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Hamburg & Schleswig-Holstein SPD-Herausforderer Losse-Müller will Aufbruch

Thomas Losse-Müller (SPD) sitzt. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild

(Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild)

Stärkerer Fokus auf den Klimawandel, mehr Windräder an Land, eine Debatte über den Kurs des Landes: Der designierte SPD-Spitzenkandidat Losse-Müller will einen Aufbruch im Norden. Bei einem sieht er sich gegenüber Ministerpräsident Günther im Vorteil.

Kiel (dpa/lno) - Der designierte SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller will mit einem neuen Politikstil bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein im Frühjahr gegen Amtsinhaber Daniel Günther (CDU) punkten. "Wir brauchen wieder Aufbruch, wir brauchen wieder jemanden, der das alles zusammenführt", sagte Losse-Müller der Deutschen Presse-Agentur. "Das Land ist nicht in einem guten Zustand."

Als Beispiele nannte er das Ausbremsen der Windkraft-Pläne. "Wir werden Industrie-Arbeitsplätze in Deutschland nur mit einem Ausbau der erneuerbaren Energien halten können." Nötig sei mehr Tempo im Bereich Photovoltaik und Windkraft. Losse-Müller bezweifelt, dass mit den Windkraftplänen der Regierung das Ziel von zwei Prozent der Landesfläche für Windräder erreichbar ist. "Die Abstände zu Siedlungen sind erhöht und zusätzliche Flächen gewählt worden, die aufgrund von Naturschutz-Vorbehalten unsicher sind. Alle wissen, dass diese Flächen letztlich wahrscheinlich gar nicht zur Verfügung stehen." Nötig sei eine Debatte, wie die Windkraft noch weiter ausgebaut werden könne.

Der 48-Jährige wechselte erst 2020 von den Grünen zur SPD. Losse-Müller war zur Zeit der Koalition von SPD, Grünen und SSW (Südschleswigscher Wählerverband) unter Regierungschef Torsten Albig (SPD) bis 2017 Chef der Staatskanzlei. Dort war er damals maßgeblich für die Windkraftpläne verantwortlich. Schleswig-Holstein wählt am 8. Mai 2022 einen neuen Landtag.

Beim Management während der Corona-Pandemie habe die amtierende Landesregierung zwar einen guten Job gemacht, sagte Losse-Müller. "Das bedeutet aber nur, dass eine vernünftige Bevölkerung sich gut verhalten hat." Bei der Modernisierung des Landes sei die Jamaika-Koalition nicht vorangekommen, von einem aktiven, digitalen Staat sei der Norden weit entfernt. "Die Koalition hat vier Jahre gebraucht, um ein Digitalisierungsgesetz vorzulegen."

Im Wahlkampf werde der Klimawandel eine zentrale Rolle spielen, sagte Losse-Müller. "Dabei geht es um die Frage: Was wollen wir für ein Land sein? Was für Wirtschaftspolitik wollen wir machen?"

Losse-Müller verwies auf Ähnlichkeiten mit Amtsinhaber Günther. "Beide 48 Jahre, zwei Kinder." Bislang habe der Unionspolitiker einen Sympathievorteil gehabt. "Das ist jetzt aber kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Ich glaube, dass ich einfach mehr mitbringe, weil ich schon eine ganze Menge mehr von der Welt und auch von Schleswig-Holstein gesehen habe und tief in die Dinge eingestiegen bin."

© dpa-infocom, dpa:211001-99-437659/2

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