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Mittwoch, 20. Dezember 2017

Lesestoff für den Weihnachtsmann: Bücher unterm Tannenbaum

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Man kann es drehen und wenden wie man will: Auch in diesem Jahr ist am 24. Dezember Heiligabend. (Foto: imago/Horst Galuschka)

Man kann es drehen und wenden wie man will: Auch in diesem Jahr ist am 24. Dezember Heiligabend.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Auch in diesem Jahr ist am 24. Dezember Heiligabend.

Und auch wenn man versprochen hat, sich nichts zu schenken - wer will schon riskieren, dass die anderen dann doch eine klitzekleine Kleinigkeit besorgt haben?

So eine knackige Wurst ist prinzipiell eine gute Idee, aber ist die Schwiegertochter nicht Veganerin? Dann passt das natürlich nicht.

Was aber immer geht, ist ein Buch.

Bloß welches, fragen Sie sich nun? Da können wir mit Empfehlungen aus der Redaktion helfen.

Heiligabend und der vierte Advent fallen ja in diesem Jahr auf denselben Tag. Wie wäre es also mit einem Kinderbuchklassiker, der diesem Fakt Rechnung trägt?

Klaus Kordons Buch erzählt eine Geschichte vom Wünschen und Wünscheerfüllen, vom Teilen und Schenken und ist gerade von Jasmin Schäfer neu illustriert erschienen. (Beltz und Gelberg, 57 Seiten, 12,95 Euro) (sba)

Steampunk trifft Graphic Novel, Kapitän Nemo mischt sich mit Weltraumabenteuern, Dinosaurier treffen auf Zukunftstechnologie.

In Armand Balthazars "Timeless" ist das möglich, nachdem eine Zeitenkollision alle Grenzen aufgehoben hat. An Diegos 13. Geburtstag wird Chicago, wo er lebt, von Räubern angegriffen. Außerdem wird sein Vater entführt.

Zusammen mit seinen Freunden Petey, Paige und Lucy macht sich Diego zu einer Rettungsmission auf, die ihnen alles abverlangt.

Baltazars Vergangenheit in der Filmindustrie ist in den opulenten Illustrationen, die zum Teil sogar die Geschichte weitererzählen, unübersehbar. Mit 600 Seiten ein echter Wälzer und trotz einiger Längen toll zu lesen, (cbj, 624 Seiten, 19,99 Euro) (sba)

Der Menschenjunge Ben, das Koboldmädchen Schwefelfell, die Ratte Lola und all die anderen magischen Wesen aus Cornelia Funkes "Drachenreitern" stehen vor einer neuen Herausforderung.

Denn überall verschwinden fantastische Geschöpfe. Auch dem Drachen Lung, der Ben einst zum Drachenreiter machte, scheint etwas zugestoßen zu sein. Doch die Freefab, die Organisation zum Schutz aller Fabelwesen, zieht los, ..

... um das Rätsel um die verschwundenen Freunde in einem isländischen Vulkan zu lösen. Funkes erstes Hörspiel "Die Vulkanmission" fällt mit 90 Minuten eher kurz aus, dafür tobt sie sich mit Dialogen, Geräuschen und Liedern aus und liefert schon jetzt die Fortsetzung zu "Die Feder eines Greifs". (Atmende Bücher, 90 Minuten, 12,99 Euro) (sba)

Matuschek lebt dort, wo andere wegziehen: mitten in einem entvölkerten Ort irgendwo im Osten Deutschlands. Als seine Mutter stirbt, gerät das Leben des 40-Jährigen ins Wanken. Eine Frau hat er nicht, dafür Brieftauben und ein paar Nachbarn - mal mehr, mal weniger nervige. Erst die Begegnung mit Irina lässt ihn erahnen, was Glück ist. Doch dann droht alles den Bach runterzugehen.

Lakonisch, teils derb, aber immer mit Respekt und Feingefühl für ihre Figuren schreibt Kerstin Preiwuß in "Nach Onkalo" eine Provinzgeschichte über die großen Fragen des Lebens. Viele der Bilder und Szenen bleiben einem lange im Gedächtnis. (Berlin Verlag, 240 Seiten, 20 Euro) (kse)

In "Das letzte Land" erzählt Svenja Leiber vom Leben des Geigers Ruven. In seinem norddeutschen Heimatort ist er in den 1910er-Jahren ein Außenseiter, denn er verfügt über eine außergewöhnliche Begabung: Er sieht Töne und hört Bilder. In dem jüdischen Violinenspieler Goldbaum findet er einen Lehrmeister; in dessen Tochter seine große, aber unerfüllte Liebe. Als seine Karriere kurz vor dem Durchbruch steht, reißt der Zweite Weltkrieg Deutschland in den Abgrund.

