Bilderserie

"Der Mond spricht jetzt Russisch" : Die weiche Landung der Luna 9

Bild 1 von 26
Wenige Jahre nach der Sputnik-Mission (1957) und ...

Wenige Jahre nach der Sputnik-Mission (1957) und ...

Wenige Jahre nach der Sputnik-Mission (1957) und ...

... und nach Juri Gagarins Erstflug (1961) ...

... schreibt die Sowjetunion am 3. Februar 1966 erneut Raumfahrtgeschichte: Eine Sonde, die Luna 9, landet ...

... weich auf der narbigen Oberfläche des Mondes. Erstmals setzt ein von ...

... Menschen gebautes Objekt unbeschädigt und funktionsfähig auf dem Erdtrabanten auf. Als Luna 9 wenig später ...

... Signale und Fotos sendet, ist in Moskau der Stolz auf das technische Bravourstück groß. "Der Mond spricht jetzt Russisch", ruft ein Wissenschaftler begeistert. In der Raumfahrt beginnt eine neue Zeitrechnung.

Gut drei Jahre später betritt der erste Mensch den Mond. Die Eroberung des Erdtrabanten ist bis zu Luna 9 eine ...

... schmerzhafte Serie von Pannen. In einem kosmischen Wettlauf schießen die USA und die Sowjetunion Rakete um Rakete und ...

... Sonde um ...

... Sonde (hier die US-amerikanische Pioneer) Richtung Orbit. Doch die Flugkörper detonieren entweder in der Luft, verfehlen den Mond oder zerbrechen bei der Landung.

Die US-Sonden Ranger 3, 4 und 5 beispielsweise sollen 1962 hart auf dem Mond aufschlagen. Zwei von ihnen fliegen jedoch am Mond vorbei. Die dritte gerät ins Strudeln, dann bricht die Stromversorgung zusammen. Schließlich zerschellt sie auf der Mondoberfläche, ohne vorher Bilder gesendet zu haben.

Am 31. Januar 1966 dann hebt die insgesamt anderthalb Tonnen schwere Luna 9 vom Weltraumbahnhof Baikonur ab. Drei Tage später ...

... bremst der Apparat rund 75 Kilometer über dem Mond ab. Der 99 Kilo schwere Landekörper setzt punktgenau im "Meer der Stürme" auf - hier markiert mit dem roten Dreieck ganz links im Bild.

Als sich die Antennen entfalten, steht die 58 Zentimeter große Sonde wie eine exotische Blume in der Kraterlandschaft. 75 Stunden lang sendet das komplizierte Raumgefährt Messwerte. Dann ist die Batterie erschöpft. Vier Monate später ...

... ziehen die USA nach: Die Surveyor 1 landet auf dem Mond (hier auf irdischem Untergrund) und schickt ...

... Daten und Bilder zur Erde. Obwohl bis zum heutigen Tag zahlreiche Messungen durchgeführt und viele Fotos gemacht wurden und es ...

... inzwischen sechs bemannte Mond-Missionen gab (hier Apollo 15), ...

... ist uns der Mond "fremd geblieben", wie Forscher Iwan Uschakow sagt. "Wir haben das Rätsel seiner Herkunft noch nicht gelöst. Manche Fragen konnten wir zwar klären, aber jede neue Mission wirft weitere Probleme auf." Ein zentrales Geheimnis jedoch konnte schon mit Luna 9 gelüftet werden: ...

... wie tragfähig die Mondoberfläche ist. Lange fürchteten die Experten in Washington und Moskau, dass der Mond von haushohen Staubschichten bedeckt sein könnte, in denen ...

... Raumfahrzeuge, Geräte und Astronauten versinken würden (hier der Retroreflektor von Apollo 11). Dass dem nicht so ist, wurde klar, als ...

... Luna 9 stabil auf ihren Teleskop-Beinen stehen blieb und Fotos funkte. Diese übrigens erschienen nicht etwa in der sowjetischen Parteizeitung "Prawda" zuerst, sondern im britischen "Daily Express". Der britische Astronom ...

... Bernard Lovell hatte die Signale der Luna 9 mit einer Parabolantenne aus dem Äther gefischt. "Das sind die sensationellsten Fotos, die wir je hatten", kommentierte er.

Der Kreml war wenig begeistert. Dass englische Zeitungsleser die historischen Aufnahmen früher sehen als die von der Landemeldung aufgeregten Russen, gefiel der kommunistischen Führung ganz und gar nicht. Doch sie beruhigte sich, als die Bilder weltweit Bewunderung auslösten. Während man ...

... nachfolgende Mondsonden später an ihren Landeplätzen ausfindig machen konnte (wie etwa hier Luna 17), ist das ...

... bei Luna 9 nicht gelungen. Seit ihrer Mission gilt die Sonde als verschollen. Kanadische Experten der University of Western Ontario suchen sie seit Jahren mit Spezialgeräten. Bislang vergeblich. Doch sie geben die Hoffnung nicht auf. Ihr Credo: ...

... "Luna 9 hat einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung des Alls geleistet. Sie gehört zum Erbe der Menschheit." (asc/dpa)

weitere Bilderserien