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"Wir können untergehen ...": Adolf Hitler

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Es bleibt die große Frage, auch nach Jahrzehnten: (Foto: AP)

Es bleibt die große Frage, auch nach Jahrzehnten:

Es bleibt die große Frage, auch nach Jahrzehnten:

Wie war Adolf Hitler möglich?

Wieso schaffte es ein einfacher Gefreiter, ein gescheiterter Künstler, an die Spitze Deutschlands?

Und wer war der Mann, ...

... der den größten Vernichtungskrieg aller Zeiten entfesselte, ...

... ganze Landstriche dem Erdboden gleichmachte ...

... und Deutschland in den Abgrund führte?

In die Wiege gelegt ist Hitler diese Karriere gewiss nicht, als er am 20. April 1889 im österreichischen Braunau das Licht der Welt erblickt.

Seine Herkunft ist vermutlich von Inzest überschattet, sein unehelich geborener Vater Alois Hitler ist wahrscheinlich ein naher Verwandter seiner Mutter Klara. Alois Hitler, der sich zum Zollbeamten hochgearbeitet hat, zeigt sich gegenüber seinem Sohn gebieterisch, reizbar und gewalttätig.

Seine Mutter Klara ist schwach, überschüttet Adolf aber nach dem frühen Tod ihrer ersten drei Kinder mit überbordender Fürsorge. Ihre Zuneigung beruht offenbar auf Gegenseitigkeit.

"Äußerlich war die Liebe zur Mutter sein auffälligstes Merkmal," schreibt der Arzt der Mutter, Eduard Bloch, später. Als Klara 1907 stirbt, habe dies den Sohn zutiefst getroffen: "Ich habe noch nie einen vom Schmerz so gebrochenen Menschen gesehen wie Adolf Hitler."

Bis zu seinen letzten Tagen im Bunker trägt dieser ein Bild der Mutter bei sich. Sie ist einer der wenigen Menschen, wenn nicht überhaupt der einzige, zu dem er eine enge Bindung aufbaut.

Schon in seiner Kindheit zeigt Adolf Hitler Züge, die später so typisch für ihn sind: Er lässt sich gerne treiben und bringt seinen Vater damit zur Weißglut. Statt zu lernen, liest er lieber Karl May.

Sein einstiger Klassenlehrer Dr. Eduard Huemer charakterisiert Hitler später als "widerborstig, eigenmächtig, rechthaberisch und jähzornig". Als 16-Jähriger verlässt Hitler die Realschule ohne einen Schulabschluss, "mit einem elementaren Hass" und Verachtung für die Lehrer, wie er später schreibt.

In den kommenden Jahren bewirbt er sich zweimal an der Kunstakademie in Wien – und wird abgelehnt, was ihn nach eigenen Angaben "wie ein jäher Schlag aus heiterem Himmel" trifft. Tagelang lungert er fortan in Kaffeehäusern herum, ...

... besucht Wagner-Opern, plant selber Dramen und schlendert durch die Straßen Wiens, das im letzten Glanz der K+K-Monarchie erstrahlt.

Als das Geld, das ihm seine Tante Johanna zugesteckt hat, aufgebraucht ist, haust er in Männerwohnheimen. Mit dem Malen von Postkarten hält er sich mehr schlecht als recht über Wasser.

Den 1. Weltkrieg empfindet der gescheiterte Künstler als Erlösung. Hitler, der inzwischen in München lebt, noch immer ohne Beruf, ohne Zukunftsaussichten, meldet sich rasch freiwillig zur Bayrischen Armee.

Die Kriegsjahre werden für ihn "die unvergesslichste und größte Zeit meines irdischen Lebens". Nahrung und Kleidung werden gestellt, und zum ersten Mal in seinem Leben erfährt er wohl so etwas wie ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Allerdings bleibt "Adi", wie er genannt wird, auch für seine Kameraden ein Sonderling. Über Stunden hockt er lesend oder brütend im Unterstand oder bringt dem Terrier Foxl, der ihm über die Frontlinien zugelaufen ist, Kunststücke bei.

