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Freitag, 17. November 2006

Diktatoren der Welt: Von Caesar bis Honecker

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Der Begriff "Diktator" stammt aus dem alten Rom. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet er "der Sprechende" oder auch "der Befehlende". In Krisenzeiten wurde im Römischen Reich nach einem starken Mann gesucht. Ein bekannter Diktator war Caesar Nerva Traianus Augustus.

Der Begriff "Diktator" stammt aus dem alten Rom. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet er "der Sprechende" oder auch "der Befehlende". In Krisenzeiten wurde im Römischen Reich nach einem starken Mann gesucht. Ein bekannter Diktator war Caesar Nerva Traianus Augustus.

Der Begriff "Diktator" stammt aus dem alten Rom. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet er "der Sprechende" oder auch "der Befehlende". In Krisenzeiten wurde im Römischen Reich nach einem starken Mann gesucht. Ein bekannter Diktator war Caesar Nerva Traianus Augustus.

Diktatoren sorgten auch für historischen Fortschritt. Mit seinen Feldzügen brachte der französische Kaiser Napoleon I. den Feudalabsolutismus in weiten Teilen Europas ins Wanken. Allerdings bezahlten Hunderttausende die napoleonische Hegemonialpolitik mit dem Leben.

Oliver Cromwell war die treibenden Kraft der bürgerlichen Revolution von 1640 bis 1688 in England. Von 1653 bis zu seinem Tod 1658 war er Lordprotektor. Er ertränkte Aufstände der Armee im Blut; auch die kleinbürgerliche Bewegung der Levellers (Gleichmacher) bekämpfte er entschieden.

Andere Diktatoren müssen als Verbrecher eingestuft werden. Adolf Hitler errichtete 1933 seine Schreckensherrschaft in Deutschland und entfesselte 1939 den Zweiten Weltkrieg. Fast 60 Millionen Menschen wurden getötet.

Auch die kommunistische Sowjetunion zahlte einen hohen Blutzoll. Die von 1924 bis 1953 währende Terrorherrschaft von Josef Stalin brachte Millionen Menschen den Tod.

Auch unter dem chinesischen Kommunistenchef Mao Tse-tung grassierte der Terror. Sein Tod 1976 bedeutete für das Reich der Mitte die Chance zum wirtschaftlichen Aufschwung.

Francisco Franco - durch den Sieg im spanischen Bürgerkrieg 1939 an die Macht gekommen - starb Ende 1975. Nach seinem Ableben gelang Spanien der politische Anschluss an Europa.

In Chile regierte Augusto Pinochet nach einem blutigen Putsch gegen die Regierung von Salvador Allende im Jahr 1973. Tausende Menschen starben in den Kerkern seiner Militärjunta. Seit Pinochets Abdankung 1990 gibt es in dem südamerikanischen Land eine parlamentarische Demokratie.

Pieter Willem Botha war von 1984 bis 1989 südafrikanischer Präsident. Er war ein Verfechter der Rassentrennung und Garant des Apartheidsystems. Politische Gegner - vor allem aus der schwarzen Bevölkerungsmehrheit - ließ Botha gnadenlos verfolgen.

Eine Diktatur ist die Herrschaft eines einzelnen Diktators, einer politischen Partei, einer Minderheit oder Gruppe von Menschen, die sich die Macht über ein Volk aneignet. Hier eine Übersicht aktueller Diktaturen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

In Birma - auch Myanmar genannt - herrscht eine Militärdiktatur. 1988 wurde in dem südasiatischen Land die letzte Verfassung der Sozialistischen Republik von 1974 außer Kraft gesetzt.

Die Führung der Militärjunta in Rangun (Yangon) lässt Oppositionelle verfolgen und einsperren. Das Ergebnis der Wahlen von 1990, die die oppositionelle Liga für Demokratie (NLD) gewann, wurde von der Junta nicht anerkannt. Die Wahlen wurden für ungültig erklärt.

Nordkorea ist die letzte stalinistische Bastion. Hier herrscht die kommunistische Partei der Arbeit Koreas (PdAK). In Nordkorea herrscht ein unglaublicher Personenkult.

"Geliebter Führer" ist Kim Jong-il. Er ist der Sohn des 1994 verstorbenen ersten nordkoreanischen Diktators Kim Il-sung, der auch als "Großer Führer" bezeichnet wird.

Beide Diktatoren betrieben bzw. betreiben eine Abschottung des Landes nach außen. "Juche" (Selbstvertrauen) ist die bestimmende Ideologie.

