und das unter großen Sicherheitsvorkehrungen - hier etwa Betonklötze an einer Zufahrtstraße.

Das spektakuläre Gebäude aus Glas der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron soll Hamburg in die Liga der zehn besten Konzerthäuser der Welt katapultieren.

Nach fast zehn Jahren Bauzeit - der erste Eröffnungstermin war für 2010 geplant - und einer Kostenexplosion von 77 Millionen auf 789 Millionen Euro (nach Angaben des Hamburger Senats) hatte sich die "Elphi" im Laufe der Zeit von einem Vorzeigeprojekt in einen Alptraum verwandelt.

Doch spätestens seit 2013 die Neuordnung die Elbphilharmonie aus den Negativschlagzeilen herausgeholt hat, stieg die Vorfreude auf das neue Konzerthaus. Die ist aber nicht ungetrübt, es gibt auch Kritik, ...

... etwa durch Hamburgs Linke: "Die Begeisterungs-PR spiegelt nicht die Stimmung in der Stadt wider", so der kultur- und haushaltspolitische Sprecher ihrer Bürgerschaftsfraktion, Norbert Hackbusch, kurz vor der Eröffnung. Viele Menschen seien auch weiterhin wütend ...

... über die Kostenexplosion und die "organisierte Verantwortungslosigkeit" hinter dem Bauprojekt. Es habe der "demokratischen Kultur in Hamburg kräftig geschadet". Nichtsdestrotrotz wird nun die Eröffnung gefeiert.

Beim dreiwöchigen Eröffnungsfestival gibt sich das "Who is Who" der internationalen Klassikszene die Ehre: von den Wiener Philharmonikern bis zum Chicago Symphony Orchestra; auch die Einstürzenden Neubauten sind dabei.

Für Christoph Lieben-Seutter, seit 2007 Generalintendant von Elbphilharmonie und Laeiszhalle, hat sich das Blatt zugunsten des neuen Konzerthauses gewendet: "Jahrelang war die Elbphilharmonie das Problemkind der Stadt und wir konnten uns vor schlechten Schlagzeilen gar nicht schützen. Jetzt …

... ist in der Stadt die Begeisterung wieder absolut zu spüren. Und die Kosten sind erstaunlicherweise schon jetzt kaum noch ein Thema", meint der Österreicher, der zuvor das Konzerthaus in Wien leitete.

Spätestens seit am 4. November 2016 die Bilder vom Konzertsaal und ...

... der Eröffnung der öffentlichen Plaza ...

... in 37 Metern Höhe um die Welt gingen, ist die Elbphilharmonie in aller Munde. Angefangen hatte alles ...

... mit einer spektakulären Idee. Die hatte der Hamburger Architekt Alexander Gérard. Er wollte an exponierter Stelle in der neu entstehenden Hafencity einen kulturellen Anziehungspunkt schaffen - und nicht wie zunächst geplant einen Media City Port. (Bild von 2004; links das Speichergebäude, auf dem die Elbphilharmonie ab 2007 errichtet wurde.)

Zunächst stieß er auf Unverständnis, aber als er seine Studienkollegen Jacques Herzog und Pierre de Meuron (im Bild) mit ins Boot holte, wendete sich das Blatt: Als er im Juni 2003 die Entwürfe einer "Gläsernen Welle" der Schweizer Architekten der Öffentlichkeit präsentierte, war der Jubel groß.

Zunächst sollte das neue Konzerthaus die Stadt noch nicht einmal etwas kosten: Finanziert werden sollte der Saal von einem Investor aus den Gewinnen des Hotels und der Wohnungen, die er auf dem städtischen Grundstück baut.

Doch schon bald stellte sich heraus: Nichts war bei der Elbphilharmonie fertig durchdacht. Pläne, Termine und bauliche Umsetzung passten nicht zusammen. Das größte Problem ...

