Bilderserie
Samstag, 26. September 2009

Vorsicht, Abzocke!: Die Tricks von A bis Z

Bild 1 von 83
Es gibt so viele fremde Menschen, die uns Gutes tun wollen. (Foto: Günter Havelna, pixelio.de)

Es gibt so viele fremde Menschen, die uns Gutes tun wollen.

Es gibt so viele fremde Menschen, die uns Gutes tun wollen.

Sie überbringen uns Gewinnbotschaften, sie wissen, wie wir mit ganz wenig Arbeit ganz viel Geld verdienen können, und gegen einen geringen Obolus verkaufen sie uns auch das einzig wirkungsvolle Mittel gegen Krebs.

Nebenbei können Sie uns Kontakte zu anlehnungsbedürftigen Topmodels vermitteln, wahlweise auch zu gutaussehenden Piloten oder Chefärzten.

Kurz gesagt: Sie alle wollen unser Bestes.

Nämlich unser Geld.

Abzocke nennen wir es, wenn wir zur Kasse gebeten werden, ohne eine angemessene Gegenleistung zu bekommen. Erfolgreich sind Abzocker oft, weil sie uns überrumpeln.

Dabei beweisen sie Erfindungsreichtum und vor allem Anpassungsfähigkeit: Längst ist das Internet zum Lieblings-Tummelplatz für die gefürchteten Nepper, Schlepper, Bauernfänger geworden.

Meist sind die Tricks ziemlich plump und lassen sich mit gesundem Menschenverstand leicht durchschauen. Dennoch gehen auch vernunftbegabte Leute bewusst oder unbewusst Verträge ein, die teure Folgen haben.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die gängigen Tricks zusammengetragen. "Vorsicht: Abzocke!" nennt sich das Bändchen, in dem das ABC der Abzock-Methoden aufgelistet ist. Ein paar davon möchten wir an dieser Stelle vorstellen.

"Ihr Auto kann Geld verdienen", verspricht die Anzeige. Das Konzept: Der Wagen wird mit Werbung beklebt, der Halter kassiert dafür.

Klingt gut und erfreulicherweise sind die Werbetreibenden nicht sehr wählerisch: Selbst Wagen, die eigentlich ein Fall für die Abwrackprämie wären, können noch als Werbefläche dienen.

Gegen eine dreistellige "Bearbeitungsgebühr" nimmt die Werbeagentur Ihren Wagen gerne in eine Kartei auf, aus der sich die werbenden Unternehmen Fahrzeuge aussuchen können. Dass Ihr Auto tatsächlich vermittelt wird, garantiert die Agentur natürlich nicht. Deshalb werden Sie auch keinen Cent wiedersehen, wenn die Angebote ausbleiben.

Das Handy gab's zum neuen Mobilfunkvertrag gratis dazu – und kann Sie teuer zu stehen kommen. Wenn der Provider das Telefon "gebrandet" hat, ist die Kostenfalle eingebaut.

Einmal auf die falsche Taste gedrückt, schon ist die Verbindung zum Internetportal des Netzbetreibers hergestellt. Das passiert auch mal unbemerkt – bis zur nächsten Abrechnung. Die fällt dann dank der unfreiwilligen Online-Expedition überraschend hoch aus.

Gerade in den Händen von Kindern sind Handys mit programmierten Online-Tasten ein echtes Kostenrisiko. Doch auch Erwachsene lassen besser die Finger von gebrandeten Geräten.

Ein echter Abzock-Klassiker: Ein junger Mann steht vor der Tür und breitet sein herzerweichendes Schicksal vor Ihnen aus: Er ist endlich von den Drogen losgekommen, vor Kurzem aus der Haft entlassen worden oder einfach unverschuldet in Not geraten und versucht jetzt, eine neue Existenz aufzubauen.

Und Sie können ihm dabei helfen. Alles was Sie tun müssen: eine Zeitschrift abonnieren, einen Mobilfunkvertrag abschließen oder an eine vermeintlich wohltätige Organisation spenden.

Hat er bei Ihnen keinen Erfolg, droht dem Bedauernswerten die Kündigung – und daran wollen Sie doch nicht Schuld sein, oder?

Hinter Drückern stehen Firmen, die oft am Rande der Legalität arbeiten und die Situation der Verkäufer gnadenlos ausnutzen. Die wollen Sie bestimmt nicht unterstützen, also bleiben Sie konsequent – auch wenn das herzlos scheint.