Nordkorea leidet unter der kommunistischen Diktatur der Kims. Politische Unterdrückung ist an der Tagesordnung; ökonomisch gerät das Land immer mehr ins Hintertreffen.

In den ehemaligen Sowjetrepubliken Mittelasiens herrschen ehemalige Kommunistenchefs, die sich wie feudalistische Khans aufführen. Islam Karimow regiert Usbekistan mit harter Hand. Verfolgungen von Oppositionellen sind an der Tagesordnung.

Die EU hatte wegen der blutigen Niederschlagung des Aufstands in der Stadt Andischan im Mai 2005 ein Waffenembargo gegen Usbekistan verhängt. Karimow (hier mit Russlands Staatschef Wladimir Putin) zeigt sich bislang unbeeindruckt.

In Turkmenistan herrschte bis vor kurzem ein bizarrer Personenkult um den Präsidenten Saparmurat Nijasow. Er ließ sich "Turkmenbaschi" (Vater der Turkmenen) nennen. "Turkmenistan ist eines der repressivsten und abgeschlossensten Länder der Welt", so die Organisation "Human Rights Watch".

Eine goldene Statue des "Turkmenbaschi" in der Hauptstadt Aschchabad. In seinem Buch "Ruhnama" (Buch der Weisheit) empfiehlt Nijasow seinen Untertanen: "Der Turkmene soll sich nicht gierig auf das Essen stürzen." Das Buch ist natürlich Pflichtlektüre in Turkmenistan.

Eine tonnenschwere Statue des "Turkmenbaschi" auf dem "Bogen der Neutralität" in Aschchabad. Sie dreht sich in 95 Metern Höhe um die eigene Achse. Das Gesicht des Diktators ist immer der Sonne zugewandt.

Allerdings ist Turkmenistan wegen seiner großen Erdgasreserven interessant. Darum bemühen sich vor allem China, Russland und die Ukraine.

In Kasachstan herrscht mit Nursultan Nasarbajew ebenfalls ein ehemaliger KP-Chef. Er ließ erst einmal den Regierungssitz von Almaty (Alma Ata) nach Astana verlegen. Nasarbajews Regime ist nicht ganz so rigide wie die in Usbekistan und Turkmenistan.

In Aserbaidschan regiert Ilham Alijew (hier mit seiner Frau Mekhriban). Bei der Wahl im Oktober 2003 vereinigte er 80 Prozent der Stimmen auf sich. Internationale Wahlbeobachter berichteten von Fälschungen und Einschüchterungsversuchen.

Zuvor hatte Ilham Alijews Vater Gaidar die Geschicke des erdölreichen Landes bestimmt. Er war von 1969 bis 1982 Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Aserbaidschanischen SSR und galt als enger Gefolgsmann von KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew.

Auch Weißrussland hat mit Alexander Lukaschenko einen autoritären Präsidenten. 2004 ließ Lukaschenko die Verfassung ändern, so dass für ihn keine Beschränkung der Amtszeit mehr existiert.

Nach Angaben unabhängiger Beobachter wurden die Wahlen vom Lukaschenko-Regime massiv manipuliert. Oppositionelle wanderten ins Gefängnis; Meinungsfreiheit gibt es in Weißrussland nicht.

Im Russland unter Wladimir Putin herrscht eine "gelenkte Demokratie". Unter dem ehemaligen Geheimdienstler werden oppositionelle Medien in ihrer Arbeit massiv behindert. Oppositionelle Gruppen beklagen eine wachsende Willkür der russischen Behörden. Sie befürchten die Rückkehr zur Diktatur.

In der Volksrepublik China gibt es eine Einparteien-Herrschaft - nämlich die der Kommunistischen Partei.

Ökonomisch betreibt das bevölkerungsreichste Land eine Politik der Marktwirtschaft. Die Wirtschaft wuchs seit der Öffnungspolitik von Deng Xiao-ping rapide.

Politische Reformen gab es aber nicht. Die Allmacht der KP und ihrer "Provinzfürsten" wurde nicht angetastet.

Zaghafte Versuche einer Demokratisierung wurden blutig niedergeschlagen. Dutzende Menschen starben Anfang Juni 1989 auf dem Pekinger Tiananmen-Platz.

Ein Hauch von Mao weht noch immer in China. Die KP-Führung hat sich bis heute nicht vollständig von seinen Lehren distanziert.

KP-Chef und Präsident Hu Jintao reagiert gelassen auf westliche Forderungen nach mehr Demokratie in China. Sein Land ist die ökonomische Supermacht der Zukunft. Pekings Mitarbeit bei der Lösung weltpolitischer Probleme ist gefragt.