Noch Jahrzehnte später hält Hitler gerne Monologe über seine Fronterfahrungen, über die er "maßlos glücklich" sei.

Wenn er für die Deutschen einen Wunsch haben dürfte, betont er, dann den, dass sie alle fünfzehn bis zwanzig Jahre einen Krieg erleben dürften.

"Was für das Mädchen die Begegnung mit dem Mann, das ist für ihn der Krieg", sagt er später.

Der 1. Weltkrieg, in dem Hitler mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse und einer Beförderung zum Gefreiten belohnt wird, endet allerdings nicht in seinem Sinne.

Das Kaiserreich bricht zusammen, ...

... in Russland kommen die Bolschewiki an die Macht.

In Deutschland wehen rote Fahnen, in Bayern regiert eine Räterepublik.

Als Hitler nach einer Senfgasverwundung am 19. November 1918 das Lazarett in Pasewalk verlässt, erwartet ihn nichts Gutes: Auf seinem Konto liegen Ersparnisse von 15 Mark und 30 Pfennigen, mit fast 30 Jahren hat er keinen Beruf, keine Freunde, zu seiner Familie pflegt er keinen Kontakt.

Doch das Glück ist ihm hold. Er kann vorerst in der Truppe bleiben, bei Schulungen für Propaganda-Redner entdeckt er ein Talent: "Ich konnte reden", sagt er später.

Viele Zuhörer hängen an seinen Lippen, schnell gilt Hitler als "geborener Volksredner". Diesen Ruf festigt er bei der Deutschen Arbeiterpartei (DAP), dessen Gründer Anton Drexler gleich begeistert ausruft: "Mensch, der hat a Gosch'n, den kunt ma braucha."

Wenig später wird Hitler das 55. Mitglied der Partei, schnell steigt er auf. Er nennt die DAP in NSDAP um und lässt sich zum Vorsitzenden ernennen, der nach Gutdünken schalten und walten kann. Fortan agiert er in Bierkellern und wird schnell zu einer lokalen Berühmtheit.

Seine Themen sind immer dieselben: Die Demütigung Deutschlands, das nach dem Versailler Vertrag 1919 Gebiete abtreten und hohe Reparationen zahlen muss, Verrat und Revolution, "Novemberverbrecher" und "jüdische Halsabschneider".

Dem Niedergang Deutschlands stellt er eine nationale Wiedergeburt entgegen, durch Kampf, Entsagung und Willenskraft.

Dabei macht Hitler von Anfang an keinen Hehl aus seiner antisemitischen Weltanschauung.

"Und denken Sie nicht, dass Sie die Rassentuberkulose bekämpfen können, ohne zu sorgen, dass das Volk frei wird von dem Erreger der Rassentuberkulose. ...

... Das Wirken des Judentums wird niemals vergehen, und die Vergiftung des Volkes nicht enden, solange nicht der Erreger, der Jude, aus unserer Mitte entfernt ist", verkündet er etwa im August 1920 unter dem Jubel der tobenden Massen.

Sein Propagandafeldzug gegen das "System" und den Bolschewismus füllt die Säle und entspricht den Erwartungen vieler, die von der Weimarer Republik enttäuscht sind ...

... und unter der wirtschaftlichen Not und Hyperinflation leiden.

Bald wird die Lokalgröße Hitler, der gerne mit Reitpeitsche und Lederhosen auftritt und dabei, so der Historiker Ian Kershaw, wie ein "exzentrischer Gangster" aussieht, auch im Rest der Republik bekannter.

Am 8. November 1923 stürmt er mit einem Trupp von Männern mit Stahlhelmen den Bürgerbräukeller, wo er mit einer Pistole herumfuchtelt, in die Decke schießt und die bayrische Regierung für abgesetzt erklärt.

Danach geht allerdings fast alles schief bei dem dilettantisch geplanten Putsch. Hitler und viele andere Putschisten, unter ihnen General Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff, werden verhaftet, die NSDAP verboten. Hitler, so scheint es, ist erledigt.

