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Ein Hoch auf Hopfen, Malz und Wasser: Die Geschichte des Bieres

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Wenn es etwas gibt, worauf die Deutschen neben ihren Autos besonders stolz sind, dann ist es das Bier - ihr Nationalgetränk. (Foto: picture-alliance/ ZB)

Wenn es etwas gibt, worauf die Deutschen neben ihren Autos besonders stolz sind, dann ist es das Bier - ihr Nationalgetränk.

Wenn es etwas gibt, worauf die Deutschen neben ihren Autos besonders stolz sind, dann ist es das Bier - ihr Nationalgetränk.

Mehr als 1300 Brauereien gibt es hierzulande, rund 5000 verschiedene Biere stellen sie her - einmalig auf der Welt. Die älteste noch bestehende Brauerei ...

.. soll die des Benediktinerklosters Weihenstephan sein (Bild: Sudkessel in der Brauerei Weihenstephan in Freising). 1040 erhält sie vom Bischof die erste offizielle Braubefugnis. Allerdings wird deren Echtheit heute angezweifelt.

Die Geschichte des Bieres ist aber viel, viel älter. Sie beginnt …

… vor rund 6000 Jahren im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris. Die Sumerer entdecken damals wohl aus purem Zufall den Gärungsprozess mit Hilfe von Wasser und Brot. Das dabei entstandene Gebräu, wohl ein Gerstensud, wird als Medizin verwendet und gilt heute als erstes Bier.

Das entsprechende "Rezept" macht die Runde und bei Ausgrabungen in der Nähe von Kairo entdecken Archäologen der Universität Yale eine rund 4500 Jahre alte Brauerei. Auf Steintafeln ist in Hieroglyphen ein sumerisches Bierbrau-Rezept hinterlegt. (Bild: beschrifteter Nagel aus Ton aus der Sumerer-Zeit)

Die Babylonier, deren Kultur auf der der Sumerer fußt, entwickeln deren Brauverfahren weiter: Sie schaffen es auf immerhin 20 verschiedene Biersorten. Sie sind trüb und ungefiltert und werden bereits "exportiert", bis nach Ägypten. (Bild: Siegel aus der Zeit der Babylonier)

Vieles spricht heute dafür, dass das Bier als solches nicht nur einen Erfinder oder ein Erfindervolk hat, sondern ...

... dass nahezu jede Kultur ihr eigenes Bier entdeckt oder entwickelt hat. Ein Beispiel hierfür ist das Reisbier Asiens.

Als Julius Cäsar seine Legionen durch halb Europa führt, sind auch immer mehrere Fässer Bier mit dabei. Diesmal dient es aber nicht als Medizin, sondern vielmehr als Nahrung.

Diesen Umstand verdankt das Bier wohl auch seine Verbreitung hierzulande: Im frühen Mittelalter greifen die Mönche in den Klöstern auf das Gebräu zurück. Beliebt ist es vor allem in der Fastenzeit, ...

... denn es gilt der Leitsatz: Liquida non frangunt leunum (Flüssiges bricht das Fasten nicht). Die Möglichkeit des ganzjährigen Konsums sorgt für eine ständige Weiterentwicklung der Braukunst und …

… für einen Boom der Brauereien: In der Zeit Karls des Großen, um 800 nach Christus, gibt es allein in Bayern etwa 300 Klosterbrauereien. (Braukessel in der Klosterbrauerei in Weltenburg)

Laut Chronisten dürfen die Mönche mancherorts bis zu fünf Maß, also fünf Liter Bier am Tag trinken.

Nach und nach fangen die Klöster an, das Bier nicht nur für den Eigengebrauch zu brauen, sondern auch zu verkaufen. Gegen eine Gebühr dürfen sie ihre Gerstensäfte gewerblich vertreiben. (Fasspichen in der Klosterbrauerei Reutberg in Sachsenkam)

So verbreitet sich das Bier immer weiter, gelangt in die Städte und dort ...

... wird die Braukunst wiederum weiterentwickelt: neue Rezepturen entstehen, mancherorts wird erstmals Hopfen zugesetzt.

Dadurch schmeckt das Bier nicht nur würziger, es ist auch haltbarer und kann so über weite Strecken transportiert werden.