In Pakistan hat sich General Pervez Musharraf 1999 an die Macht geputscht. Er errichtete die vierte Militärdiktatur des Landes. Seit 2001 ist Musharraf offiziell Präsident.

Sein Land spielt als Nachbar Afghanistans eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Terrorismus. Musharraf ging nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eine Allianz mit den USA ein. Das ist ein innenpolitischer Drahtseilakt für ihn.

Im Nahen Osten wird Syrien von der US-Regierung zu den "Schurkenstaaten" gezählt. Eine politische Öffnung des arabischen Landes hat bis heute nicht stattgefunden.

Präsident ist seit Sommer 2000 Baschar al-Assad. Mit ihm verbundene Hoffnungen auf eine Demokratisierung wurden enttäuscht. Al-Assad wird von alten Kadern der regierenden Baath-Partei an der Umsetzung von Reformen gehindert.

Auch am Verhältnis zu Israel gibt es keine Veränderungen. Wie schon unter Al-Assads Vater Hafis besteht zwischen Syrien und dem jüdischen Staat erbitterte Feindschaft.

"Revolutionsführer" Muammar al-Gaddafi ist seit 1969 Libyens starker Mann. Offiziell bekleidet er kein staatliches Amt. In letzter Zeit öffnete sich Libyen. 2005 wurde das berüchtigte Volksgericht abgeschafft.

Al-Gaddafi (hier bei einem Treffen mit dem österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider) schwor dem Terrorismus ab und wurde so für den Westen salonfähig. Offiziell ist Libyen ein "basisdemokratischer" Staat auf der Grundlage des Islam.

Ägyptens Präsident Hosni Mubarak ist wegen der wichtigen strategischen Lage seines Landes ein Hätschelkind des Westens. Er ist seit 1981 im Amt. Oppositionelle Kandidaten wurden bei den Präsidentenwahlen massiv behindert. Mubarak machen die islamistischen Moslembrüder zu schaffen.

Der 78-jährige Staatschef sorgt bereits vor. Die Macht soll natürlich in Familienhänden bleiben. Mubarak hätte es gerne, dass sein Sohn Gamal (Foto) ihn politisch beerbt.

In Saudi-Arabien existiert seit 1932 eine absolutistische Herrschaft der Saud-Dynastie. Die Verfassung beruht auf dem islamischen Recht, der Scharia. Herrscher Saudi-Arabiens ist König Abdullah.

Er folgte seinem kürzlich verstorbenen Bruder Fahd auf den Thron. Das ganze öffentliche Leben im Land wird durch die Religionspolizei überwacht. Todesurteile werden in der Regel mit dem Schwert vollzogen.

Frauen haben in Saudi-Arabien nach wie vor viel weniger Rechte als Männer. Amnesty international spricht in diesem Zusammenhang von Menschen zweiter Klasse. Politisch sind die saudiarabischen Frauen rechtlos.

Im benachbarten Kuwait herrscht der Familienclan der Al-Sabahs. Offiziell ist das Emirat eine konstitutionelle Erbmonarchie. Im Gegensatz zu Saudi-Arabien besitzen die Frauen in Kuwait das aktive und passive Wahlrecht.

In der Islamischen Republik Iran herrscht ein Regime der schiitischen Mullahs. Der geistliche Führer, Ajatollah Ali Khamenei, hat bei grundlegenden politischen Entscheidungen das letzte Wort. Das Parlament in Teheran ist mehrheitlich mit seinen Gefolgsleuten besetzt.

Auch die Macht des gewählten iranischen Präsidenten - derzeit ist es Mahmud Ahmadinedschad - ist begrenzt. Entscheidungen des Staatschefs können von Khamenei rückgängig gemacht werden.

Das islamistische Regime des sudanesischen Präsidenten Umar Hassan Ahmad al-Baschir wird von Menschenrechtsorganisationen als eine der derzeit brutalsten Diktaturen eingestuft. Bis 2005 führte die Khartumer Militärclique Krieg gegen die im Süden operierende Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SLA).

Seit 2003 herrscht in der westlichen Provinz Darfur ein Krieg zwischen Truppen der arabisch dominierten sudanesischen Regierung und zwei schwarzafrikanischen Rebellengruppen. Dabei kamen Zehntausende Menschen ums Leben.

