Regionalnachrichten

Hessen Raser gestoppt: Anzeigen wegen illegalen Autorennen steigt

Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

(Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild)

In Wiesbaden sollen zwei junge Menschen sich ein Rennen geliefert haben. Das Innenministerium sieht einen Trend: Es gibt deutlich mehr Anzeigen wegen illegaler Rennen auf Hessens Straßen.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Zwei junge Menschen sollen sich in Wiesbaden ein illegales Autorennen geliefert haben. Die 21-Jährige und der 22 Jahre alte Fahrer waren laut Zeugenangaben mit bis zu Tempo 100 in 50er-Zonen unterwegs, wie ein Polizeisprecher am Montag sagte. Um andere Autofahrer zu überholen, hätten sie am Samstagabend teils auch auf die Gegenfahrbahn gewechselt. Einsatzkräfte stoppten die beiden Fahrer, die ihre Führerscheine und ihre Wagen abgeben mussten. Gefährdet oder verletzt wurde niemand, sagte der Sprecher.

Die hessische Polizei hat in den vergangenen drei Jahren eine deutlich steigende Zahl von illegalen Autorennen registriert. Gab es im Jahr 2018 noch zwölf Anzeigen im Zusammenhang mit dieser Straftat, kletterte die Summe 2019 bereits auf 80 Strafanzeigen.

Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervor. Im vergangenen Jahr wurden laut vorläufiger Auswertung bei der Polizei 155 Strafanzeigen im Zusammenhang mit illegalen Autorennen aufgenommen.

2018 erfolgte in vier Fällen eine Verurteilung der Täter zu einer Geldbuße, wie das Ministerium weiter mitteilte. Die übrigen Fälle wurden unter anderem eingestellt oder an andere Behörden abgegeben. Ein Jahr später wurde in 19 Fällen im Zusammenhang mit illegalen Autorennen Anklage erhoben, es wurden unter anderem Freiheits- oder Geldstrafen verhängt.

2020 erfassten hessische Staatsanwaltschaften 177 neue Ermittlungsverfahren zu illegalen Autorennen, bislang wurde gegen 78 Beschuldigte Anklage erhoben, wie das Ministerium weiter mitteilte. Es gebe 21 rechtskräftige Verurteilungen. Teilweise seien Verfahren aus dem vergangenen Jahr noch nicht abgeschlossen. Das Ministerium erläuterte außerdem, dass nicht jeder von der Polizei als illegales Rennen erfasster Fall auch justiziell als solches gewertet werde.

"Fahrzeuge können durch leichtfertige Raserei zu tödlichen Waffen werden", erklärte Innenminister Peter Beuth (CDU). "Wer unsere Straßen für illegale Rennen oder seinen persönlichen Geschwindigkeitsrausch missbraucht, muss unmittelbar Konsequenzen spüren." Die hessische Polizei habe den Kampf gegen Raser in den zurückliegenden Jahren deutlich intensiviert. In allen Polizeipräsidien gebe es spezialisierte Kontrolleinheiten.

In Frankfurt ging die Polizei am vergangenen Freitag gegen Raser und Autoposer vor. Wie die Beamten am Montag mitteilten, wurden 48 Fahrzeuge kontrolliert, von denen 22 mit Mängeln auffielen. 18 von ihnen durften wegen illegalen Tunings nicht weiterfahren, bei ihnen erlosch die Betriebserlaubnis. Dabei ging es den Beamten zufolge meist um frisierte Auspuffanlagen. Insgesamt leitete die Polizei 32 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. 

© dpa-infocom, dpa:210614-99-981797/3

Regionales
ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.