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Samstag, 09. Dezember 2017

Profit auf Kosten der Umwelt?: Trump verkleinert Utahs Naturschutzgebiete

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Die Naturschutzgebiete in Utah zählen zu den landschaftlich eindrucksvollsten in den USA. (Foto: REUTERS)

Die Naturschutzgebiete in Utah zählen zu den landschaftlich eindrucksvollsten in den USA.

Die Naturschutzgebiete in Utah zählen zu den landschaftlich eindrucksvollsten in den USA.

Die National Monuments "Bears Ears" und "Grand Staircase-Escalante" beherbergen ...

... bedrohte Tierarten, seltene Pflanzen und komplexe Ökosysteme in weitgehend unberührter Natur.

Und auch das historische Erbe der USA ist hier, tief im alten Westen, verwurzelt.

Im Erdreich schlummern allerdings auch wertvolle Bodenschätze.

US-Präsident Donald Trump hat nun die zwei bedeutenden Naturschutzgebiete Utahs um mehr als 5000 Quadratkilometer verkleinert.

Er begründet die De-facto-Aufhebung des Schutzstatus mit den Interessen von Einheimischen: ...

Diese könnten dort nun wandern und jagen gehen, heißt es. Dabei war das dort zuvor bereits erlaubt.

Das National Monument "Bears Ears" wird 85 Prozent seiner Fläche einbüßen.

"Grand Staircase - Escalante" schrumpft der Anordnung Trumps zufolge um etwa 50 Prozent.

Trumps Maßnahme löste heftige Kritik und umgehenden Protest aus.

Knapp 2000 Demonstranten hatten sich vor Ankunft des Präsidenten in der Nähe des Kapitols in Salt Lake City versammelt, um gegen den Schritt zu protestieren.

Es gehe um harte wirtschaftliche Interessen, vor allem um Bohrungen nach Bodenschätzen und Fracking, lauten die Vorwürfe.

"Wir dürfen dieser Regierung nicht erlauben, den Schutz zurückzufahren, der über ein Jahrhundert aufgebaut wurde", heißt es in einer Mitteilung führender demokratischer Politiker.

Demonstranten riefen unter anderem: "Nehmt ihn fest!"

Naturschützer befürchten, Utah könnte erst der Anfang sein.

Denn Trump hat insgesamt die Überprüfung von 27 Naturschutzgebieten des Bundes in den USA in Auftrag gegeben.

Der streng religiöse Bundesstaat Utah wählt in der überwiegenden Mehrheit republikanisch.

Der US-Präsident hatte deshalb argumentiert, die Menschen in Utah wüssten viel besser, was gut für ihr Land sei, als Bürokraten im fernen Washington.

Beide National Monuments waren von demokratischen Präsidenten unter Schutz gestellt worden: ...

"Bears Ears" erst im Dezember 2016 noch von Barack Obama.

"Grand Staircase-Escalante" wurde 1996 von Präsident Bill Clinton zum Schutzgebiet erklärt.

Es ist das derzeit größte Nationaldenkmal der Vereinigten Staaten.

Seine von Felsformationen geprägte Landschaft erstreckt sich über eine Fläche von rund 7600 Quadratkilometern.

Vom Staat eingerichtete Nationaldenkmäler dienen vor allem dem Erhalt kultureller, historischer und archäologischer Stätten.

In den ausgewiesenen Gebieten darf nur eingeschränkt gesiedelt und Wirtschaft betrieben werden.

Auch der Schutz von Natur- und Umwelt, die Erhaltung einzelner bedrohter Tier- und Pflanzenarten steht dabei im Vordergrund.

Die "Bears Ears" sind eine Formation aus zwei Tafelbergen im Südwesten des Bundesstaates Utah in San Juan County.

Insgesamt umfasst das Schutzgebiet fast 5500 Quadratkilometer.

Das Gebiet wird seit Jahrtausenden von indigenen Völkern und Stämmen bewohnt und als Weideland genutzt.

In Konkurrenz dazu hat der Staat Utah Interesse, das Land industriell, etwa zum Abbau von Rohstoffen, zu nutzen: vor allem Erdöl und Gas.

Bei den Ureinwohnern hat das Land besondere Bedeutung: Navajo-, Hopi-, Ute- und Zuñi-Stammesangehörige kämpften für das Nationaldenkmal.

In den "Bears Ears" finden sich unter anderem Ruinen historischer Dörfer, Felszeichnungen sowie die Überreste von Grabstätten.

Diese archäologischen Schätze sind teilweise mehr als 2000 Jahre alt.

Viele Organisationen haben bereits rechtliche Schritte gegen Trumps Entscheidung angekündigt.

Am Ende könnte sogar der oberste Gerichtshof der USA entscheiden.

Nach Ansicht der Trump-Regierung entscheidet laut Gesetz allein der amtierende Präsident, welche historischen und archäologischen Stätten schutzbedürftig sind.

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