... neben der frühen Ausschreibung und den unfertigen Planungen war das komplizierte Dreiecksverhältnis zwischen der städtischen Realisierungsgesellschaft (Rege), den Architekten und dem Bauunternehmen Hochtief. Die Folge: explodierende Kosten und Bauverzögerungen, die immer dramatischere Ausmaße annahmen.

Bald ging nichts mehr auf Deutschlands berühmtester Kulturbaustelle: Ende 2011 weigerte sich Hochtief ...

... das Dach des Großen Konzertsaals abzusenken und stellt die Bauarbeiten komplett ein.

Es folgte eine Machtprobe mit dem neuen Senat, mit Bürgermeister Olaf Scholz (l.) und Kultursenatorin Barbara Kisseler (r.) an der Spitze. Erst als die Stadt drohte, die Elbphilharmonie alleine zu Ende zu bauen, ...

... gab es wieder Bewegung: Am Ende einigten sich Scholz und der neue Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes (hier beide bei der Eröffnung der Plaza) auf eine Neuordnung des Projekts. Die fatale Dreiecksbeziehung wurde aufgelöst, die Stadt zog sich zurück und Hochtief ...

... baute die Elbphilharmonie für erneut 200 Millionen Euro Nachschlag auf eigenes Risiko zu Ende.

Vieles an der Elbphilharmonie ist einzigartig und wurde so noch nie gebaut: ...

... Der große Konzertsaal für 2100 Besucher ist ähnlich wie die Berliner Philharmonie nach dem Weinberg-Prinzip angeordnet, mit einer Bühne in der Mitte, ...

... die von terrassenförmigen Publikumsrängen umgeben ist - nur viel höher und viel steiler.

Aus Schallschutzgründen wurde der 12.500 Tonnen schwere Saal komplett vom restlichen Gebäude entkoppelt und ruht auf 362 Stahlfederpaketen.

Auch die spektakuläre Glasfassade mit ihren 1096 Fensterelementen ...

... und die "Tube", die 82 Meter lange Rolltreppe, die die Besucher auf die öffentliche Plaza führt, sind einzigartig.

Für die Akustik ist der Japaner Yasuhisa Toyota verantwortlich. Für die Elbphilharmonie hat er die "Weiße Haut" entworfen - 10.000 individuell zugeschnittene Gipsplatten, ...

... unterschiedlich in Form und Größe, Gewicht und Oberflächenstruktur, die die Innenverkleidung des großen Saals bilden. Sie sollen den Schall optimal reflektieren und die Elbphilharmonie zu einem der zehn besten Konzerthäuser der Welt machen.

Bei der ersten technischen Probe des NDR Elbphilharmonie Orchesters im neuen Konzertsaal waren alle von der Akustik begeistert: "Unsere hohen Erwartungen an den Großen Saal wurden sogar noch übertroffen", sagte Lieben-Seutter. Und Chefdirigent Thomas Hengelbrock meinte: "Bravo, Herr Toyota! Herrlich, den nehmen wir!"

Hamburgs Generalmusikdirektor Kent Nagano glaubt sogar, dass die Elbphilharmonie der beste Konzertsaal der Welt sein wird. Am 13. Januar dirigiert Nagano in der Elbphilharmonie die Uraufführung von Jörg Widmanns "Arche".

Schon zehn Tage vor der Eröffnung erweckte Sasha Waltz mit mehr als 80 Musikern und Tänzern die Foyers rund um den Großen Saal zum Leben. Mit der Performance "Figure Humaine - Menschliches Antlitz", die vom 1. bis 4. Januar aufgeführt wurde, ...

... wurden die Räume sozusagen künstlerisch eingeweiht. Zu Klängen von Poulenc, Bach und Lachenmann waren die Zuschauer den Tänzern durch die Gänge und in den großen Saal der Elbphilharmonie gefolgt.

Am 1. Januar wurde zudem eine Sonderbriefmarke der Deutschen Post mit der Elbphilharmonie vorgestellt.

Die Briefmarke für 145 Cent zeigt das Konzerthaus bei Nacht und ist bundesweit erhältlich. 150 Millionen Exemplare wurden davon gedruckt. (abe/dpa)

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