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Hamburg & Schleswig-Holstein Erholung am Hamburger Arbeitsmarkt geht weiter

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild

(Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild)

Im Sommermonat Juli steigt die Arbeitslosigkeit in der Regel an. In diesem Jahr ist das nach langer Zeit anders - ein Indiz dafür, dass die Erholung am Arbeitsmarkt voran geht.

Hamburg (dpa/lno) - Der Hamburger Arbeitsmarkt kämpft sich weiter mit kleinen Schritten aus dem tiefen Corona-Tal. Im Juli ging die Arbeitslosigkeit entgegen saisonüblicher Muster sogar leicht zurück. "Der Arbeitsmarkt in Hamburg hält sich stabil, Arbeitgeber bauen sukzessive Kurzarbeit ab", sagte der Geschäftsführer der Hamburger Agentur für Arbeit, Reinhold Wellen, am Donnerstag. Zudem nehme die Zahl der offenen Stellen kontinuierlich zu. Insgesamt waren 82.023 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das ist im Vergleich zum Juni ein Rückgang um 225 oder 0,3 Prozent.

Wie stark sich die Lage inzwischen entspannt hat, zeigt vor allem der Vergleich zum Vorjahr, als die Wirkungen des ersten Lockdowns den Arbeitsmarkt mit voller Wucht getroffen hatten. Gemessen am Monat Juli 2020 sank die Zahl der Arbeitslosen um 9177 oder 10 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 7,6 Prozent nach ebenfalls 7,6 Prozent im Juni und 8,5 Prozent im Juli des Vorjahres. Stichtag für die aktuellen Daten war der 13. Juli. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hamburg bleibt nach wie vor bei über einer Million und liegt bei 1.007.500 (Stand Mai).

Üblicherweise steige die Zahl der Arbeitslosen im Juli "saisonal viel höher an", sagte Wellen. Die positive Entwicklung im Juli dieses Jahres erklärte er so: "Das liegt zum einen daran, dass frischgebackene Gesellinnen und Gesellen übernommen werden und sich nicht arbeitsuchend melden müssen, weil Unternehmen an ihren jungen Fachkräften festhalten. Zum anderen haben wir einen starken dynamischen Juli mit weniger Zugängen in Arbeitslosigkeit und mehr Abgängen in Erwerbstätigkeit."

Von der Entlastung profitieren vor allem junge Menschen unter 25 Jahren. "In den vergangenen Jahren stieg ihre Arbeitslosigkeit durchschnittlich im Juli um 1500 bis 2000 Personen an", berichtete die Arbeitsagentur. "Positiv in diesem Juli ist der im Vergleich zum Vormonat nur leichte Anstieg von 265 auf 6586, ein Zuwachs von 4,2 Prozent."

Ein großes Problem bleibt indes die Langzeitarbeitslosigkeit. Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit habe sich zwar auch dort fortgesetzt. "Sie reduzierte sich zum Vormonat um 169 auf 29.170 (minus 0,6 Prozent)", so die Arbeitsagentur. Aber ein Jahr zuvor seien es mit 20.946 Menschen "ein knappes Drittel weniger Langzeitarbeitslose" gewesen, also Frauen und Männer, die seit mehr als 12 Monaten keinen Job haben. "Der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit scheint beendet, er bleibt aber aufgrund des hohen Niveaus die zentrale Herausforderung."

© dpa-infocom, dpa:210728-99-583945/4

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