Er verschwindet hinter Gefängnismauern in Landsberg. Doch die Justiz zeigt sich gnädig. Die Richter würdigen ihn als einen Mann, der sich "durch rein vaterländischen Geist und edelsten Willen" auszeichne, und verurteilen ihn zu fünf Jahren Haft.

Im Gefängnis erhält er eine Vorzugsbehandlung und schreibt "Mein Kampf", in dem er seine Pläne zur Unterjochung Osteuropas und zum Rassenkampf darlegt.

In dieser Zeit festigt Hitler nicht nur seine Weltanschauung, sondern glaubt auch immer mehr selbst an seine Mission.

Statt lediglich ein "Trommler" zu sein für einen kommenden nationalen Führer, sieht er sich nun selbst in dieser Rolle, in einer Linie mit Friedrich dem Großen und Otto von Bismarck.

Er muss nur noch die Deutschen von seiner Erlöserrolle überzeugen.

Wahrscheinlich wäre ihm das kaum geglückt, spielte ihm nicht die Weltwirtschaft in die Hände.

Denn die vergleichsweise ruhigen Jahre der Weimarer Republik ab 1923, die "Goldenen Zwanziger Jahre", die doch nie so golden waren, finden 1929 ein jähes Ende.

Am 24. Oktober bricht die Börse in New York zusammen, wenig später erreichen die Schockwellen Deutschland.

Da die deutsche Wirtschaft von kurzfristigen US-amerikanischen Krediten abhängt, hat der Kurssturz katastrophale Folgen:

Im Januar 1930 gibt es rund viereinhalb Millionen Arbeitslose, den radikalen Parteien strömen die Anhänger zu.

Auf den Straßen liefern sich Kommunisten und Nationalsozialisten offene Straßenschlachten, ...

... politische Morde sind an der Tagesordnung.

In der Republik herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände.

Hitler, der aus dem gescheiterten Putsch die Lehre gezogen hat, dass er nur auf legale Weise an die Macht kommen könne, profiliert die NSDAP als radikalste Stimme der Rechten.

Bei den Reichstagswahlen im September 1930 steigert sie sich gegenüber 1928 um fast 16 Prozentpunkte und erhält 18,3 Prozent der Stimmen.

Die Ergebnisse der "Erbitterungs-Wahlen" sind eine Sensation.

Hitlers Name ist in aller Munde.

1932 dann der große Erfolg: Bei der Reichstagswahl im Sommer werden die Nationalsozialisten mit 37,3 Prozent der Stimmen die stärkste Partei - ein Sieg, den Hitler allerdings nicht in konkrete Erfolge ummünzen kann.

Er will nur die Kanzlerschaft, die die rechtskonservative "Regierung der Barone" unter Franz von Papen ihm aber verweigert.

Für Reichspräsident Paul von Hindenburg ist der Parvenü Hitler ein "böhmischer Gefreiter", der höchstens Postminister werden könne.

Anfang 1933 jedoch wendet sich das Blatt. Nationalkonservative in Wirtschaft und Politik erhoffen sich, dass ein Kabinett Hitler Stabilität bringen könne und dass sie ihn mit Papen als Vizekanzler "einrahmen" können.

Am 30. Januar wird Hitler als Kanzler vereidigt, ...

... in einem triumphalen Fackelzug marschiert seine SA am selben Abend durch das Brandenburger Tor, was den Maler Max Liebermann zu dem legendären Spruch veranlasst: "Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte."

General Ludendorff warnt Hindenburg vor den Konsequenzen: "Ich prophezeie Ihnen feierlich, dass dieser unselige Mann unser Reich in den Abgrund stürzen und unsere Nation in unfassbares Elend bringen wird. ...

... Kommende Geschlechter werden Sie wegen dieser Handlung in Ihrem Grabe verfluchen."

Papen aber ist voller Zuversicht: "Ich habe das Vertrauen Hindenburgs. In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht."

