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Intime Einblicke in die Schuldenkrise: Das Leben der Griechen

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In den Straßen von Athen spricht die Reuters-Fotografin Cathal McNaughton einen Taxifahrer an. "Ich teile mir das Taxi mit meinem Sohn", antwortet der 60-jährige Dasalakis Theodoros auf ihre Frage, wie er persönlich mit der Wirtschaftskrise umgeht. "So können wir 24 Stunden am Tag arbeiten, damit das alles funktioniert." (Foto: REUTERS)

In den Straßen von Athen spricht die Reuters-Fotografin Cathal McNaughton einen Taxifahrer an. "Ich teile mir das Taxi mit meinem Sohn", antwortet der 60-jährige Dasalakis Theodoros auf ihre Frage, wie er persönlich mit der Wirtschaftskrise umgeht. "So können wir 24 Stunden am Tag arbeiten, damit das alles funktioniert."

In den Straßen von Athen spricht die Reuters-Fotografin Cathal McNaughton einen Taxifahrer an. "Ich teile mir das Taxi mit meinem Sohn", antwortet der 60-jährige Dasalakis Theodoros auf ihre Frage, wie er persönlich mit der Wirtschaftskrise umgeht. "So können wir 24 Stunden am Tag arbeiten, damit das alles funktioniert."

Pauline Delli arbeitet als Krankenschwester in einer psychatrischen Klinik im Zentrum der griechischen Hauptstadt. "Ich lebe nur von Tag zu Tag", beschreibt die 32-jährige Griechin ihren Umgang mit Krise. "Ich denke nicht über die Zukunft nach."

Giannis Gerontidis ist 37 Jahre alt und betreut eine Fischfarm auf dem Land. Die Krise berührt ihn nur am Rande. "Ich spüre kaum größere Auswirkungen. Unsere Kunden sind wohlhabend und haben keine Probleme. Sie kaufen weiterhin unsere Produkte."

In Sparta trifft McNaughton Georgios Kanlopoulos. "Mich trifft die Krise nicht so schlimm", beschreibt der 55-Jährige seine Lage. "Ich arbeite als Bergführer, betreibe eine Autowerkstatt und führe ein Hotel. Das bedeutet für mich, ich habe mehr Optionen."

Für die 72-jährige Hausfrau Voula Stamatakos ist es nicht die erste Krise: "Meine Rente wurde gekürzt, aber ich versuche positiv zu denken."

Olivenbauer Dimitris Stamatakos lässt sich von McNaughton inmitten seines gepachteten Olivenhains ablichten. "Meine Frau und ich streiten oft übers Geld", gesteht der 36-Jährige der Fotografin. "Sie denkt, ich sollte mehr tun. Aber was soll ich denn noch machen? Ich komme gerade so zurecht."

Christina Tchatchou verdient ihren Lebensunterhalt als Sängerin und Schauspielerin. "Die Krise trifft mich nicht so schlimm", meint die 30-jährige Athenerin. "Ich habe vorher schon nicht viel Geld bekommen. Allerdings gibt es jetzt weniger Jobs."

Dimitris Kazakos arbeitet als Kellner im Zentrum der griechischen Hauptstadt. "Die Krise hat mein Leben dramatisch verändert", beschreibt der 31-Jährige die Auswirkungen. "Die Leute denken nun lieber zweimal darüber nach, ob sie zum Essen ausgehen oder ein Trinkgeld geben."

Den früheren Fleischermeister Christos Vassiliou trifft die Fotografin in einem Athener Einkaufszentrum. "Meine Rente wurde um 250 Euro pro Monat gekürzt", sagt Vassilou. "Wenn das so weitergeht, werde ich aus meiner Wohnung geworfen, weil ich mir die Miete nicht mehr leisten kann." Er ist 79 Jahre alt.

In einem seiner Gewächshäuser im ländlichen Griechenland sieht Gärtnerei-Besitzer Michalis Kourla die Lage deutlich entspannter. "Der Umsatz ist leicht zurückgegangen, aber alles in allem kommen wir zurecht."

"Meine Kunden können sich die Kursgebühren nicht mehr leisten", erzählt dagegen Kampfsport-Ausbilder Aris Christodoulou. McNaughton besucht den 39-Jährigen in seiner Kampfkunstschule in Athen. "Auf eine Gehalt müssen ich und meine Partner verzichten".

Nick Boudas stellt sich im westgriechischen Filiatra vor McNaughtons Kamera. Auf die Frage, wie sich die Wirtschaftskrise auf ihn persönlich auswirkt, antwortet der 54-jährige ehemalige Bäckerei-Lieferant: "Ich habe meine Arbeit verloren, ich habe alles verloren."

"Bis April 2011 war ich als Schauspieler und Sänger ganz gut im Geschäft", betont Phoevos Doudonis auf der Athener Akropolis. "Danach wurde es für mich schwierig, irgendeine Arbeit zu finden." Die Gagen seien um 70 bis 80 Prozent gefallen. "Und manche Theater zahlen überhaupt nichts", erzählt der 37-Jährige.

"Ich überlebe mehr, als dass ich lebe", schildert der 56-jährige Landwirt Georgios Andrianakis seine Lage. Seine Ziegenfarm liegt bei Stafania, einem typischen Dorf auf der Halbinsel Peloponnes.

Thanos Kechagias, 22, posiert mit Hund vor seiner Wohnung in der Hafenstadt Patras. "Meine Familie ist nach England gezogen", erzählt er der Fotografin. "Sie wollten dort Arbeit finden, nachdem unser Restaurant pleiteging. Ich bin zurück geblieben, um an die Universität zu gehen."

(Quelle: Cathal McNaughton, rts / www.cathalmcnaughton.com)

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