Der Roman, dessen Fokus sich gegen Ende auf Ruvens Tochter Marie richtet, ist ein plastisches Panorama fast des kompletten 20. Jahrhunderts. Er besticht vor allem durch seine besondere erzählerische Art, der selbst etwas Musikalisches anhaftet. Leiber baut viele Tempowechsel ein und entwickelt einen ganz eigenen Sprachstil zwischen Konkretem und Andeutung, der einen packt. (Suhrkamp, 320 Seiten, gebunden 19,95 Euro, Taschenbuch 10 Euro) (kse)

Wer jemanden beschenken möchte, der von einer Weihnachtszeit in New York träumt oder tatsächlich Silvester im Big Apple gebucht hat, für den gibt es gleich eine ganze Reihe Bücher zur Auswahl.

Denn auf den Bestsellerlisten fanden sich zuletzt viele Coming-of-age-Bücher in bester Salinger-Manier ("Fänger im Roggen). Und sie alle spielen vorzugsweise in New York City.

In ihnen wird zwar durchaus auch mal frohlockt und gejauchzt, doch zerschlagene Träume und enttäuschte Erwartungen gehören ebenfalls zum Erwachsenwerden.

Auf Platz vier der vollkommen subjektiven New-York-Hitliste: "Der Distelfink" von Donna Tartt. Theo Decker verliert bei einem Bombenanschlag in einem New Yorker Museum seine Mutter. Was ihm bleibt, ist ein kleines Gemälde, das der 13-Jährige bei dem Anschlag impulsiv an sich genommen hat und das ihn in die Kriminalität herabzuziehen droht.

Donna Tartt landete 1992 gleich mit ihrem Debüt "Die geheime Geschichte" einen preisgekrönten Bestseller. Doch die Schriftstellerin lässt sich Zeit beim Schreiben: Für ihre drei großen Romane jeweils eine Dekade. Tut dem Erfolg keinen Abbruch: "Der Distelfink" belegte sofort Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste und wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Der Roman ist allerdings für geduldige Leser: Theos Geschichte erstreckt sich über 1024 Seiten. (Goldman Verlag, gebunden 24,99 Euro, Taschenbuch 12,99 Euro)

Aufs Treppchen gehören zweifelsohne "Die Interessanten" - Meg Wolitzers Roman über sechs Teenager mit hochfliegenden Träumen, die sich in einem Sommercamp für künstlerisch begabte Kinder treffen. Jahrzehnte später haben sich die Versprechungen des Sommers 1974 nicht für alle erfüllt. Ruhm bekommt nur Ethan, Jules muss ihren Schauspielerinnen-Traum beerdigen, Goodman büßt für seine Taten an Cathy, seine Schwester Ash versucht die Fassade aufrechtzuerhalten und Jonah wird sein Talent geklaut.

Über 40 Jahre spannt Meg Wolitzer den Erzählbogen über ihre Charaktere - und lässt sie alle Rückschläge und Desillusionen aber auch Erfolge erleben, die das Leben so mit sich bringt. Wolitzers leichter Schreibstil führt oft dazu, das sie auf Büchertischen für "Chick-Lit" (anspruchslose Frauenliteratur) landet - doch wie schon andere bewiesen haben, heißt Lesevergnügen nicht gleich anspruchslos, und Männer können sich hier genauso festlesen. (DuMont, 608 Seiten, gebunden 22,99 Euro, Taschenbuch 9,99 Euro)

Das härteste New-York-Buch von allen ist "Ein wenig Leben". Auf fast 1000 Seiten erzählt Hanya Yanagihara die Geschichte von vier Freunden verschiedenen Glaubens, Herkunft und Hautfarbe, doch eins in dem amerikanischen Anspruch auf ein besseres Leben. Doch was, wenn alte Narben und Verletzungen das verhindern?

Yanagiharas Buch ist kein Wohlfühlbuch für zwischendurch. Sexueller Missbrauch, Drogensucht, tödliche Unfälle ziehen sich durch den ganzen Roman, der einen nichtsdestotrotz fesselt. Denn man kann nicht anders als mit den Charakteren auf ein glückliches Ende, auf ein wenig Leben zu hoffen. (Hanser Berlin, 960 Seiten, gebunden 28 Euro, Taschenbuch 16 Euro)

Auf Platz eins der persönlichen New York Liste steht "4 3 2 1" von Paul Auster. Auch weil der New Yorker Autor hier gleich vier Bücher in einem vorlegt: Denn den Helden, Archie Ferguson, gibt es gleich viermal. 1947 in den USA geboren, verläuft das Leben von Ferguson auf unterschiedliche Weise. Mal kann sich sein Vater seinen betrügerischen Brüdern zur Wehr setzen, mal fällt er ihnen zum Opfer. Mal verfolgt seine Mutter ihre Karriere als Fotografin, mal gibt sie alles für die Familie auf. Und Fergusons Leben wird auf immer neue Bahnen geschickt.

