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Die Revolution mit nackten Brüsten: So wurde Femen den Patriarchen los

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So kennt man die Femen-Aktivistinnen. (Foto: REUTERS)

So kennt man die Femen-Aktivistinnen.

So kennt man die Femen-Aktivistinnen.

Mit nackten Körpern demonstrieren sie seit 2008 gegen Prostitution und männliche Unterdrückung. Die Protestaktionen von Femen ...

... sind berüchtigt. Bilder wie diese garantieren ihnen ...

... weltweite Aufmerksamkeit.

Wie bekannt wurde, litten die Aktivistinnen jahrelang unter einem starken Mann an der Spitze ihrer Organisation.

Der Dokumentarfilm "Die Ukraine ist kein Bordell", der bei den Filmfestspielen in Venedig vorgestellt wurde, erzählt die Geschichte.

Demnach war Wiktor Swjatskij, der anfangs lediglich als Berater im Hintergrund agierte, bis zum Sommer 2012 der Chef der Gruppe.

"Es ist seine Bewegung und er hat die Mädchen selbst ausgewählt. Er wählte die schönsten Mädchen aus, weil die schönsten Mädchen die meisten Zeitungen verkaufen", sagte Filmemacherin Kitty Green dem "Independent".

Mit dieser Strategie habe Swjatskij das Image produziert, das nötig gewesen sei, um Femen als Marke zu verkaufen.

In den Film klagen die Frauen darüber, dass Swjatskij sie schlecht behandelt, angeschrien und als Schlampen beschimpft habe. Eine Aktivistin sagt sogar: "Wir waren psychologisch abhängig von ihm."

Und was sagt Swatskij zu den Vorwürfen?

"Diese Frauen sind schwach. Sie haben keine Charakterstärke. Sie haben nicht einmal den Wunsch, stark zu sein. Stattdessen zeigen sie Unterwürfigkeit", sagt er in dem Film.

Als Green ihn interviewt, räumt Swatskij sogar ein, Femen auch gegründet zu haben, um Frauen aufzureißen. Was für ein Widerspruch!

Ausgerechnet die Femen-Frauen, die einen expliziten Kampf für Frauenrechte führen, fügten sich einem autoritären Anführer?

"Ja, wir waren Opfer eines Patriarchen. Das war uns lange peinlich und unangenehm", sagt Alexandra Schewtschenko (Bild), eine der prominentesten Aktivistinnen, im Gespräch mit n-tv.de.

"Unsere Geschichte zeigt: Selbst die stärksten Feministinnen können Opfer einer männlichen Diktatur werden."

Laut Schewtschenko hat die Gruppe schließlich den Schlussstrich gezogen und Swjatskij rausgeschmissen.

"Wir hatten Angst", sagt Schewtschenko, "aber jetzt sind wir frei und haben unsere innere Revolution vollzogen".

Der Filmemacherin sind die Femen-Frauen dankbar. "Sie hat uns Kraft gegeben, das Patriarchat loszuwerden."

Negative Konsequenzen wegen des Films befürchten Schewtschenko und ihre Mitstreiterinnen nicht. "Wir hätten das auch verheimlichen können, aber wir stehen zu unserer Geschichte, die Menschen müssen sie anerkennen. Uns ist es wichtig zu zeigen, wie leicht Feminismus entstehen kann."

Die Gruppe hat ihren Mittelpunkt inzwischen von Ost- nach Westeuropa verlagert. In neuen Basen in Paris und Berlin werden Aktivistinnen ausgebildet.

Von hier aus will die Frauenrechtsorganisation ihren Kampf gegen das Patriarchat, religiöse Diktaturen und die Sexindustrie fortsetzen.

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