Sie sind vor allem im Sommer aktiv: Reisende Dachdecker, die durch Wohngebiete ziehen und Hausbesitzer auf vermeintliche Schäden an ihrem Dach aufmerksam machen, die angeblich dringend behoben werden müssen. Der Dachdecker auf Durchreise würde das auch zu einem Sonderpreis machen.

Haben Sie den Auftrag zur Reparatur erteilt, ist das Dach ruckzuck abgedeckt – und da offenbaren sich leider weitere schwere Mängel. Die könnte der Handwerker auch beheben, allerdings wird das nicht billig.

Ist das Dach erstmal offen, traut sich kaum ein Hausbesitzer den Vertrag aufzulösen. Aus dem Reparaturschnäppchen wird schnell eine echte Kostenfalle. Denn unabhängig davon, ob die Arbeiten wirklich nötig sind, sind sie oft viel zu teuer. Und falls im Nachhinein auffällt, dass bei der Reparatur gepfuscht wurde, ist der Dachdecker längst über alle Berge.

Also: Holen Sie Kostenvoranschläge von mehreren Anbietern ein - am besten aus der Umgebung - und lassen Sie nicht die Falschen aufs Dach steigen.

Sex sells! Besonders attraktiv sind krumme Geschäfte mit der Lust, weil Abzock-Opfer aus Scham eher selten an die Öffentlichkeit gehen.

Dass man sich über 0900er-Nummern arm telefonieren kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Deshalb verstecken sich Telefonsex-Hotlines oft hinter Kontaktanzeigen mit normalen Rufnummern – gerne mit spärlich bekleideten Damen verziert.

Wenn Sie darauf anbeißen und anrufen verweist man Sie auf die teure 0900er-Nummer oder einen Flirt-SMS-Chat. Dort zahlt man dann gerne mal zwei Euro oder mehr pro Kurznachricht, um mit einem Callcenter-Mitarbeiter zu plaudern.

Eine andere Masche: Ein paar Tage nach dem Anruf auf der Festnetznummer werden Sie zurückgerufen. Man fragt nach Ihrer Adresse – zum Beispiel für ein angebliches Gewinnspiel. Rücken Sie die Daten tatsächlich heraus, bekommen Sie ein paar Tage später zwar keinen Gewinn, aber eine Rechnung zugestellt: Sie hätten ein kostenpflichtiges Erotikangebot genutzt.

Auch wenn an der Behauptung nichts dran ist, bezahlen nicht Wenige die Rechnung, weil es ihnen peinlich ist, den Anruf beim Flirt-Dienst zuzugeben.

"Als Samenspender bis 1500 Euro verdienen!", "Kredit ohne Schufa", "Model werden" – wenn Sie mehr Informationen zum jeweiligen Thema möchten, können Sie sich diese per Fax zukommen lassen.

Oft sind die Informationen einigermaßen wertlos oder mit ein paar Klicks im Internet auch selbst zu recherchieren. Und das ist deutlich billiger.

Frohe Neuigkeiten in Ihrem Briefkasten oder im E-Mail-Postfach: "Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen" - und dazu mussten Sie nicht mal an einem Preisausschreiben teilnehmen.

Sie müssen nur eins tun: eine teure Telefonnummer anrufen oder ihren Preis im Rahmen einer Verkaufsveranstaltung in Empfang nehmen. Dass dabei der versprochene Gewinn für Sie abfällt, ist allerdings unrealistisch.

Von Gesetz wegen müssen zugesicherte Gewinne auch tatsächlich ausgehändigt werden. Wenn Sie allerdings versuchen, den versprochenen Preis über den Rechtsweg einzuklagen, sind die Erfolgsaussichten mau. Meist sitzen die Firmen im Ausland und sind dort nicht zu belangen.

Also: Ab in den Papierkorb mit Gewinnmitteilungen.

Rezepte, Grußkarten, Rätsel oder Virenschutz – wir sind es gewöhnt, für Inhalte im Netz nichts zu bezahlen. Viele geben deshalb arglos ihre Daten ein, um sich für vermeintlich kostenlose Dienste zu registrieren.

Umso größer dann die Überraschung, wenn plötzlich die Rechnung für ein angeblich abgeschlossenes Abonnement ins Haus flattert. Im Kleingedruckten der Allgemeinen Geschäftsbedingungen hätten Sie den Preis für die Registrierung nachlesen können.

