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Donnerstag, 31. März 2016

Syriens Kinder und der Krieg: Porträts einer verlorenen Generation

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Die syrische Hauptstadt Damaskus im März 2016 nach mehr als fünf Jahren Bürgerkrieg. (Foto: REUTERS)

Die syrische Hauptstadt Damaskus im März 2016 nach mehr als fünf Jahren Bürgerkrieg.

Die syrische Hauptstadt Damaskus im März 2016 nach mehr als fünf Jahren Bürgerkrieg.

Ganz Syrien bietet ein Bild der Zerstörung - und es sind vor allem Kinder, die unter den Folgen zu leiden haben. Ob in Ghuta, wo es 2013 Giftgas-Angriffe gegeben hat ...

... oder in Damaskus. Die einstige Heimat der Kinder ist durch die schweren Gefechte nahezu unbewohnbar geworden.

Das Kinderhilfswerk Unicef schätzt, dass allein 3,7 Millionen Kinder seit Beginn des Krieges 2011 geboren worden sind.

Es sind verlorene Jahre. Statt zur Schule zu gehen, ist der Alltag von Angst, Gewalt, Hunger und Vertreibung geprägt.

Eine Viertelmillion Kinder und ihre Familien sind in den belagerten Städten von der Versorgung abgeschnitten. Nahrungsmittel sind dort laut der Hilfsorganisation "Save the Children" so knapp, dass Menschen sich von Blättern oder Tierfutter ernähren. Unzählige Kinder sind bereits an Hunger gestorben.

Viele sind deshalb mit ihren Familien geflohen. Allein im Flüchtlingslager Zaatari kurz hinter der jordanischen Grenze finden schätzungsweise 79.000 Menschen Zuflucht vor dem Bürgerkrieg.

Zaatari ist nicht nur eines der weltgrößten Flüchtlingscamps, sondern inzwischen auch die viertgrößte Stadt Jordaniens.

Der Fotograf Muhammed Muheisen porträtierte dort den Alltag der Kinder.

Miriam Aloush, acht Jahre alt, ist mit ihrer Familie aus Homs geflohen. "Ich erinnere mich noch an mein Zuhause und meine Schule in Syrien. Ich will einfach nur zurück dorthin", sagt sie. Mit diesem Wunsch ist sie nicht allein: Die UN gehen davon aus, dass drei Millionen syrische Kinder nicht zur Schule gehen können.

Ahmad Zughayar, sechs Jahre alt, kommt aus Deir el-Zour. Er sagt, er höre noch immer das Geräusch der Bomben in seiner Heimat. Mindestens 80 Prozent der Kinder sind UN-Schätzungen zufolge durch die Erlebnisse im Bürgerkrieg schwer traumatisiert.

Auch die fünfjährige Zahra Mahmoud kommt aus Deir el-Zour. Im Namen des Islamischen Staat (IS) verübten Dschihadisten dort vor zwei Jahren ein Massaker an 600 Zivilisten.

Aya Bandar ist sechs Jahre als und kommt aus dem syrischen Hama. Die Stadt rückte 2011 als ein Zentrum der Proteste gegen Baschar al-Assad in den Fokus der Weltöffentlichkeit.

Mohammed Bandar denkt an die Zukunft: "Ich möchte Arzt werden, um anderen Menschen helfen zu können", sagt der 12-Jährige.

Die elfjährige Yasmeen Mohammed wünscht sich nichts mehr, als in ihr altes Leben zurückzukehren und ihre Freunde wiederzusehen. Eine Bestandsaufnahme der Unicef ergab kürzlich, dass es derzeit keinen Konflikt gibt, der so viel Leid wie der Syrien-Krieg über die Menschen bringt.

Auch Rakan Raslan, 11 Jahre, lässt sich von Muhammed Muheisen fotografieren. Er musste mit seiner Familie vor den Bomben Assads fliehen. Neben dem Haus, in dem er aufgewachsen ist, verlor er auch seine Perspektive: "Ohne Bildung ist meine Zukunft in Gefahr. Dann ist das Beste, was ich machen kann, Taxifahrer zu werden", sagt Rakan.

Mayada Hammid ist acht Jahre alt und kommt aus Hassakeh. Als der Krieg ausbrach, war sie gerade einmal drei Jahre alt: "Ich erinnere mich an nichts mehr in Syrien", sagt Hammid.

Auch die dreijährige Hammad Khadir lebte einst mit ihrer Familie in Hassakeh. Nun hofft sie, dass sie ihre Heimat eines Tages wiedersehen wird.

Die Familie der neunjährigen Amna Zughayar musste aus Deir el-Zour verschwinden. Das Gebiet, aus dem sie stammt ist, inzwischen unter der Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat.

In Jordanien sind die Kinder zwar sicher vor den Bomben des Krieges - wann und ob sie ihre Heimat wiedersehen, kann ihnen aber niemand sagen. Fernab davon wachsen sie ohne Perspektive auf - sie, die Kinder des Krieges, sind die verlorene Generation von Syrien.

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