Kultautor Auster hat sich mit "4 3 2 1" zum 70. Geburtstag selbst ein Geschenk gemacht - denn sein Buch destilliert alle seine Werke und kredenzt sie neu. Ein Muss für Auster-Fans, eine wunderbare Entdeckung für Neulinge in diesem Universum. (Rowohlt, 1264 Seiten, gebunden 29,95 Euro, Taschenbuch 18 Euro) (sla)

Der Literaturnobelpreis ist natürlich eine sehr ehrenvolle Auszeichnung, nicht jeder Nobelpreisträger liefert jedoch auch überzeugenden Schenk-Lesestoff. Der diesjährige schon.

Der japanischstämmige Brite Kazuo Ishiguro schreibt tatsächlich so, dass man von seinen Worten und Figuren gepackt ist. Letztlich gehe es allein darum, dass eine schreibende Person in einem stillen Raum versuche, mit einer lesenden Person in einem anderen stillen (oder nicht so stillen) Raum in Verbindung zu treten, sagte Ishiguro in seiner Nobelpreisrede.

Unbedingt lesen und verschenken sollte man: "Was vom Tage übrig blieb". Es ist die bittersüße Lebens- und Liebesgeschichte des Butlers Stevens, der vor lauter Dienstbarkeit seine ureigensten Werte und Gefühle völlig aus den Augen verloren hat - bis seine raue Schale auf einer Reise einen Knacks bekommt. (Heyne, gebunden 20 Euro, Taschenbuch 9,99 Euro)

Auch Ishiguro, aber sehr viel weniger altes England ist "Alles, was wir geben mussten". Im Internat Hailsham verbringen Kathy, Ruth und Tommy gemeinsam die letzten Tage ihrer Kindheit und die ersten ihres Erwachsenfühlens. Doch die erste Liebe steht im Schatten der Bestimmung der jungen Leute, die schon bald ihre Organe spenden und dann "abschließen" sollen. (Blessing, 350 Seiten, gebunden 20 Euro, Heyne, Taschenbuch, 9,99 Euro) (sba)

Urlaub 2018 schon durchgeplant? Malle? Teneriffa? DomRep? Wieso nicht mal an die Nordsee? Da hat man Wasser, Strand und Dänemark vor der Haustür. Wer sich dafür inspirieren lassen will, kann das mit der neuesten "Curves"-Ausgabe "Deutsche Küsten/Dänemark".

Stefan Bogner, der in der Vergangenheit bereits die Passstraßen in Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz eindrucksvoll und auf einzigartige Weise auf Papier gebracht hat, dazu in Amerika und Schottland unterwegs war, gibt damit sozusagen sein Heimdebüt. Passstraßen an der Küste?

Nein, diesmal nicht. Aber "on the road again", entlang der Nord- und Ostsee und mit einem ausführlichen Abstecher nach Dänemark - das ist "Curves" pur. Es geht dabei weniger um Geschwindigkeit, es geht vielmehr um Fahrgefühl, Fahrspaß - und eine Mischung aus Fahrtwind und Seebrise. Und wem Deutschland und Dänemark zu ordinär sind, spart das Geld und wartet auf eine der nächsten Ausgaben. Stefan Bogners Träume heißen: Norwegen und Japan. (bad)

Nicht jeder, der Bücher mag, mag auch viel lesen. Sind Sie trotzdem ein typischer n-tv.de-Leser, also: aufgeschlossen, humorbegabt und am aktuellen Weltgeschehen interessiert? Dann käme einer der beiden Karikaturen-Jahresbände aus dem Berliner Schaltzeit-Verlag in Frage. Entweder der des Recklinghäuser Wahl-Kölners Heiko Sakurei ...

... oder die bissig-politischen Karikaturen des Berliner Schwaben Klaus Stuttmann, der sich für Dutzende deutsche Tageszeitungen und im vergangenen Jahr besonders an Donald abgearbeitet hat - und damit ist meist nicht der aus Walt Disneys Entenhausen gemeint. (Oh, wie schön ist Jamaika, 176 Seiten, 17,90 Euro, Alles Fake, 228 Seiten, 19,90 Euro) (thl)

Wieder kein Neunelfer unterm Weihnachtsbaum?

