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Zu viel von allem: Problem Übergewicht

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Sie essen, sitzen und ... (Foto: REUTERS)

Sie essen, sitzen und ...

Sie essen, sitzen und ...

... liegen zu viel. So lautet die geläufige Meinung über Menschen mit Übergewicht.

Tastsächlich nehmen Menschen an Körpergewicht zu, wenn sie mehr Kalorien aufnehmen, als sie verbrauchen. Dann nämlich wird die Nahrung als Fettreserve im Körper eingelagert.

Das führt zu den lästigen Polstern überall am Körper, ...

... unter denen immer mehr Menschen weltweit leiden.

Obwohl der Anteil übergewichtiger Menschen vor allem in Industrienationen stetig steigt, ist Übergewicht gesellschaftlich verpönt und wird immer häufiger zu einem schwerwiegenden persönlichen Problem.

Es wird zum Unglücklichmacher.

Glücklich, gesund und vor allem leistungsfähig kann nur sein, wer schlank, kontrolliert beim Essen und möglichst auch noch sportlich ist, so die weit verbreitete Meinung.

Solche Wertevorstellungen kommen schon bei Kindern an.

Trotzdem wird in Deutschland bereits jedes fünfte Kind als übergewichtig eingestuft. Tendenz steigend!

Die Gründe, die für das wachsende Übergewicht von Experten genannt werden, zielen in der Mehrzahl auf den Lebensstil ab: falsche Ernährung, ...

... zu wenig Bewegung und ...

... zu viel Ablenkung durch moderne Unterhaltungstechnik werden am häufigsten genannt.

Doch trotz aller Aufklärung und Kampagnen werden die Menschen von Generation zu Generation immer schwerer.

Sämtliche Diäten bringen den meisten Betroffenen höchstens einen kurzfristigen Erfolg, langfristig jedoch mehr Gewicht als vor der Diät und damit auch mehr Frust.

So beginnt ein Teufelskreis, der kaum noch zu durchbrechen ist. Einerseits Abwertung und Stigmatisierung durch die Mitmenschen, andererseits Selbstzweifel, sozialer Rückzug und schließlich Einsamkeit.

In diesem Dilemma wird dann oftmals zum Essen als Trost gegriffen.

Das wiederum führt zu noch mehr Körpergewicht.

Der Leidensdruck von Menschen mit Übergewicht wird von zahlreichen Firmen ausgenutzt - mit Erfolg.

Durch verheißungsvolle Versprechungen wird ein besseres und leichteres Leben suggeriert und Hunderte verschiedene Abnehmmittel angeboten. Einige davon können sogar gesundheitsschädlich sein. Doch das Geschäft mit der Hoffnung floriert.

Auch Diät-Bücher finden reißenden Absatz. Es gibt so viele beschriebene Wunderstrategien, um abzunehmen, das man leicht den Überblick verlieren kann.

Erfindungen wie beispielsweise Teller mit Licht sollen die Zeit beim Essen und Kauen verlängern und so die Sättigung schneller herbeiführen. Helfen aber letztlich auch nicht.

Abnehmshows haben im TV gute Einschaltquoten.

Und bei allen Produkten, Formaten und Strategien wird eines suggeriert: Man muss es nur wirklich wollen, dann klappt es auch mit dem Abnehmen.

Gefüttert mit solchen Informationen steigen bei den Betroffenen die Selbstzweifel weiter an. Dadurch wachsen Bauchumfang und Frust trotz aller Bemühungen weiter.

Ist der Leidensdruck dann gar nicht mehr auszuhalten, wird auch schon mal zu gravierenderen Maßnahmen gegriffen ...

... und schließlich legt der Chirurg Hand beziehungsweise Skalpell an. Mit Magenbändern, -schrittmachern oder anderen invasiven Maßnahmen soll adipösen Menschen geholfen werden, ihr Problem in den Griff zu bekommen.

Weil die Aussichten, endlich als schlanker Mensch durchs Leben gehen zu können, so verheißungsvoll sind, ...

... werden weder Kosten noch Mühen gescheut.

All diesen Dingen liegt ein Grundverständnis zugrunde: Dicke Menschen sind nicht richtig!

Dagegen wehren sich Betroffene.

In Deutschland gibt es beispielsweise die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung, die schwergewichtigen Menschen in verschiedenen Formen ihre Unterstützung und Aufklärung anbietet.

So können Betroffene eine kostenlose Rechtsberatung erhalten und sich miteinander vernetzen.

Der Organisation geht es vor allen Dingen darum, Eltern, Erzieher, Lehrer, medizinisches Personal und interessierten Wissenschaftlern zum Thema Gewichtsdiskriminierung aufzuklären.

Und langsam scheint es auch in diesen Bereichen zu einem Umdenken zu kommen.

So werden neue Ansätze zum Umgang mit Übergewicht postuliert, wie zum Beispiel durch den Mediziner Achim Peters.

In seinem neuen Buch "Mythos Übergewicht" stellt er sowohl den Begriff Übergewicht als auch die Berechnung des Body Mass Index (BMI) als Maßstab zur Einordnung infrage.

Peters ist der Überzeugung, dass es für jeden Menschen in bestimmten Lebensphasen das Wohlfühlgewicht gibt, das bei vielen außerhalb des Normalgewichts, bestimmt durch den BMI, liegt.

Diese Normalgewicht wird überschritten, sobald Stress vorherrrscht. Denn dann signalisiert das Gehirn einen erhöhten Kalorienbedarf, der mit einer erhöhten Nahrungsaufnahme von Menschen beantwortet wird. So weit, so gut.

Hält der Stress über einen langen Zeitraum an, haben dicke Menschen eine Strategie gefunden, durch erhöhte Nahrungsaufnahme ihr Gehirn mit Nährstoffen zu versorgen und so die Dauerausschüttung von Cortisol im Körper herunterfahren zu können.

Schwere Menschen haben laut Peters also eine gesündere Variante gefunden, mit Dauerstress umzugehen, als dünne.

Damit stellt der Mediziner die bisher vorherrschende Meinung völlig auf den Kopf und ...

... bescheinigt allen Schwergewichtigen, gesünder zu sein als gestresste Dünne.

Peters entkräftet auf diese Art und Weise das "Ihr seid nicht richtig" vollständig und zeigt auf, wie das gesellschaftliche Problem Übergewicht an der Wurzel gepackt werden könnte.

Nämlich durch Stressabbau und -vermeidung, ...

... das gilt für Menschen mit und ohne Polster.

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