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Berlin & Brandenburg Wirtschaftssenator: Die Situation im Handel macht mir Sorgen

Eine Frau geht mit Einkaufstüten über eine Straße.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Berlins Wirtschaftssenator ist über die Entwicklung der Branche insgesamt nicht unzufrieden. Aber die Schwierigkeiten bei den großen Kaufhäusern sind für ihn Symptome einer anhaltenden Veränderung.

Berlin (dpa/bb) - Wirtschaftssenator Stephan Schwarz ist mit Blick auf die wirtschaftsliche Entwicklung in Berlin eher optimistisch, macht sich aber Sorgen um den Handel. Noch im vergangenen Herbst hätten sich viele Unternehmen in der Hauptstadt angesichts von steigender Inflation und Zinswende riesige Sorgen gemacht. "Da sah es sehr trüb aus", sagte Schwarz am Dienstag nach einer Sitzung des Berliner Senats. Mittlerweile sei in der Wirtschaft ein Stimmungswandel zu beobachten.

"Die Unternehmen gehen doch deutlich optimistischer in das Jahr 2023", so der parteilose Senator. Die Szenarien aus der Wirtschaftsverwaltung gingen von Wirtschaftswachstum zwischen 0,5 und 1,0 aus. "Ich glaube, wir werden uns eher im oberen Ende bewegen", sagte Schwarz. "Mir macht persönlich die Situation im Handel Sorgen, weil wir da doch größere Veränderungen sehen im Kaufverhalten." Von der schwierigen Situation bei Galeria sei Berlin zum Glück nicht so stark betroffen wie andere Regionen.

In Berlin und Brandenburg stehen drei von zwölf Filialen des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof vor dem Aus. Deutschlandweit müssen 52 der 129 Warenhäuser schließen. Im Handel seien insgesamt gewaltige Verschiebungen zu beobachten, sagte Schwarz. "Und das betrifft nicht nur den stationären Handel, wir sehen das auch im Internet." Dort gebe es mittlerweile auch große Player, die Mitarbeitern kündigten. Mit Blick auf diese Entwicklung gebe es für ihn noch einige Fragezeichen.

Erhebliche Veränderungen seien auch in der Start-up-Branche zu sehen. Das Wagniskapital für die Unternehmen in Berlin war Schwarz zufolge 2022 mit rund fünf Milliarden Euro nur noch etwa halb so groß wie im Jahr davor. "Wir sind immer noch ganz weit oben im Vergleich mit anderen Regionen", sagte er. "Aber der ganze Markt ist natürlich runtergerauscht. Auch Start-ups haben Mitarbeiter entlassen."

Es sei aber keine Blase geplatzt. "Wir haben keine großen Crashs erlebt hier in der Start-up- und auch nicht in der Fintec-Szene, sondern wir haben Korrekturen erlebt", betonte der Wirtschaftssenator. "Das zeigt mir, dass es eine andere Qualität ist als damals 2001, als die Bubble geplatzt ist, als alles weg war." Berlin sei bei den Fintecs weiterhin unangefochten Standort Nummer eins in Deutschland.

Quelle: dpa

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