Das ist schon frustrierend, vor allem, weil kaum ein Auto mehr Mysterium verbreitet als so ein klassischer Porsche 911. Wer sich dennoch in die Welt der Reichen und Schönen, aber vor allem in die Welt der Liebhaber und Porsche-Freaks versetzen möchte, um seinen Träumen noch etwas mehr Futter zu geben, dem sei ...

... Ulf Poschardts "Porsche 911: The Ultimate Sportscar as Cultural Icon" empfohlen. Der "Welt"-Chefredakteur hat ein Buch verfasst, das über den gewöhnlichen Abdruck schöner Fotos eines wunderbaren Autos hinausgeht.

Es beginnt beim Psychiater: "Nein, Sie müssen sich keine Sorgen machen, wenn Sie in ein Auto verliebt sind. Vor allem, wenn es so feminine Kurven hat (...) und ein solches Dekolletee." Das Buch erzählt von der Leidenschaft der Porsche-Macher und der Porsche-Fahrer, es macht verständlich, warum man sich in dieses Auto verlieben kann, es verrät auch etwas über den Verfasser und es endet damit, ...

... dass es nicht den einen typischen Porsche-Fahrer gibt, außer, dass Porsche-911-Fahrer alle in ihrer Exzentrik miteinander vereint sind. Und der Tatsache, dass sie, ob nun Pate oder Punk, über das nötige Kleingeld verfügen sollten. (Gestalten, 240 Seiten, 35 Euro) (soe)

Ein weiteres Traumobjekt unter dem Weihnachtsbaum: ein Hund. Dem Kanadier Colin Campbell hat Hund George jedenfalls das Leben gerettet. Campbell ist erfolgreich in seinem Beruf, glücklich verheiratet und lebt in einem schönen Haus in Toronto. Eines Tages kehrt er von einer Geschäftsreise zurück und muss feststellen, dass sein bisheriges Leben wie eine Seifenblase zerplatzt ist. Verlassen von seiner Frau in einem halb leergeräumten Haus, versinkt er in einer tiefen Depression.

Doch alles ändert sich an dem Tag, als er beschließt, den Neufundländer George zu adoptieren. George wurde misshandelt, ist dementsprechend misstrauisch und fürchtet sich vor Männern. (Im Bild Hund und Herr auf Instagram)

"Ich habe mich für George entschieden, da er - genau wie ich - verlassen wurde, und dazu auch noch obdachlos war. Ihn aufzunehmen, war die beste Entscheidung meines Lebens", schwärmt Colin Campbell. Lassen Sie sich also verzaubern von einer wahren Geschichte mit viel Leidenschaft und Nachahmungspotenzial. (Eden Books, 256 Seiten, 14,95 Euro) (soe)

Der Blick in die Zukunft - oft haben wir ihn schon gewagt. Vieles wurde wahr, einiges nicht.

Einen Blick in die Zukunft zu werfen, traut sich nun auch die junge Autorin Theresa Hannig. Sie arbeitete als Softwareentwicklerin, SAP Beraterin, Projektmanagerin von Solaranlagen und Lichtdesignerin. Im Jahr 2016 gewann sie mit ihrem Debütroman "Die Optimierer" den 1. Stefan-Lübbe-Preis.

Und darum geht es: Im Jahr 2052 hat sich die Bundesrepublik Europa vom Rest der Welt abgeschottet. Hochentwickelte Roboter sorgen für Wohlstand und Sicherheit in der sogenannten Optimalwohlökonomie. Hier werden alle Bürger von der Agentur für Lebensberatung rund um die Uhr überwacht, um für jeden einzelnen den perfekten Platz in der Gesellschaft zu finden.

Samson Freitag ist Lebensberater im Staatsdienst und ein glühender Verfechter des Systems. Doch als er kurz vor seiner Beförderung beschuldigt wird, eine falsche Beratung erteilt zu haben, gerät er in einen Abwärtsstrudel, dem er nicht mehr entkommen kann. Das System legt alles daran, ihn zu optimieren - ob er will oder nicht.

Hannig, die bereits an der Fortsetzung ihres Romans arbeitet, sagt: "Manchmal ist es sehr gruselig, Schriftstellerin zu sein. Ich sitze in einem halb abgedunkelten Raum und schreibe eine Szene, die mich selbst erstarren lässt. Ich schaue ihr zu, beobachte, wie sich die Szene formt, was als nächstes passiert und würde am liebsten das Buch, das es noch nicht gibt, aus der Hand legen. (...) Die Geschichte kommt zum Autor, nicht umgekehrt. (...) Gerade, vor wenigen Minuten kam eine Geschichte zu mir. Wenn ich daran denke, stellen sich mir immer noch die Nackenhaare hoch." In diesem Sinne - schmökern Sie! (Bastei Lübbe, 304 Seiten, 10 Euro) (soe)

Von den Franzosen lernen, heißt wohnen lernen. Und anziehen. Und essen. Und leben überhaupt. Wir können gar nicht genug bekommen von den Tipps unserer eleganten Nachbarn. Und deswegen lesen wir jetzt auch noch ...

