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Hamburg & Schleswig-Holstein Verband wehrt sich gegen Kritik am Gastgewerbe

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Nürnberg/Kiel (dpa/lno) - Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat auf Gewerkschaftskritik an der Branche reagiert. "In Schleswig-Holstein werden in fast jedem Bereich bereits Löhne weit über Tarif an die Mitarbeiter ausgezahlt", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Stefan Scholtis am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe einen eigenen Lohn- und Gehaltstarifvertrag, in dem die Einstiegslöhne über dem gesetzlichen Mindestlohn lägen.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) hatte zuvor den Personalmangel auch auf das schlechte Image der Branche bei Beschäftigten zurückgeführt. "Ursache sind niedrige Löhne, unbezahlte Überstunden, keine verlässlichen Arbeitszeiten, schlechte Ausbildungsqualität, Flucht aus Tarifverträgen", urteilte die Gewerkschaft. "Derzeit sind nur rund ein Drittel der Unternehmen tarifgebunden und zahlen dann meist nur den gesetzlichen Mindestlohn", sagte ein Sprecher.

Scholtis wies diese Darstellung im Fall Schleswig-Holsteins zurück. "Es gibt keine Flucht aus Tarifverträgen, im Gegenteil, wir gewinnen Betriebe als Mitglieder hinzu, sodass bei diesen sogar die Anwendung der Tarifverträge steigt." Dem Verband sei an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft gelegen, er lehne "ideologische Grabenkämpfe mit fragwürdigen Behauptungen" ab.

Dem deutschen Gastgewerbe fehlen auch Monate nach den pandemiebedingten Lockdowns in der Corona-Krise zahlreiche Arbeitskräfte, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Demnach hat sich die Zahl der offenen Stellen in der Gastronomie seit April praktisch verdoppelt. Im August hätten Gastwirte deutschlandweit 20 686 offene Stellen gemeldet, Hoteliers weitere 7678 offene Stellen. Im April hatte die Zahl in der Gastronomie noch bei 10 977 in der Gastronomie und bei 4138 in den Hotels gelegen.

© dpa-infocom, dpa:210921-99-304420/2

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