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Dienstag, 04. Juli 2017

Raketen, Atomwaffen, Kim Jong Un: Nordkorea zündet die Interkontinentalrakete

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Wieder einmal macht Nordkorea von sich reden. (Foto: REUTERS)

Wieder einmal macht Nordkorea von sich reden.

Wieder einmal macht Nordkorea von sich reden.

Das Land testet nach Angaben aus Südkorea erneut eine ballistische Rakete.

Aus Pjöngjang heißt es gar, man habe erstmals erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet - eine Rakete also, die auch die USA erreichen könnte.

Die Hwasong-14-Rakete, die hier auf Bildern der nordkoreanischen Regierungsagentur zu sehen sein soll, ...

... habe eine Höhe von 2800 Kilometern erreicht ...

... und ihr Ziel nach genau 39 Minuten Flugzeit präzise getroffen, heißt es weiter.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, der den Test persönlich überwacht haben soll, ...

... provoziert damit mal wieder den Süden, ...

... vor allem aber die USA an deren Nationalfeiertag, dem 4. Juli.

US-Präsident Donald Trump meldet sich schnell zu Wort - auf Twitter: "Hat der Typ nichts besseres zu tun?", fragt er. "Schwer zu glauben, dass sich Japan und Südkorea das länger mit ansehen."

Tatsächlich reagieren die Nachbarn, hier Japans Premier Shinzo Abe, entrüstet.

Wichtiger noch ist jedoch ein Nachsatz Trumps: "Hoffentlich wird China mit einer entschlossenen Reaktion den Nonsens beenden", schreibt er.

Schon seit Monaten fordert der US-Präsident von Peking einen schärferen Kurs im Umgang mit Kim Jong Uns Regime.

Denn es scheint fast so, als wolle Pjöngjang seit dem Amtsantritt Trumps immer wieder dessen Reaktion testen.

Schon im Februar - kurz nach Trumps Vereidigung - unternahm das Land einen Versuch mit einer ballistischen Rakete.

"Nordkorea ist ein großes, großes Problem. Wir werden uns sehr nachhaltig darum kümmern", sagte Trump damals.

Doch eine Lösung des Konflikts ist ohne China nicht machbar - es ist der engste Verbündete des isolierten ostasiatischen Landes.

Doch was tut Peking? Zuletzt reagierte man mit eigenen Zwangsmaßnahmen gegen Nordkoreas Regime - was vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

Nach etlichen Atom- und Raketentests scheint man selbst in Peking langsam die Geduld zu verlieren.

Bisher ließ sich Pjöngjang von Drohungen und Sanktionen aber nicht abschrecken. Der neuerliche Test reiht sich vielmehr ein in eine Serie von Raketenversuchen und Atomtests des Militärregimes (hier eine Rakete vom Typ Pukguksong-2).

Etwa seit der Jahrtausendwende arbeitet Nordkorea - noch unter Kim Jong Il, dem Vater des aktuellen Machthabers - verstärkt an neuen Raketen und Atomwaffen.

1998 hatte erstmals eine Rakete vom Typ Taepodong-1 Japan überflogen - angeblich wurde so erfolgreich ein Satellit ins All gebracht, was international aber angezweifelt wurde.

Im Februar 2005 gab das Land bekannt, über einsatzfähige Kernwaffen zu verfügen und diese testen zu wollen, nachdem es jahrelang auch an Atomanlagen gebaut hatte.

Einen ersten Versuch führte das Land 2006 durch - internationale Experten konnten jedoch nur eine Detonation bestätigen. Ob diese atomaren oder konventionellen Ursprungs war, blieb unklar.

Ohnehin handelte es sich demnach um eine Bombe mit eher geringer Sprengkraft.

Der Test rief, wie auch ein weiterer Versuch drei Jahre später, scharfe internationale Kritik, eine UN-Resolution und Sanktionen nach sich - südkoreanische Experten besichtigen hier 2009 die nordkoreanische Atomanlage in Youngbyon.

Alle Proteste brachten aber nicht viel: Obwohl Pjöngjang 2012 - nun unter Kim Jong Un - ein Moratorium für die Anreicherung von Uran unterzeichnete, …

… bezeichnete es sich noch im selben Jahr als Atommacht und zündete 2013 wohl erneut eine Atombombe.

Gleichzeitig testete das Land neue Interkontinentalraketen des Typs Taepodong-2. Sie können mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden - und sollen inzwischen sogar in der Lage sein, die US-Westküste zu erreichen.

Nordkorea freilich behauptet, die ballistische Rakete diene wissenschaftlichen Zwecken.

Mehrfach sollen mit einer Taepodong-2 - unter den Namen Unha-2 oder Unha-3 - Satelliten ins All gebracht worden sein.

Als international bestätigt gelten zumindest ein Fehlversuch im April 2012, aber auch erfolgreiche Raketenstarts im Dezember 2012 (Bild) und im Februar 2016.

Jener letzte Test fiel in eine besonders angespannte Zeit. Kurz zuvor, am 5. Januar 2016, testete Nordkorea nach eigenen Angaben erfolgreich eine Wasserstoffbombe.

Im April des Jahres folgte der Test einer Hilfsrakete für die Interkontinentalrakete KN-14.

Schließlich startete das Land noch im selben Monat erfolgreich eine ballistische Rakete von einem U-Boot aus.

Im September 2016 folgte ein weiterer Atombombentest - es soll der insgesamt fünfte gewesen sein.

Internationale Drohungen dagegen verliefen stets im Sande.

Nach mehr als zwanzig Raketentests und zwei Atomtests im Jahr 2016, setzte das Land seine Provokationen auch im Folgejahr unvermindert fort.

Im Februar 2017 wurde nach eigenen Angaben eine Pukguksong-2, eine "ballistische Mittel-Langstrecken-Rakete", erfolgreich ins Japanische Meer gefeuert.

Der Raketentyp soll nicht nur atomar bestückbar sein, sondern erstmals auch mit einem Festbrennstoff angetrieben werden. Das verkürzt drastisch die Vorbereitungszeit vor einem Raketenstart - und damit die Zeit, in der das Ausland darauf reagieren kann.

Die Volksarmee könne ihre strategischen Pflichten jetzt "präziser und schneller an jedem Ort ausführen: unter Wasser oder auf dem Land", sagte Kim damals laut offizieller Darstellung.

Solche markigen Worte sind Teil der Provokation - und der Selbstvergewisserung des Regimes. Nahezu feierlich werden neue Raketentests im Staatssender verkündet.

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA untermauert die "Erfolgsgeschichten" regelmäßig mit spektakulären Bildern, …

… auf denen sich nicht selten Machthaber Kim als Herr der Lage zeigt.

Regelmäßig verkündet er neue Drohungen gegen Südkorea oder die USA - und die Durchführung weiterer Raketentests, ...

... die schließlich in einer atomaren Interkontinentalrakete münden sollen.

Allerdings ist unklar, wie nah Nordkorea diesem Ziel bereits ist - denn es braucht dazu nicht nur funktionierende Langstreckenraketen, sondern auch passende Atomsprengköpfe.

In den USA glaubt man, dass das Land inzwischen zumindest atomar bestückte Mittelstreckenraketen erfolgreich abfeuern kann, ...

... was in den Nachbarländern für Unruhe sorgt (hier ein Raketenabwehrsystem MIM-104 Patriot vor dem Verteidigungsministerium in Tokio).

In Südkorea wappnet man sich mit einem gemeinsam mit den USA entwickelten Abwehrsystem gegen die Bedrohung aus dem Norden.

Man kann nur hoffen, dass es nie zum Einsatz kommt.

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