... "Chez Moi" von Sarah Lavoine. Ihr Vater war Chef der Vogue, ihre Mutter Inneneinrichterin. Was soll man sagen? Der Geschmack wurde Baby Sarah in die Designer-Wiege gelegt.

Die Stilikone und Mutter von drei Kindern (auf dem Foto mit ihrem Mann Marc) erklärt in kurzen Kapiteln, wie wir leichter durchs Leben kommen, wie wir aus weniger mehr machen, wie wir Günstiges teuer aussehen lassen und wie wir es schaffen, nach einem anstrengenden Tag mit ein paar Ohrringen und einem Spritzer Eau de Cologne in Partylaune zu geraten. Kennen wir schon? Egal, macht nichts, wir haben es ja immer noch nicht drauf, dieses "Savoir Vivre", und deswegen: Lesen. (Knesebeck, 192 Seiten, 24,95 Euro) (soe)

Sie schuften für 50 Cent am Tag, damit wir unseren Kaffee und unsere Schokolade genießen können - und sollen selbst zurückbleiben in Armut, ohne gerechten Anteil am Wohlstand der anderen? Dass viele, vor allem junge Menschen aus Afrika, die Flucht Richtung Europa ergreifen - wen wundert es? Es fehlt uns heute weder an Wissen, noch an Technologien, noch an Geld, um endlich zu mehr Fairness gegenüber den unterentwickelten Ländern dieser Welt zu kommen.

Was wir brauchen: zupacken und Lösungen umsetzen. Einer, der das macht, ist Gerd Müller. Der CSU-Politiker ist seit 2013 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und setzt abseits parteipolitischer Grenzen unter anderem mit seinem Buch "Unfair" ein Zeichen. So einen wie Gerd Müller braucht es, um eine Art "Marshallplan" zu entwickeln, der die wirtschaftliche Entwicklung afrikanischer Staaten vorantreiben soll. Wie der aussieht? Steht in "Unfair". Chapeau, Herr Minister. (Murmann Publishers, 192 Seiten, 19,90 Euro) (soe)

Zu guter Letzt noch eine Liebeserklärung an ein durchgeknalltes Land. Was kann Amerika denn dafür, dass ... ach, lassen wir das. Natürlich können die Amerikaner etwas dafür, wie es läuft in ihrem Land, dass man Amerika aber dennoch lieben kann, ...

... das erzählt Michaela Haas in "Crazy Amerika". Wenn wir uns fragen "Haben die Amis sie noch alle?", dann weiß Haas, ja, doch, haben sie. Denn Amerikaner laufen nicht nur mit einer Knarre durch das Land, sondern auch mit einem großen Herzen, sehr viel Offenheit, haben teilweise sehr leckeres Essen und eine riesige Bandbreite an wunderbarer Natur. (Goldmann, 320 Seiten, 10 Euro) (soe)

Die Geschichte eines kleinen Mädchens und ihres etwas speziellen Haustiers erzählt das Kinderbuch "Jules Ratte", von dem nicht nur die Kleinen, sondern auch die Großen und Journalisten und Politiker etwas lernen könnten.

Der liebenswerte, bücherverschlingende Nager wird von Jule eingefangen und ab sofort gilt ein Übereinkommen zwischen Mensch und Ratte: Jule kümmert sich um das wissbegierige Tier und die Ratte nimmt ihr dafür die Lesearbeit ab. Ab sofort muss sich das Mädchen keine Sorgen mehr um ihre Schulaufgaben machen. Doch eines Tages verschwindet Jules Leseratte…

... und Jule lernt eine wichtige Lektion über das Wissen. "Jules Ratte" von Peter Hacks erzählt die Geschichte vom Fleiß der eigenen Arbeit und davon, dass es sich lohnt, sich selbst ein Bild zu machen. Das Buch erklärt auf 28 Seiten mit wunderbaren Bildern von Klaus Ensikat den Unterschied zwischen Wissen und Verstehen – und den zu erläutern, lohnt sich auch bei manchen Erwachsenen. (Eulenspiegel Kinderbuchverlag, 14,99 Euro.) (bdk)

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