Mit dem Hopfen kommt auch das Reinheitsgebot. Es geht auf den bayerischen Herzog Wilhelm IV. zurück, der mit seinem Erlass die Qualität des Bieres dauerhaft sichern will.

Gerste, Hopfen und reines Wasser sind als Zutaten erlaubt. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Weizen und Roggen sollen den Bäckern vorbehalten bleiben.

Es wird am 23. April 1516 erlassen. An diesem Datum wird heute der "Tag des deutschen Bieres" gefeiert. Aber das nur am Rande.

Aus dem Braugewerbe wird mehr und mehr ein eigener Wirtschaftszweig - und der floriert. Mancherorts sind die Brauereien die wichtigsten Finanzquellen.

Besonders groß in Bier macht um das Jahr 1300 die Stadt Bremen. Von dort wird das Gebräu etwa nach Holland, England oder Skandinavien exportiert.

Um 1500 nennt sich dann Hamburg "Brauhaus der Hanse", kein Wunder bei rund 600 Brauereien. Die Hanse verschifft das Bier bis nach Indien.

Auf eine alte Brautradition kann auch Berlin zurückblicken: ...

Friedrich Wilhelm I. macht den Gerstensaft dort zu Beginn des 18. Jahrhunderts hoffähig.

Das ist auch in etwa die Zeit, als das Bier in Deutschland zu seinem großen Siegeszug ansetzt.

Die Voraussetzungen dafür liefert die industrielle Revolution. Sogenannte Dampfbierbrauereien entstehen. Noch viel wichtiger als die Wattsche Dampfmaschine sind aber zwei andere, etwas spätere Erfindungen: ...

... Louis Pasteur entdeckt die nach ihm benannte Pasteurisierung, das Abkochen von Flüssigkeiten, durch das sie haltbarer gemacht werden.

Die Erfindung einer Kältemaschine durch Carl von Linde 1873 sorgt dann dafür, dass das Brauen unabhängig von der Außentemperatur erfolgen und dass das Bier zudem durch die konstant niedrigen Temperaturen noch länger gelagert werden kann.

Obergäriges Bier wie das Alt, …

… Kölsch, …

… oder das Stout benötigen um gut zu schmecken 15 bis 20 Grad Celsius bei der Gärung, …

… untergäriges Bier wie etwa Helles …

… Pils oder …

… Schwarzbier braucht etwa 4 bis 10 Grad Celsius.

Untergärige Biere sind die heute weltweit am häufigsten getrunkenen Biere. Bei ihnen sinkt die Hefe beim Gärungsprozess nach unten.

Sie brauchen dadurch eine längere Zeit zum Reifen, sind aber gleichzeitig länger haltbar ...

... als obergärige Biere, bei denen sich die Hefe bei der Gärung an der Oberfläche absetzt.

Ihr Alkoholgehalt ist in der Regel etwas höher als bei untergärigen Bieren.

Auch heute wird der Brauprozess immer weiter verfeinert und verbessert. Neue Werkstoffe finden den Weg in den Brauprozess: statt Kupfer …

… beispielsweise Edelstahl.

Die Lagerung in Holzfässern gehört der Vergangenheit an. Ressourcen …

… werden geschont: Brauchte ein Brauer vor etwa zehn Jahren noch für einen Liter Bier 8 bis 10 Liter Frischwasser, sind es heute …

… gerade noch rund 3,5 Liter. Und noch ein weiterer Fakt lässt aufhorchen: …

… Der Anteil der Mehrwegverpackungen liegt in der Braubranche bei fast 90 Prozent. Laut deutschen Brauern ein absoluter Spitzenwert in der Getränkeindustrie. Der Mammutanteil …

… liegt dabei bei den Glasflaschen.

Und wenn man bedenkt, dass jeder Deutsche laut Statistik …

… pro Jahr rund 100 Liter Bier trinkt, …

… kommt da einiges an Schlepperei zusammen. Noch schlimmer dran sind die …

… Tschechen. Deren Pro-Kopf-Verbrauch ...

... liegt bei knapp 160 Litern Bier pro Jahr.

Darauf erst einmal …

… ein kühles Blondes. Prost! (Text: Thomas Badtke)

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