Es kommt bekanntlich anders: In unvorstellbar kurzer Zeit lässt sich das deutsche Volk vollständig entmachten.

Als in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar - unter bis heute nie ganz geklärten Umständen - der Reichstag in Flammen aufgeht, ergreift Hitler die Gelegenheit beim Schopf und spricht von einem "gottgegebenen Zeichen".

"Wenn dieser Brand, wie ich glaube, das Werk der Kommunisten ist, dann müssen wir diese Mörderpest mit eiserner Faust vernichten!"

Noch am selben Tag erlässt er die Reichstagsbrandverordnung, die die Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft setzt.

Politische Gegner werden gnadenlos verfolgt und in die ersten "wilden" Konzentrationslager gesteckt.

Kurz nach dem "Tag von Potsdam", an dem sich Hitler noch demütig vor Hindenburg verneigt, stimmt der Reichstag am 24. März dem Ermächtigungsgesetz zu. Außer der SPD – die Mandate der KPD sind inzwischen annulliert - votieren alle Parteien für ihre Selbstentmachtung.

Im Sommer 1933 sind alle Parteien mit Ausnahme der NSDAP entweder verboten oder haben sich selbst aufgelöst, ...

... fast jede gesellschaftliche oder politische Organisation wird von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet.

Die Bücher verfemter Autoren werden verbrannt und verboten, ...

... "entartete Kunst" muss der Darstellung germanischer Kämpfer weichen.

1934 lässt Hitler in einer "Nacht der langen Messer" den SA-Führer und Duz-Freund Ernst Röhm wegen eines angeblichen Putschversuchs zusammen mit vielen SA-Führern und dem ehemaligen Reichskanzler Kurt von Schleicher ermorden.

Die letzte innerparteiliche Bedrohung ist ausgeschaltet.

Nach dem Tod von Reichspräsident Hindenburg am 2. August 1934 geht der Oberbefehl über die Reichswehr auf Hitler über, ...

... anstelle des Eides auf die Verfassung schwören nun Soldaten, Beamte und Minister dem "Führer des Deutschen Reichs und Volkes, Adolf Hitler", Treue und Gehorsam.

Hitler, der unscheinbare Gefreite, hat es geschafft. Nach knapp eineinhalb Jahren steht er unangefochten an der Spitze Deutschlands.

Auf dem Reichsparteitag in Nürnberg, ...

... den Leni Riefenstahl mit ihrem "Triumph des Willens" grandios in Szene setzt, ...

... umjubeln ihn die Massen wie einen Messias.

Bei seinen öffentlichen Reden legt er eine "Art Begattungshunger" an den Tag, so der Historiker Joachim Fest.

Mit der Zeit erliegt Hitler selbst am meisten dem um ihn geschaffenen Führerkult.

Sein Selbstbewusstsein wächst und wächst.

Abschätzige Bemerkungen über den Reichsgründer Otto von Bismarck zeigen, dass er sich diesem inzwischen eindeutig überlegen fühlt.

Nachdem Hitler in seinen ersten Jahren als Reichskanzler noch halbwegs regelmäßig gearbeitet hat, ...

... bricht nun wieder der Bohemien in ihm durch.

Kabinettssitzungen hält er kaum mehr ab, manche Minister müssen Jahre warten, bis sie einen Termin bei ihm bekommen. Untereinander dürfen sich die Minister noch nicht einmal zu einem Bier treffen.

Hitlers Adjutanten bestimmen, wen sie zu ihm lassen.

Besonders von Müßiggang geprägt ist das Leben auf dem "Berghof" am Obersalzberg, wie sich sein Adjudant Fritz Wiedemann erinnert.

"Dort kam er grundsätzlich erst gegen 14 Uhr aus seinem Zimmer. ...

... Dann ging's zum Essen. ...

... Den Nachmittag füllte meist ein Spaziergang aus, und abends wurden gleich nach dem Abendessen Filme vorgeführt."

Die Spaziergänge führen dabei stets bergab, hasst doch Hitler körperliche Betätigung und fürchtet, sich zu blamieren.