Zahlen Sie nicht, müssen Sie mit weiterem Druck rechnen: Erst kommen Mahnungen, dann Post vom Rechtsanwalt oder vom Inkassobüro. Reagieren Sie schon auf die erste Forderung und widersprechen Sie schriftlich. Musterbriefe finden Sie beispielsweise bei den Verbraucherzentralen.

Nicht nur aufgrund der verschleierten Preise sind die Forderungen sehr zweifelhaft: Laut Fernabsatzgesetz haben Kunden ein zweiwöchiges Widerrufsrecht. Über dieses Recht müssen Sie schriftlich belehrt werden, per Brief oder E-Mail. Haben Sie keine Belehrung erhalten, ist der Vertrag nichtig.

Hat Ihr Nachwuchs versehentlich ein Abo abgeschlossen, haben Sie ebenfalls gute Karten: Verträge mit Minderjährigen, die finanziell den Rahmen des Taschengeldes sprengen, sind ohne Zustimmung der Eltern ungültig.

Wenn die Rechnung auf dem Tisch liegt, sollten Sie auf jeden Fall schnell Beweise sichern: also Screenshots erstellen oder die Seite mit Datum ausdrucken.

Angesichts von Millionen Arbeitslosen kann man es sich kaum vorstellen: Da gibt es doch tatsächlich Firmen, die händeringend nach Mitarbeitern suchen und diese für ein paar Stunden Arbeit pro Woche auch noch fürstlich bezahlen. Und das Schönste: Meistens sind nicht einmal besondere Qualifikationen notwendig.

Es gibt da allerdings schon eine Kleinigkeit, die Sie mitbringen sollten, wenn Sie sich für solch einen Nebenjob interessieren: Geld.

Das wird oft schon dann fällig, wenn Sie sich genauer über den Job informieren wollen. Wer unter der angegebenen Telefonnummer anruft, wird oft an eine teure 0900er-Nummer verwiesen.

Manchmal sollen die Job-Aspiranten auch eine Schulung mitmachen, die natürlich bezahlt werden muss. Auch das ist reine Abzocke. Seriöse Firmen bilden ihre Mitarbeiter kostenlos aus.

Wenn Sie erstmal in Vorleistung gehen sollen, ist grundsätzlich Vorsicht geboten. So lassen sich manche "Arbeitgeber" für Produkte bezahlen, die Sie dann weiterverkaufen sollen. Am Ende sitzen Sie auf einem teuren Berg von Kosmetik oder Gesundheitsmittelchen, für die Sie keine Abnehmer finden.

Wenn Ihnen ein Vertreter oder Makler eine Versicherung verkauft, bekommt er dafür Provision. Normalerweise zahlen Sie diese innerhalb der ersten fünf Jahre mit den Versicherungsprämien ab.

Bei Nettopolicen ist diese Provision herausgerechnet, die Versicherungsbeiträge fallen deshalb günstiger aus. Das heißt aber nicht, dass der Vermittler auf sein Geld verzichtet. Die Provision wird in einem separaten Vertrag zwischen Ihnen und dem Vertreter geregelt.

Das ist an sich nicht weiter problematisch. Ärgerlich wird es nur, wenn Sie es sich mit der Versicherung anders überlegen und den Abschluss der Police widerrufen. Dann haben Sie zwar keine Versicherung, müssen den Vermittler aber trotzdem bezahlen. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Provisionsvertrag in den Geschäftsräumen des Vertreters geschlossen wurde.

Was machen Sie, wenn Sie nachts ohne Schlüssel vor der Haustür stehen? Was, wenn das Wasser in der Toilette nicht mehr abfließen will? Klar, Sie holen Hilfe und müssen diese unter Umständen teuer bezahlen.

Not kennt kein Gebot: Einige Schlüsseldienste, Rohrreiniger oder Elektriker lassen sich ihre Einsatzbereitschaft zu ungewöhnlicher Stunde fürstlich entlohnen. Grundsätzlich sind Notdienstzuschläge auf den Lohn zwar okay, doch es gibt Grenzen.

Auch wenn Panik nicht gerade die beste Voraussetzung für sorgfältige Planung ist: Versuchen Sie, ein seriöses Unternehmen zu finden. Wenn möglich erkundigen Sie sich bei mehreren Anbietern, was die Sache kosten wird und vereinbaren Sie einen Festpreis.

