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Samstag, 30. August 2014

"Labor des Lebens": Galápagos - Naturwunder im Pazifik

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Die Galápagos-Inseln sind Heimat für auffällige Vögel wie die Blaufußtölpel ... (Foto: dpa)

Die Galápagos-Inseln sind Heimat für auffällige Vögel wie die Blaufußtölpel ...

Die Galápagos-Inseln sind Heimat für auffällige Vögel wie die Blaufußtölpel ...

... und die Fregattvögel, ...

... für uralte Riesenschildkröten ...

... und für Meerechsen, die nur hier vorkommen.

Die aus Vulkanen entstandenen Inseln liegen etwa 1000 Kilometer westlich vor der Küste Ecuadors im Pazifik.

Zu ihrem Archipel gehören 14 größere und mehr als 100 kleine bis winzige Inseln. Nur 5 davon werden von insgesamt etwa 20.000 Menschen besiedelt.

Der Name Galápago (spanisch früher für Sattel) bezieht sich auf den Panzer, der bei der Galápagos-Riesenschildkröte wie ein Sattel gewölbt ist.

Offiziell heißen die Inseln seit 1892 zu Ehren von Christoph Columbus "Archipiélago de Colón" - Kolumbusarchipel.

Für den Naturforscher Charles Darwin waren die Galápagos-Inseln eine große Inspiration: ...

... Die erstaunliche Vielfalt der Lebewesen lieferten ihm Denkanstöße für sein 1859 erschienenes Werk "Über die Entstehung der Arten". (Darwin-Denkmal auf der Galápagos-Insel San Cristobal)

Seit 1978 gehören die Inseln dem Welterbe der Unesco an.

Auch mehr als 150 Jahre nach Darwins Reise zu dem Archipel hält die Natur dort noch viele Überraschungen bereit. Allein seit 2009 sind hier zehn neue Arten entdeckt worden.

Dutzende Wissenschaftler forschen auf dem Archipel unter Aufsicht des staatlichen Galápagos-Nationalparks. In einem der unberührtesten Habitate des Planeten beobachten sie die Ökosysteme der Inseln und deren tierische und pflanzliche Bewohner.

Regelmäßig trägt das geduldige Studium Früchte. So konnten im Juli 2014 Biologen der mexikanischen Universität San Nicolás und Ecuadors Umweltministerium die Existenz zweier bislang unbekannter Fischarten bestätigen: Der "Scorpaenodes sp" und der "Gobiamuros sp" wurden ...

... in den Gewässern und rund um die Riffe der Inseln San Cristóbal, Santa Cruz, Santa Fe, Española und Isabela gesichtet. Sie zählen nun zu den 2900 identifizierten Arten in dem Meeresreservat. Ein Viertel davon ist endemisch, also ausschließlich auf Galápagos verbreitet.

Zu den aufregendsten Entdeckungen der letzten Jahre zählt der Rosada-Drusenkopf. Forscher der italienischen Universität Tor Vergata ...

... fanden den pinkfarbenen Leguan 2009 im Vulkan "Wolf" auf der Insel Isabela. Mit ihrer Farbe hebt sich die Art deutlich von den schwarz-gelben Drusenköpfen der anderen Galápagos-Inseln ab. Ein Fund von solcher Besonderheit sei im 21. Jahrhundert überraschend, sagte der ecuadorianische Biologe Washington Tapia.

Mit dem "Bythaelurus giddingsi" wurde 2012 ein neuer Katzenhai katalogisiert, der in rund 400 bis 600 Metern Tiefe lebt. (im Bild: Katzenhai in einem Meerwasser-Aquarium)

Besonders ist auch der Fund einiger Korallenarten bei den Inseln Darwin und Wolf: Eine Art galt eigentlich als ausgestorben, dezimiert durch das ozeanerwärmende Klimaphänomen "El Niño".

Doch auf Galápagos hatte sie sich angepasst. Die Entdeckung legt laut dem Leiter des US-Forschungsteams, Terry Dawson, nahe, "dass einige Korallenarten widerstandsfähiger sind, als wir dachten".

Die Charles-Darwin-Stiftung veröffentlichte 2010 die Ergebnisse einer Arbeit über Flechten auf dem Archipel, mit der die Gruppe um zehn Arten reicher wurde.

2013 brachten Fischer den Behörden einen Fisch aus der Familie der "Uranoscopidae" mit rundem Maul und länglichem Körper, der sich von Exemplaren in anderen Teilen der Welt unterschied.

Ob er einer eigenen Art angehört, wird noch untersucht.

Nach mehreren Jahrzehnten auf der Insel Daphne meldete das Biologenpaar Peter und Rosemary Grant den Fund einer neuen Darwinfinken-Art.

Die Singvögel, die in Größe und Funktion ihres Schnabels von Insel zu Insel variieren, sind seit Darwin quasi der Klassiker unter den Forschungsobjekten auf Galápagos.

Nach einem Ende der Forschungserfolge sieht es nicht aus. Heute erleichtern Roboter die Arbeit in den Gewässern der vulkanischen Inseln.

Jeder Fleck, auf dem die Lava erkaltete und Lebensraum bildete, beherbergt Lebensformen, die Aufschluss über das Entstehen und die Anpassung der Natur geben könnten.

Es gibt unzählige Forschungsprogramme, etwa eines über die hydrothermischen Vorgänge in der Galapagos-Spalte der Tiefsee. Dort leben Tiere ohne Sauerstoff, Licht und mit Gasen und Flüssigkeiten von bis zu 400 Grad Celsius. Sie existieren nirgendwo sonst.

Dennoch sind viele Arten gefährdet. Der Mensch und ortsfremde Tiere wie Ziegen oder Ratten schädigen die Ökosysteme.

Als 2012 die Galápagos-Riesenschildkröte "Lonesome George" (hier 2001) im Alter von etwa 100 Jahren starb, befürchteten Forscher das Ende seiner Art, denn der "einsame George" hatte sich nicht mehr fortgepflanzt.

Später wurden aber 17 Schildkröten einer verwandten Unterart gefunden.

Auf den Inseln lebten einst 300.000 Riesenschildkröten. Die Population wurde jedoch im 18. und 19. Jahrhundert stark dezimiert, als Walfänger und Seeräuber die Schildkröten zum Verzehr auf ihre Schiffe holten.

Heute gibt es noch zwischen 30.000 und 40.000 Schildkröten von elf verschiedenen Arten auf den Inseln. Einige davon können bis zu 1,80 Meter lang und weit über 100 Jahre alt werden.

"Lonesome George" ist für die Forscher dennoch eine Lektion: Galápagos mag ein unerschöpfliches Labor sein, die Natur hier braucht unbedingt Schutz. (abe/dpa)

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