TV

Klotzen statt kleckern Die neuesten Smartphone-Trends

Vieles läuft über das Smartphone, das immer mehr zum Allrounder wird. Digitaler Assistent, Taschencomputer, und ach ja: telefonieren geht ja auch. Dabei werden die Geräte immer größer und liefern immer mehr Daten direkt an andere weiter.

Ein Handy, mit nur einem Display? Das war gestern. Denn bald kommt das Yotaphone. Das bietet - neben dem klassischen Touchscreen - auf der Rückseite ein E-Ink Display, wie ein bei einem eBook-Reader. Das kann beliebige Inhalte zeigen, zum Beispiel Straßenkarte, Facebook-Nachrichten oder ein Flugticket. Ende des Jahres soll es auf den Markt kommen.

Bis dahin müssen Handys und ihre Nutzer noch mit einem Display auskommen. Auch das geht, zumal die aktuellen Bildschirme immer größer und schärfer werden. Ein Trend, der Lisa Brack, Chefredakteurin von Chip Online, sehr gelegen kommt: "Wer ein gutes Handy heraus bringen möchte, der muss unbedingt auf FullHD setzten. Das heißt, die Hersteller bringen noch hoch auflösendere Displays heraus. Besonders groß dürfen sie dann auch auch sein. Mindestens 5 Zoll sind angesagt.

Ist big auch beautiful?

Der aktuelle Spitzenreiter in Sachen Displaygröße: Das Ascend Mate von Huawei. Es misst satte 6,1 Zoll. Dem Technikblogger Johannes Knapp von NewGadget.de geht das schon zu weit: "Das ist schon so groß, das ist mir zu viel. Ich würde mich freuen, wenn die Spitzenmodelle wieder kleiner werden. Zum Beispiel mit 4 Zoll."

Hier kann HTC liefern: Das neue HTC One hat einen Bildschirm mit 4,7 Zoll – und mit Full-HD-Auflösung. Den passenden Sound liefern die Stereolautsprecher. Einen eigenen Weg gehen die Taiwaner bei der Kamera. Die bietet mit 4 Megapixeln eine auffallend niedrige Auflösung. Und doch eine bessere Bildqualität. Der Trick: Ultrapixel.

"Das sind besonders große Pixel, die sehr lichtempfindlich sind und bei Kunstlicht oder bei schwachem Licht gute Photos bringen sollen.", erklärt Lisa Brack von Chip Online.

Fühlbare Tasten

So gestochen scharf hoch aufgelöste Displays auch sein mögen: Eins vermitteln sie nicht: Das Schreibgefühl echter Tasten. Doch das soll sich ändern: Aus dem Bildschirm eines Android-Tablets fahren bei Bedarf fühlbare Tasten hervor – so kann man bald auch wieder blind tippen. Was aussieht wie Zauberei, funktioniert: "Das nennt sich Micro-Fluidtechnik. Das sind winzige unsichtbare Flüssigkeitskanäle im Bildschirm. Und wenn wir den Druck dieser Flüssigkeit ändern, erscheinen die Tasten oder verschwinden wieder.", so Craig Ciesla, Entwickler der Tactus Tastertur. Leider noch ein Prototyp, doch schon im nächsten Jahr soll es die ersten Seriengeräte geben.

Smartphone-Hersteller Blackberry, bislang gerade für seine Handys mit echten Tasten bekannt, geht den entgegengesetzten Weg. Das neue Flagschiff "Z10" setzt komplett auf TouchPad - jedoch mit Tipphilfe.

Mittelklasse holt auf

Doch immer größer, schneller, besser ist nicht das einzige, worauf es ankommt, findet Achim Barczok vom Computer-Magazin c't: "Was ich auch einen sehr spannenden Trend finde, ist dass gerade in der Mittelklasse, bei Geräten von 200 bis 300 Euro inzwischen wirklich tolle Smartphones dabei sind, mit denen man alles machen kann, was man von einem Smartphone erwartet. Bis hin zu HD-Videos oder auch gute Fotos zu schießen."

Nokia zum Beispiel bietet ein neues Windows-Smartphone aus der Lumia-Serie schon für rund 200 Euro an. Und die Low-Budget-Handys sollen sogar schon ab 15 Euro in den Regalen stehen.

Neue Browser

Auch das neue Betriebssystem "Firefox OS" des Browser-Herstellers Mozilla, zielt auf das Niedrigpreis-Segment. Es läuft auf einfachen Geräten von ZTE und Alcatel.

18 Mobilfunkanbieter unterstützen das neue System bereits, einer davon die Telekom. Die deutschen Nutzer müssen sich allerdings noch etwas gedulden:

"Wir sammeln Erfahrungen auch mit der Technologie. Wir testen erstmal in anderen Märkten, wo es eben noch stärker drauf ankommt, dass die Geräte super günstig sind und deshalb ist Polen unser erster Markt", erklärt René Obermann von der Deutschen Telekom.

Smartphones, Tablets oder Phablets?

Smartphones sollen so für jeden erschwinglich werden. Und auch bei den Tablets wird die Bandbreite größer. Highend-Geräte, wie das neue Sony Lumia Z gehören mit zum Besten, was der Markt zu bieten hat. Doch es gibt auch viele Modelle für den schmalen Geldbeutel. 150 Euro kostet zum das Slate 7, mit dem sich HP nach anderthalb Jahren auf dem Markt zurück meldet.

Wer nicht genau weiß, ob Smartphone oder Tablet, für den sind, die sogenannten Phablets etwas. Das neue Samsung Galaxy Note 8 ist eigentlich ein Tablet. Mit der passenden SIM-Karte kann man damit aber auch telefonieren.

Das Pad-Phone von Asus bietet tatsächlich gleich zwei Geräte in einem: Ein 5-Zoll-Smartphone. Das mit wenigen Handgriffen zum echten Tablet wird.

Total vernetzt

Eines aber, wird bei allen immer wichtiger: Die "Vernetzung". Die neue Drahtlos-Technik NFC ist auf fast allen neuen Geräten Standard und bietet so viele neue Möglichkeiten wie  Johannes Knapp, Blogger New Gadget.de erklärt: "Spannend ist für mich NFC, da man damit die Verbindung zwischen Smartphone und Zubehör vereinfachen kann. Man muss das SP nur an den Kopfhörer halten, und schon sind die beiden verbunden. Aber auch die Möglichkeit mit dem SP bezahlen zu können:"

Der Kreditkarten-Anbieter MasterCard hat ein neues System entwickelt, mit dem Bargeld überflüssig wird. Gezahlt werden kann mit dem Smartphone. Entweder über NFC oder durch das scannen eines QR-Codes. Das Bus-Ticket ist damit schnell gelöst.

Uhren und Datenbrillen

Vernetzung geht aber auch anders: "Ein großer Trend wird auch Technik, die ich am Körper tragen kann. Zum Beispiel Armbänder und Uhren, oder auch Datenbrillen, wo ich meine e-Mails oder Videos direkt an die Brille projekzieren kann und nicht jedes Mal mein Handy rausholen muss.", so Achim Barczok vom c’t Magazin.

Die "I am Watch" erspart einem genau das. Die Uhr zeigt e-Mails, Facebook-Nachrichten und SMS direkt am Handgelenk und kann auch als Headset genutzt werden. Laut Gerüchten, arbeiten auch Samsung und Apple an solchen Smartwatches.

Intelligente Uhren, magische Tasten und überraschende Designs. Für Technik-Freunde hat das Jahr 2013 viel zu bieten.

Quelle: ntv.de