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Sonntag, 03. Dezember 2017

Leistungsdaten des Menschen: Blut, das durch die Adern rinnt

Von Jana Zeh

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Blut ist eine ganz besondere Körperflüssigkeit, ... (Foto: REUTERS)

Blut ist eine ganz besondere Körperflüssigkeit, ...

Blut ist eine ganz besondere Körperflüssigkeit, ...

... die Aufsehen erregt, wenn sie außerhalb des Körpers ist.

Denn wird Blut mit seiner unverwechselbaren Signalfarbe sichtbar, ist der Grund in vielen Fällen eine Verletzung.

Sichtbares Blut erzeugt beim Menschen ein Achtungs- oder Fluchtsignal.

Manchen wird beim Anblick übel, einige fallen sogar in Ohnmacht.

Andere haben tagtäglich damit zu tun. Grund genug, einmal genauer auf den Saft des Lebens zu schauen.

Blut wird mit Hilfe des Herzens durch den gesamten Körper gepumpt.

Die Pumptätigkeit des Herzens ist an verschiedenen Stellen des Körpers als Puls fühl- und messbar.

Mit jedem Herzschlag werden rund 70 Milliliter Blut aus der rechten Herzkammer in die Lungenschlagader und ...

... aus der linken Herzkammer in die Körperschlagader gepumpt.

Das Herz, hier das eines Schafes, schlägt bei normalem Ruhepuls eines Erwachsenen zwischen 50 und 100 Mal in der Minute.

Das Blut eines erwachsenen Menschen benötigt dementsprechend weniger als eine Minute, um einmal den gesamten Blutkreislauf zu passieren.

Mit lediglich einem Pulsschlag wird Blut vom Herzen innerhalb von 0,2 Sekunden bis in die Fußarterie gebracht.

Innerhalb eines Lebens zieht sich der Herzmuskel durchschnittlich drei Milliarden Mal zusammen und entspannt sich natürlich genau so oft wieder.

Über das Blut werden alle Körperzellen mit Sauerstoff versorgt.

Es fließt über ein weitverzweigtes Geflecht in jede Region des Körpers.

Der geschlossene Blutkreislauf des Menschen wird oftmals mit einem Baum verglichen. Die Aorta wäre dann der Stamm.

Würde man alle Blutleitbahnen eines durchschnittlich großen Menschen aneinanderlegen, dann würde sich eine Gesamtlänge von etwa 100.000 Kilometern ergeben.

Diese würde rund zweieinhalb Mal um die Erde reichen.

Prinzipiell wird sauerstoffreiches Blut in den Arterien durch den Körper gepumpt. Es ist heller als sauerstoffarmes Blut, das in den Venen zum Herzen zurückfließt.

Eine Ausnahme stellen jedoch die Arterien im Lungenkreislauf dar. Sie transportieren sauerstoffarmes Blut zum Gasaustausch zur Lunge.

In der Medizin werden die Blutleitbahnen, die sauerstoffreiches Blut führen, in Rot und die, die sauerstoffarmes Blut führen, in Blau dargestellt.

Doch wie kommt der Sauerstoff überhaupt ins Blut?

Über den Atem. Erwachsene atmen rund 900 Mal in der Stunde ein und natürlich auch wieder aus.

Die Atemfrequenz hängt jedoch auch vom Alter ab. Neugeborene atmen rund 50 Mal in der Minute ein und aus.

Schulkinder dagegen atmen nur noch rund 25 Mal in der Minute ein und aus.

Körperliche Belastung kann dazu führen, dass sich die Atemfrequenz verdreifacht.

Das wiederum kann den Gasaustausch in den Lungen um das Zwanzigfache erhöhen.

Der Körper eines Menschen in Ruhe benötigt 0,3 Liter Sauerstoff pro Minute und gibt im gleichen Zeitraum rund 0,25 Liter Kohlendioxid ab.

Bei jedem Atemzug strömt ungefähr ein halber Liter Luft in die Lungen. Trainierte Ausdauersportler haben ein wesentlich größeres Lungenvolumen und können dementsprechend auch mehr Sauerstoff aufnehmen, wenn sie ihn benötigen.

Eine menschliche Lunge besitzt rund 300 Millionen Lungenbläschen, die eine Oberfläche bilden, die ungefähr das 35-Fache der gesamten Hautoberfläche misst.

Der Prozess der Aufnahme von Sauerstoff und der Abgabe von Kohlendioxid wird als Diffusion bezeichnet.

Aus der eingeatmeten Luft, die zu rund 20 Prozent aus Sauerstoff besteht, wird dieser mit Hilfe einer Flüssigkeit herausgelöst.

Er passiert dann die Membran, die aus den Alveolen (den Lungenbläschen) und den Kapillaren (den kleinsten Blutgefäßen) besteht und gelangt ins Blut.

Diese Membran, die auch als Blut-Luft-Schranke bezeichnet wird, ist nur 0,001 Millimeter dick und sowohl bei den Alveolen als auch bei den Kapillaren nur eine Zelle dick.

Gleichzeitig wird an gleicher Stelle das Kohlendioxid aus dem Blut gelöst und in die Lungenbläschen gebracht, ...

... um ausgeatmet zu werden.

Der Sauerstoff wird im Blut mit den roten Blutkörperchen transportiert, die in der Fachwelt als Erythrozyten bezeichnet werden.

Diese winzigen rundlichen Blättchen enthalten den Farbstoff Hämoglobin, der das Blut rot macht und den Sauerstoff an sich bindet.

Ungefähr die Hälfte des Blutes besteht aus Erythrozyten. Die andere Hälfte ist das Blutplasma mit den weißen Blutkörperchen, Proteinen, Salzen, Hormonen, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten.

In einem Mikroliter Blut schwimmen beim Mann zwischen 4,8 und 5,9 Millionen, bei einer Frau 4,3 bis 5,2 Millionen Erythrozyten. Würde man diese nebeneinanderlegen, dann würde ein halbes Fußballfeld gefüllt.

Die Blutblättchen, die keinen eigenen Zellkern haben, sterben nach 120 Tagen ab und werden von Milz und Leber abgebaut. Jede Sekunde gehen deshalb zirka zwei Millionen Erythrozyten zugrunde.

Beim gesunden Menschen wird exakt die gleiche Anzahl zur gleichen Zeit im Knochenmark neu gebildet.

Um diese Balance zu überprüfen und auch zur Feststellung der meisten Erkrankungen wird Blut entnommen und im Labor untersucht.

Ein hoher Blutverlust muss mit Blutkonserven, die von Spendern stammen, ausgeglichen werden.

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