Wählen Sie nicht den Anbieter mit der größten Anzeige, sondern achten Sie auf die Adresse. So halten Sie wenigstens die Anfahrtskosten niedrig.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass der Handwerker nur das Nötigste unternimmt. Bei der Rohrreinigung ist das nicht ganz einfach zu kontrollieren, bei Schlüsseldiensten schon eher: Wenn Sie die Haustür nicht abgesperrt haben, muss auf keinen Fall das komplette Schloss ausgetauscht werden.

3, 2, 1 … meins? Denkste! Tausende erfolgreicher Bieter haben schon vergeblich auf bezahlte Ware gehofft. Gegen Betrug bei Online-Auktionen helfen Käuferschutz-Programme nur begrenzt.

Auf jeden Fall sollten Sie den Anbieter schon vor dem Bieten soweit wie möglich unter die Lupe nehmen. Viele gute Bewertungen sind gut, noch besser ist es, wenn sie über einen längeren Zeitraum gesammelt wurden.

Schauen Sie auch, was der Verkäufer sonst noch so anbietet. Wer lange nur Kleinkram im Programm hatte und dann plötzlich Luxusartikel oder teure Elektrogeräte im großen Stil verkauft, macht sich verdächtig.

Auch beim Bezahlen ist Vorsicht angebracht: Lassen Sie sich nicht auf Transfersysteme wie Western Union ein. Damit kann der Verkäufer seine Identität verschleiern. Schlägt man Ihnen die Abwicklung über einen Ihnen unbekannten Treuhandservice vor, prüfen Sie unbedingt ob dieser auch seriös ist.

Kaum zu glauben, dass diese Dame noch zu haben ist: Heidi, 31, mit langen braunen Haaren und Top-Figur ist anschmiegsam und häuslich. Geld und Äußerlichkeiten interessieren sie nicht so, sie sucht eine starke Schulter zum Anlehnen. Das "Originalfoto" in der Annonce ist wirklich vielversprechend.

Heidi kennenzulernen ist allerdings gar nicht so einfach. Der Weg führt über ein Partnervermittlungsinstitut, das Ihnen wahrscheinlich erstmal einen Vertreter nach Hause schickt. Der stellt fest, dass Sie hervorragend zu Heidi passen würden und bittet Sie, einen Vermittlungsvertrag zu unterzeichnen.

Darin ist freilich von Heidi keine Rede mehr. Vielmehr unterschreiben Sie, dass man Sie in eine Kartei aufnimmt und Ihnen Kontaktvorschläge macht. Brauchbare sind allerdings selten darunter.

Der Trick ist alt, scheint aber immer noch zu funktionieren: In einer E-Mail werden Sie aufgefordert, Ihre Bankdaten zu kontrollieren. Der angegebene Link führt allerdings nicht zu Ihrer Bank, sondern auf eine gefälschte Seite.

Hier bittet man Sie, Kontonummer, PIN und TAN einzugeben. Lassen Sie sich drauf ein, ist Ihr Konto bald leer geräumt.

Eine normale SMS kostet Sie höchstens 20 Cent, eine Premium-SMS dagegen bis zu fünf Euro. Premium-SMS werden oft als Zahlungsmittel für Kleinbeträge genutzt und daran ist auch nichts Verwerfliches, solange man weiß, auf welche Kosten man sich einlässt.

Und das ist offenbar nicht immer der Fall. Gerade Kinder und Jugendliche prüfen nicht unbedingt das Kleingedruckte, bevor sie sich per SMS einen Klingelton zuschicken lassen oder eine Gewinnspiel-Antwort senden.

Wer nicht aufpasst, schließt mit der ersten SMS ein Abo ab und wird fortan täglich mit teuren Diensten beglückt. Oft kann eine weitere SMS mit dem Inhalt "STOPALL" dem Spuk ein Ende bereiten.

"Möchten Sie dieses Gespräch annehmen?" Früher kannte man diesen Satz nur aus amerikanischen Filmen, seit einigen Jahren gibt es auch hierzulande das R-Gespräch. Für den Anrufer ist das eine schöne Sache: Er telefoniert kostenlos.

Für Sie dagegen kann es richtig teuer werden: Bis zu 99 Cent pro Minute kassiert der Anbieter für das Gespräch. Wer auf keinen Fall angerufen werden möchte, kann sich bei der Bundesnetzagentur in eine Sperrliste eintragen lassen.

Um ihren Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, drohen Abzockerfirmen gern mit einem Eintrag bei der Schufa. Meist ist das leeres Geschwätz.

