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Berlin & Brandenburg Grüne weiter auf Platz eins: Nur knapp vor der CDU

Das Logo von Bündnis 90/Die Grünen steht auf einem Aufsteller der Partei. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Wenn jetzt Wahlen wären, würde Grünen-Spitzenkandidatin Jarasch wohl Regierende Bürgermeisterin. Die Grünen sind laut einer Umfrage stärkste Partei. Doch sie verlieren deutlich - anders als die CDU.

Berlin (dpa/bb) - Knapper geht es kaum: Gut drei Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus bleiben die Grünen einer Umfrage zufolge stärkste Kraft, aber nur gerade so eben vor der CDU. Würde an diesem Sonntag ein neues Abgeordnetenhaus gewählt, kämen die Christdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Kai Wegner auf 21, die Grünen mit Bettina Jarasch auf 22 Prozent. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten neuen "BerlinTrend" hervor, einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der RBB-Abendschau und der "Berliner Morgenpost".

Im Vergleich zur vorherigen Befragung im April erhalten die Grünen damit fünf Prozentpunkte weniger. Die CDU hat dagegen drei Punkte zugelegt. Auf Platz drei liegt die SPD unverändert mit 17 Prozent.

Die Linke käme auf zwölf Prozent (-2 Punkte), was deutlich unter ihrem Ergebnis bei der Abgeordnetenhauswahl 2016 liegt, als sie 15,6 Prozent erreichte und noch vor den Grünen (15,2 Prozent) landeten. Die aktuelle Regierungskoalition Rot-Rot-Grün käme damit auf eine Zustimmung von 51 Prozent. Das ist deutlich mehr als Grün-Schwarz mit 43 Prozent, liegt allerdings auch klar unter den Werten der vergangenen Monate. CDU, FDP und SPD kämen zusammen auf 47 Prozent, CDU und SPD auf nur 38 Prozent.

Bei der Umfrage landete die Berliner AfD mit ihrer neuen Landesvorsitzenden Kristin Brinker bei 10 Prozent (+1) und die FDP bei 9 (+2). Die Liberalen haben damit im Vergleich zu früheren Umfragewerten deutlich zugelegt.

Bei den Politikerpersönlichkeiten halten die Befragten trotz der Affäre um ihre Dissertation zur SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey 45 Prozent haben angegeben, mit ihrer politischen Arbeit zufrieden zu sein. Das sind sogar 4 Punkte mehr als bei der Befragung im April. Allerdings gaben auch 40 Prozent an, weniger bis gar nicht zufrieden mit Giffeys Leistungen als Politikerin zu sein - ebenfalls 4 Punkte mehr. Die Freie Universität hatte Giffey vergangene Woche den Doktortitel entzogen und mitgeteilt, er sei durch "Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung" erworben worden. "Offenbar scheiden sich in der Wählerschaft an der Person Giffey und ihrem Umgang mit der Doktorarbeit die Geister", schlussfolgert die "Berliner Morgenpost".

Auch der Linke-Spitzenkandidat und Kultursenator Klaus Lederer hat in der Umfrage zugelegt: Er erreicht einen Zustimmungswert von 30 Prozent. Das sind 3 Punkte mehr als im April. Ebenfalls dazugewonnen hat der Befragung zufolge CDU-Spitzenkandidat und Landeschef Kai Wegner, der nun bei 17 Prozent (+3 Punkte) liegt.

Spitzenkandidatin Bettina Jarasch von den Grünen hat zwar auch 1 Prozentpunkt dazugewonnen, erreicht aber nur 10 Prozent und bleibt damit weit unter den Werten ihrer Partei. Sebastian Czaja (FDP) und Kristin Brinker (AfD) wurden erstmals in die Befragung zur Politikerzufriedenheit aufgenommen. Mit Czajas Arbeit sind demnach 22 Prozent zufrieden, mit Brinkers Leistungen 6 Prozent.

Für den repräsentativen "BerlinTrend" hat Infratest dimap zwischen dem 9. bis 14. Juni 1198 wahlberechtigte Berliner am Telefon oder online befragt.

© dpa-infocom, dpa:210616-99-22202/3

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