Ein Wagen bringt dann Hitler und seine Entourage wieder zum "Berghof" zurück, wo er oft in endlosen Monologen seine Anschauungen darlegt oder in Kriegserinnerungen schwelgt.

Magda Goebbels, obwohl selbst eine glühende Anhängerin Hitlers, beschwert sich über die Langeweile, die diesen umgibt.

"Fast immer redet er. Und er kann Führer sein, so viel er will, schließlich wiederholt er doch immer die gleichen Dinge und ödet seine Zuhörer an."

Hitler aber ist mehr und mehr von seiner Mission überzeugt.

"Ich gehe mit traumwandlerischer Sicherheit den Weg, den mich die Vorsehung gehen heißt", verkündet er 1936.

Die Olympischen Spiele in Berlin im selben Jahr nutzt er als eine große Inszenierung für sich und sein Regime.

Die Vorsehung scheint Hitler auch in der Außenpolitik wohlgesonnen.

Mit einer Mischung aus Frechheit, Drohungen und Vabanquespiel erreicht er nach und nach eine Revision des Versailler Vertrags ...

... und bestätigt damit den Eindruck vieler Deutscher, dass dem "Führer" alles gelingt.

1935 spricht sich das Saarland in einer Abstimmung für eine Rückkehr ins Reich aus.

Wenig später führt Deutschland die allgemeine Wehrpflicht wieder ein. Im März 1936 marschieren 30.000 Soldaten der Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland ein, ohne dass Frankreich reagiert.

Zwei Jahre später, im März 1938, zieht Hitler unter den Jubelschreien euphorisierter Massen in seine Heimat Österreich ein, wo er sogleich die österreichische Armee auf sich vereidigt.

Die "Szenen der Begeisterung, die sich beim Einzug Hitlers abspielten, spotten jeder Beschreibung", schreibt damals ein Schweizer Augenzeuge. "Überall erschallte: Wir wollen unseren Führer sehen!"

Hitler selbst schließt seine Rede unter dem tumultartigen Jubel der Massen: "Als der Führer und Kanzler der deutschen Nation und des Deutschen Reiches melde ich vor der Geschichte nunmehr den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich."

Im Sommer 1938 zeigt sich immer klarer, dass Hitlers Außenpolitik auf Expansion und Krieg zielt.

Die Rüstungswirtschaft braucht Rohstoffe, die NS-Politik setzt von Anfang an auf die Eroberung von "Lebensraum" im Osten.

In dem Münchner Abkommen im September 1938 können London, Paris und Rom noch mit einer Politik des "Appeasement" in letzter Minute einen Krieg verhindern, indem sie ihr Bündnis mit der Tschechoslowakei preisgeben.

Hitler verleibt sich daraufhin die Sudetengebiete ein, ...

... wo er triumphal empfangen wird.

Doch all diese Erfolge reichen ihm nicht. Er will den Krieg, von dem er schon so lange träumt.

Kurz darauf verkündet er im kleinen Kreis, es sei notwendig, die psychische Disposition des deutschen Volkes zu ändern und ihm die Erkenntnis zu vermitteln, dass "die innere Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien" beginnt.

Kein Jahr später, am 1. September 1939, überfallen deutsche Wehrmachtssoldaten Polen, ...

... wieder bejubelt von "Volksdeutschen".

Hitler verfolgt die Kämpfe aus der Ferne ...

... und vor Ort ...

... und genießt sichtlich den deutschen Triumph, der Millionen Polen das Leben kosten soll.

Der Einmarsch in Polen ist der Auftakt zum 2. Weltkrieg, zu Kämpfen in Nord- und Westeuropa.

Kein Jahr später, am 14. Juni 1940, besetzen die Deutschen Paris beinahe kampflos.

Als Hitler die Nachricht von der Kapitulation Frankreichs erfährt, vollführt er einen Freudentanz, und Generaloberst Wilhelm Keitel erklärt ihn zum "größten Feldherrn aller Zeiten".