Die Schufa nimmt nämlich nur die berechtigten Meldungen ihrer Vertragspartner entgegen. Wenn Sie einer unrechtmäßigen Rechnung widersprochen haben, dürften Sie nichts zu befürchten haben.

Eine zweite Heimat am Lieblings-Ferienort – Timesharing macht's möglich. Dabei erwerben Sie Wohnrechte an einer Ferienimmobilie, die Sie dann zu vorher vereinbarten Zeiten besuchen können. Wenn Sie doch einmal woanders urlauben möchten, können Sie mit anderen Wohnrechte-Inhabern tauschen.

Klingt alles gut und ist trotzdem nicht zu empfehlen. Denn auf Dauer ist Timesharing teuer und unflexibel. Zum fünfstelligen Kaufbetrag fürs Wohnrecht kommen laufende Unterhaltskosten und natürlich die Anreise. Wollen Sie außerhalb des einmal angegebenen Zeitraums kommen, zahlen Sie drauf.

Den Tausch von Wohnrechten lassen sich die Anbieter versilbern. Timesharing-Anteile wieder loszuwerden ist sehr schwierig Einen funktionierenden Zweitmarkt gibt es nicht. Fazit: Mit Pauschalreisen oder gemieteten Ferienhäusern kommen Sie meist günstiger weg.

Ein Umzug muss nicht teuer sein: Drei Männer und ein LKW – für drei Stunden soll der Einsatz gerade mal 150 Euro kosten, verspricht der Handzettel im Briefkasten. Möglicherweise werden es dann aber doch sehr viel mehr.

Oft handelt es sich bei solchen Dumping-Anzeigen um reine Lockangebote. Spätestens wenn der Umzug nach drei Stunden nicht über die Bühne ist, steigt der Stundenpreis in ungeahnte Höhen. Vielleicht berechnet man Ihnen plötzlich auch horrende Zuschläge für den Transport der Waschmaschine oder für Montagen.

Was auch immer sich die Speditions-Abzocker einfallen lassen, um Ihnen zusätzliches Geld aus der Tasche zu ziehen: Meist präsentieren sie ihre Forderungen erst, wenn die Möbel im LKW eingeladen sind. So haben sie ein zusätzliches Druckmittel. Und wer bricht schon mittendrin den Umzug ab?

Unseriöse Speditionsfirmen erkennen Sie nicht nur am Dumpingpreis, sondern auch an den Kontaktinformationen. Ist nur eine Handynummer angegeben, lässt das nichts Gutes hoffen. Doch auch Adressen sollten Sie im Zweifelsfall überprüfen.

Man kann es nicht oft genug sagen: Verwenden Sie auf Ihrer Homepage keine Inhalte, für die Sie keine Rechte besitzen. Das gilt auch für Bilder, die Sie bei Verkaufsaktionen einstellen. Ansonsten droht Ungemach in Form von gepfefferten Abmahnungen.

Bebildern Sie beispielsweise Ihre Handy-Verkaufsanzeige bei Ebay mit einem Foto, das ein anderer Verkäufer geschossen hat, kann dieser Ihnen die unberechtigte Nutzung per Unterlassungserklärung untersagen lassen. Der Anwalt, der das erledigt, setzt den Streitwert extrem hoch an. So hat er auch etwas davon, schließlich zahlen Sie seine Gebühren.

Also: Entweder selber machen oder nach frei zugänglichen "Open-Source"-Inhalten suchen. Das ist beispielsweise bei Googles Bildersuche über die Voreinstellungen ganz bequem möglich.

Sie bekommen gern etwas geschenkt? Da bietet es sich doch an, die Sache systematisch anzugehen. Sie glauben gar nicht, wie viele Firmen Ihre Produkte kostenlos unters Volk bringen wollen. Das wollen ihnen zumindest diverse Vermittleragenturen weismachen.

Einmal in die Kartei aufgenommen, werden Sie künftig regelmäßig mit Gratisproben und Testwaren versorgt, so das Versprechen. Den monatlichen Abopreis für diese Dienstleistung holen Sie so locker wieder rein.

Auf die versprochenen tollen Proben und Warenmuster können Sie lange warten, die Abbuchung von Ihrem Konto kommt dagegen zuverlässig. Rechtlich können Sie gegen die Agentur nicht viel ausrichten, sie werden auf die lieferfaulen Firmen verweisen.

Fazit: Eigentlich ist es ganz einfach, Abzockern aus dem Weg zu gehen. Meist reicht schon der gesunde Menschenverstand. (Text: I. Noé)

weitere Bilderserien