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Hamburg & Schleswig-Holstein Günther will vorerst an bestehenden Corona-Regeln festhalten

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.

(Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild)

Weder lockern, noch verschärfen: Schleswig-Holsteins Regierungschef Günther mahnt zur Vorsicht, stellt aber Lockerungsperspektiven in Aussicht. Gradmesser für die Regierung sei nicht die Inzidenz, sondern die Belastung der Krankenhäuser in der Corona-Pandemie.

Kiel (dpa/lno) - Vor dem Hintergrund durch Omikron in die Höhe schnellender Corona-Infektionszahlen sieht Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther derzeit weder die Zeit für Lockerungen noch für weitere Verschärfungen. "Im Moment haben wir eine gewisse Unsicherheit, was die Beurteilung der Lage angeht", sagte der CDU-Politiker am Montag nach Beratungen von Bund und Ländern. Derzeit infizierten sich überwiegend junge Menschen. Es gebe noch keine genaue Einschätzung, wie sich die Omikron-Variante bei Menschen über 50 Jahren auswirke.

Die Omikron-Welle habe Deutschland mittlerweile in Gänze erfasst, sagte Günther. Es sei laut Experten mit einem weiteren Anstieg der Infektionen zu rechnen. Im Norden sei der Anstieg der Neuinfektionen mittlerweile geringer als auf Bundesebene. "Wir liegen mittlerweile im Mittelfeld der Bundesländer."

Maßgeblich für künftige Öffnungsschritte seien nicht Inzidenzen, sondern die Belastung der Krankenhäuser, sagte Günther. Die Belegungsrate der Intensivstationen sei konstant. "Die Lage im Gesundheitssystem in Schleswig-Holstein ist trotz hoher Inzidenzen nicht so angespannt." Sie sei weit von der Situation im Januar 2021 entfernt. Das Land sähen Experten angesichts guter Impfquote und des bestehenden Regelwerks für die kommenden Wochen gut aufgestellt. Bei Auffrischungsimpfungen (Booster) liege das Land auf Platz zwei der Bundesländer. Günther verwies darauf, das dass Risiko schwerer Covid-19-Verläufe bei Menschen mit Auffrischungsimpfungen um das 60-Fache niedriger sei als bei Menschen ohne Impfschutz.

Möglicherweise bereits beim nächsten Treffen der Regierungschefs am 16. Februar könne über Öffnungsperspektiven gesprochen werden, sagte Günther. Er zeigte sich optimistisch, dass diese deutlich früher erfolgen könnten, als dies 2021 der Fall war. "Die Hoffnung habe ich schon." Je schneller umso besser. "Denn Grundrechtseingriffe gerade gegenüber Menschen, die sich geboostert haben, die sich an alle Regeln halten, die müssen extrem gut begründet sein."

Einigungsbedarf sieht der Regierungschef beim Umgang mit überregionalen Großveranstaltungen. Günther verwies darauf, dass im Norden 500 Zuschauer beim Handball und beim Fußball erlaubt sein, andernorts gebe es dagegen Geisterspiele oder in Sachsen-Anhalt auch Partien mit 15.000 Zuschauern. Bis 9. Februar wollen die Staatskanzleien nun eine einheitliche Regelung finden.

Auch Oppositionsführerin Serpil Midyatli sprach sich dafür aus, den vorsichtigen Kurs beizubehalten. "Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für Öffnungsschritte im Kultur- und Sportbereich, wie Markus Söder sie vorschlägt", sagte die SPD-Landtagsfraktionschefin und Landesvorsitzende. Ein Blick in das Nachbarland Dänemark mit extrem hohen Inzidenzen und dort ansteigenden Krankenhauseinweisungen zeige, "dass wir noch eine weitere Strecke bis zum Wellenhöhepunkt haben".

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein hat mit 944,3 am Montag im Vergleich zu den Vortagen einen neuen Höchststand erreicht. Am Sonntag hatte die Zahl der binnen einer Woche gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner nach Angaben der Landesmeldestelle 918,1 und am Montag vor einer Woche 717,1 betragen. Die für Corona-Maßnahmen wichtige Hospitalisierungsinzidenz, die angibt, wie viele Corona-Kranke je 100.000 Menschen innerhalb einer Woche in Kliniken kamen, ging von 6,29 auf 5,67 zurück.

Quelle: dpa

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