"Jetzt haben wir gezeigt, wozu wir fähig sind", erklärt Hitler kurz darauf dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht.

"Glauben Sie mir, Keitel, ein Feldzug gegen Russland wäre dagegen ein Sandkastenspiel."

Am 22. Juni 1941 ist es so weit. Die Wehrmacht greift die Sowjetunion an.

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom August 1939, der die Aufteilung Polens besiegelt, wird über Nacht außer Kraft gesetzt.

Das "Unternehmen Barbarossa" beginnt, ...

... ein gnadenloser Raub- und Vernichtungskrieg.

Es ist der Krieg, den Hitler seit den 1920er Jahren geplant hat, um ein "blockadefestes Großimperium" bis zum Ural und über den Kaukasus hinaus zu errichten.

Große Teile der dort lebenden Bevölkerung sollen getötet, oder versklavt werden, um so der deutschen Kolonisation den Weg zu ebnen.

"Was für England Indien war, wird für uns der Ostraum sein", schwärmt Hitler im August 1941.

Dabei bemüht sich die NS-Propaganda, den Angriff auf die Sowjetunion als einen Krieg gegen den "jüdischen Bolschewismus" und die "asiatische Barbarei" zu überhöhen.

Tatsächlich offenbart der Krieg von Anfang an eine unvorstellbare deutsche Barbarei.

Dörfer und Städte werden niedergewalzt, Zivilisten verschleppt und ermordet, Millionen russische Soldaten verhungern in deutscher Gefangenschaft.

Mit dem Krieg einher geht die gnadenlose und systematische Vernichtung der Juden, die Hitler schon in seinen Bierkellerzeiten gefordert hatte.

Direkt nach Hitlers Machtübernahme hatten schon begeisterte SA-Führer mit der Drangsalierung und Verfolgung der Juden in Deutschland begonnen.

Anfang April 1933 boykottieren sie jüdische Geschäfte und Einrichtungen, mit dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" wenig später werden jüdische Beamten aus dem Staatsdienst entfernt.

Wer kann und weitsichtig genug ist, verlässt das Land.

Doch der Großteil der Juden vertraut fatalerweise auf die Vernunft einer Nation, die Denker und Dichter wie Kant und Goethe hervorgebracht hatte.

Es folgen die Nürnberger Gesetze, die Reichspogromnacht 1938, ...

... und mit dem Krieg im Osten immer schärfere Repressalien.

Im Januar 1939 droht Hitler mit der "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa", sollte es zu einem Krieg kommen.

Bei einer Rede im Sportpalast kündigt Hitler 1942 an, dass das "Ergebnis dieses Krieges die Vernichtung des Judentums sein wird. ...

... Zum ersten Mal wird diesmal das echt altjüdische Gesetz angewendet: Aug' um Aug', Zahn um Zahn."

Schon nach ihrem Überfall auf Polen sperren die Deutschen Juden in Ghettos und töten sie zu Tausenden.

Nach der Wannseekonferenz Anfang 1942, auf der die "Endlösung der Judenfrage" beschlossen wurde, beginnt nun die systematische Ermordung von Millionen in eigens errichteten Vernichtungslagern.

Auch wenn kein schriftlicher Befehl Hitlers zur konkreten Judenvernichtung gefunden wurde, so ist doch seine Verantwortung an dem Völkermord unumstritten.

Im Gegensatz zu militärischen Fragen, bei denen er sich ständig einmischte, braucht er sich nicht an der Schmutzarbeit des Holocaust zu beteiligen.

Dies erledigen andere nur zu willfährig für ihn.

Ein Interesse an den Schattenseiten seiner Politik entspricht auch weder seinem Stil noch seinen Neigungen, so der Historiker Kershaw.

Genausowenig wie er Schnittblumen um sich erträgt, weil er "keine Leichen rumstehen haben" will, wie sich seine Sekretärin Traudl Junge später erinnert, möchte er die grausigen Seiten seiner Vernichtungspolitik mit eigenen Augen ansehen.

