Wirtschaft
Mehr Geld als man tragen kann: Eine Werbeaktion in Moskau konfrontiert Passanten mit Devisen aus aller Welt.
Mehr Geld als man tragen kann: Eine Werbeaktion in Moskau konfrontiert Passanten mit Devisen aus aller Welt.(Foto: REUTERS)

Abwärts wegen der EZB?: Druck auf Euro wird immer größer

Spannungsgeladene Ruhe kennzeichnet die Devisenmärkte. Vor allem bei Euro werden noch Nachwehen der EZB-Sitzung festgestellt. Der Yen kann sich davon befreien.

Der Euro hat am Dienstag seine Verluste im Handelsverlauf ausgeweitet. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag bei 1,3545 Dollar nach 1,3590 Dollar am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Pfingstmontag noch auf 1,3608 Dollar festgesetzt - am Freitag lag der Wert noch bei 1,3642 Dollar. Beobachter gingen davon aus, dass die jüngsten Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) im Währungsgefüge ihre Wirkung entfalten.

Die Währungshüter um EZB-Chef Mario Draghi hatten in ihrer Juni-Sitzung vor Pfingsten ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen und dabei auch den Leitzins nochmals abgesenkt. Der für alle Geldgeschäfte im Euroraum maßgebliche Zinssatz sinkt von seinem bisher ohnehin schon außergewöhnlichen niedrigen Niveau von 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent. Gleichzeitig beschloss der EZB-Rat, erstmals einen Strafzins von minus 0,1 Prozent für Bankeinlagen. Zudem kündigte die Notenbank weitere unkonventionelle Schritte an.

Zu Wochenbeginn war der Kurs des Euro daraufhin unter die Marke von 1,36 Dollar gefallen. Im Devisenmarktgeschehen in New York blieb die Gemeinschaftswährung unter Druck. Zum Ende des US-geprägten Handels kostete die Gemeinschaftswährung am Vorabend 1,3592 Dollar.

Kritik wird lauter

Aber es gibt auch kritische Stimmen. So warnt der Vorsitzende des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, vor einer neuen Krise am Finanzmarkt. "Wir haben alle Zutaten einer Blase: Die Preise an den Immobilien- und Aktienmärkten steigen immer weiter und an den Bondmärkten sinken die Renditen trotz hoher Risiken", sagte Fuest gegenüber dem Handelsblatt.

Die geballten Maßnahmen der EZB leiten dem ZEW-Chef zufolge eine "Zeitenwende" hin zu einer noch expansiveren Geldpolitik ein. "Ich habe ein ungutes Gefühl dabei", sagte er. Bundesbankpräsident Jens Weidmann verteidigte indes die EZB-Geldpolitik zwar, räumte in einem Interview mit der Börsen-Zeitung die damit verbundenen hohen Risiken aber ebenfalls ein.

Der Yen legte im asiatischen Geschäft gegenüber den anderen Hauptwährungen leicht zu. Allerdings blieb ein Großteil der Händler in Ermangelung neuer Impulse an der Seitenlinie. Die Teilnehmer, die aktiv sind, gingen in den Yen in einem ansonsten richtungsarmen Devisenhandel. Der Dollar steht bei 102,29 Yen nach 102,52 Yen am späten Montag.

Quelle: n-tv.de

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