Viele Menschen verloren in Darfur ihre Heimat. Sie fristen ein Dasein in Flüchtlingslagern. Eine große Anzahl von ihnen floh in den benachbarten Tschad.

Dieses Bild trügt: Bürger des südafrikanischen Staates Simbabwe bei der Wahl. Seit Jahren sind sie verstärkten Repressionen des Regimes in Harare ausgesetzt.

Seit 1980 ist der ehemalige Befreiungskämpfer Robert Mugabe Simbabwes Präsident. Der ehemalige Hoffnungsträger avancierte zum Diktator. Oppositionelle werden mundtot gemacht. Im Land verbliebene weiße Farmer werden mit Gewalt enteignet.

Mugabe mit seinen Anhängern. Der mittlerweile 82-Jährige trieb das Land in den ökonomischen Ruin. Die Agrarproduktion sank durch Sperrung westlicher Bankkredite, Misswirtschaft und Zerstörungen durch die schwarzen Besetzer immens. Es kam in Simbabwe sogar zu Hungersnöten.

Von der Welt fast völlig unbeachtet ist das kleine afrikanische Swasiland. Es hat eine absolutistische Monarchie als Staatsform.

König Mswati III. bestimmt die Politik des Landes. Parteien existieren in Swasiland nicht. Der Großteil der Bevölkerung lebt in tiefster Armut. Der Herrscher leistet sich teure Luxuskarossen - und auch viele Frauen.

Weitgehend unbekannt ist auch das kleine Äquatorial-Guinea. Seit 1979 ist Teodoro Obiang Nguema Präsident. Er kam durch einen Putsch an die Macht. Bei "Wahlen" kam er auf Werte von mehr als 99 Prozent.

Offiziell hat Äquatorial-Guinea eine parlamentarische Demokratie. Nguemas Demokratische Partei dominiert das Parteiensystem. Der Staatschef stützt sich auf Armee und paramilitärische Gruppen.

Im ostafrikanischen Eritrea regiert die Volksfront für Demokratie und Gerechtigkeit (PFDJ). Aber von Demokratie ist dort nicht viel zu spüren. Organisationen beklagen eine massive Einschränkung der Pressefreiheit.

Isayas Afewerki (links/im Gespräche mit Sudans Machthaber Al-Baschir) ist Präsident und Ministerpräsident des Landes. Die Wirtschaft Eritreas ist durch ständige militärische Auseinandersetzungen mit Äthiopien geschwächt.

General Francois Bozize ist seit 2003 Präsident der Zentralafrikanischen Republik. Er riss die Macht mit Gewalt an sich. Zuvor hatte er bereits erfolglos einen Putschversuch gestartet. Anfang 2005 ließ sich Bozize zum Staatschef "wählen".

Über dem armen Land liegt noch immer der Schatten von Jean-Bedel Bokassa. Dieser ließ sich Ende 1976 zum Kaiser ausrufen. Ein Großteil der französischen Entwicklungshilfe ging für die Kaiserkrönung drauf.

1979 wurde Bokassa I. gestürzt. Er starb 1996 in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui.

Fidel Castro Ruz bestimmt seit 1959 die Geschicke Kubas. Seit 1976 ist er auch Staatspräsident. Er war Anführer der Befreiungsfront gegen das Batista-Regime.

Gegen Ende der 1960er Jahre erfolgte eine verstärkte Hinwendung Kubas zur Sowjetunion. Unter Castro entstand - begünstigt auch durch die Blockadepolitik der USA - eine kommunistische Diktatur. Regierungsgegner wurden eingekerkert; viele Kubaner flohen in die USA.

Oppositionelle werfen Castro ein auf seine Person ausgerichtetes, diktatorisches Regime und zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vor. Seine Anhänger verehren ihn wegen seiner sozialen Revolution.

Auf Grund einer schweren Krankheit gab Fidel Castro am 31. Juli 2006 seine Amtsgeschäfte an seinen Bruder Raul ab.

Aber auch Diktaturen existieren nicht ewig. Die Äthiopier bereiteten dem Terrorregime von Mengistu Haile Mariam 1991 ein Ende.

Iraks Diktator Saddam Hussein wurde nicht durch das eigene Volk gestürzt. Dazu bedurfte es 2003 der Hilfe von außen - in diesem Falle die der US-Amerikaner.

Und auch die Deutschen in der DDR schafften die Wende hin zur Demokratie. Im Oktober 1989 musste SED-Chef Erich Honecker abtreten. Für die Ostdeutschen gilt seitdem: "Vorwärts immer, rückwärts nimmer!" (Stand: November 2006)

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