In ähnlicher Form zeigt sich dieser Widerwille vor der kruden Realität auch, als die Nachrichten von der hoffnungslos überdehnten Front immer desaströser werden.

Die katastrophalen Niederlagen in Stalingrad 1943 und in Nordafrika, ...

... die dauerhaften Bombardierungen deutscher Städte machen inzwischen auch den gläubigsten Nationalsozialisten klar, dass sich das Glück des "größten Kriegsherrn aller Zeiten" wendet.

Doch Hitler ist nicht bereit, den Tatsachen ins Auge zu sehen.

Trotz inständiger Bitten weigert er sich, verletzte Soldaten oder Opfer der Bombardierungen zu besuchen.

Wenn er im Sonderzug durchs Land reist, sind die Jalousien geschlossen.

Ist er in Berlin unterwegs, sucht der Chauffeur Straßen, die noch möglichst unversehrt sind - ein zunehmend schwieriges Unterfangen.

Die unerfreulichen Nachrichten gehen an Hitler nicht spurlos vorbei.

Immer mehr deuten Symptome darauf hin, dass er an Parkinson leidet. Seine linke Hand zittert unaufhörlich, schleppend zieht er sein linkes Bein nach.

Die 28 verschiedenen Tabletten, die er täglich schluckt, halten seinen Verfall nicht auf.

Auch das Attentat vom 20. Juli 1944, dem er ...

... – wie zuvor schon dutzenden anderen Anschlägen – ...

... knapp entkommen kann, hinterlässt seine Spuren.

Mehr und mehr zeigt er sich verbittert, ...

... in unkontrollierten Wutausbrüchen schimpft er über die militärische Führung, Verräter und das deutsche Volk überhaupt.

Wenn dieses unfähig sei zu siegen, habe es halt den Untergang verdient.

Das Problem, dem sich Deutschland gegenübersehe, müsse entweder zu Deutschlands Vorteil gelöst werden oder aber zur "Vernichtung" des Landes führen, verkündet er 1944 in einem seiner endlosen Monologe.

Es zeigt sich, was Sebastian Haffner schon 1940 vorhersagte: "Hitler ist der potenzielle Selbstmörder par excellence. Er hat keine Bindungen außer an sein Ego."

Lange klammert sich Hitler zwar noch an die Hoffnung auf die Wunderwaffe, die den "Endsieg" bringen soll.

Anfang Januar 1945 gibt er jedoch klar zu, dass der Krieg verloren ist:

"Die Übermacht ist zu groß. Ich bin verraten worden."

Dennoch weigert er sich, aufzugeben: "Wir kapitulieren nicht, niemals. ...

... Wir können untergehen. ...

... Aber wir werden eine Welt mitnehmen."

Hitler wartet mit seinem Untergang, bis die Schüsse der sowjetischen Truppen schon seinen Bunker in der Wilhelmstraße erschüttern.

An seinem Schäferhund Blondi, dem wohl einzigen Lebewesen, dem er zuletzt nahesteht, lässt er eine Messingkapsel mit Blausäure ausprobieren. Das Gift wirkt, der Hund fällt sofort tot um.

Am nächsten Tag, am 30. April, schluckt seine langjährige Geliebte Eva Braun, die er inzwischen geheiratet hat, eine Giftkapsel.

Er selbst schießt sich - um der gefürchteten Gefangennahme zu entkommen - mit einer Walther-Pistole in die rechte Schläfe. An seiner Brust prangt das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

Das Leichenbegängnis fällt denkbar knapp aus.

Unter einem unaufhörlichen Granatenregen werden vor dem Bunker die Leichen des Ehepaars Hitler mit Benzin übergossen und verbrannt.

Als die sowjetischen Sieger am 2. Mai im Garten der Reichskanzlei eintreffen, finden sie trotz intensiver Suche nur noch eine Zahnbrücke Hitlers.

Mehr bleibt nicht von dem Mann, der die Welt in einen unfassbaren Abgrund geführt hat und gezeigt hat, wie brüchig die Fassade der Zivilisation ist.

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