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Mecklenburg-Vorpommern Lebenslange Haft für Mord an Rentnerin beantragt

Das Landgericht in Schwerin. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ZB

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Das Verbrechen hat den kleinen Ort Friedrichsmoor im Landkreis Ludwigslust-Parchim erschüttert. Eine Seniorin wird beraubt und erstochen. Nun neigt sich der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter dem Ende entgegen.

Schwerin (dpa/mv) - Wegen Mordes an einer 66-jährigen Rentnerin in Friedrichsmoor (Kreis Ludwigslust-Parchim) hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe für den 25-jährigen Angeklagten gefordert. Er habe die Nachbarin Anfang dieses Jahres aus Habgier getötet, um an ihr Auto und ihre Geldkarten zu kommen, sagte die Anklägerin am Montag im Landgericht Schwerin. Zusätzlich beantragte sie, die besondere Schwere der Schuld festzustellen und im Falle einer Haftentlassung auf Bewährung die Sicherungsverwahrung anzuordnen. Für einen 22-jährigen Komplizen forderte sie acht Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen schweren Raubes. (Az 32 Ks 8/21)

An dem Abend im Januar hatten die Angeklagten, beide Deutsche, laut Anklage zunächst einen anderen Nachbarn in dessen Wohnung bedroht. Angeblich wollten sie erfahren, welcher Nachbar vier Tage zuvor einen gegen die Angeklagten gerichteten Polizeieinsatz ausgelöst hatte. Sie verließen die Wohnung mit 34 Euro Bargeld und einer halbvollen Flasche Alkohol.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft trat der 25-Jährige später die Wohnungstür der Rentnerin ein, stach zweimal auf sie ein und trat der vermutlich bereits toten Frau mehrfach heftig gegen den Kopf. Er raubte demnach ihre Geldkarten sowie ihre Autoschlüssel. Der jüngere Angeklagte habe den Raub unterstützt, nicht aber die Tötung der Frau.

Nach Ansicht des Verteidigers des älteren Angeklagten handelte es sich bei der Tat um eine Körperverletzung mit Todesfolge. Insgesamt sei eine Strafe von sieben Jahren und sechs Monaten angemessen. Es sei nicht erwiesen, dass der 25-Jährige die Frau töten wollte oder aus Habgier das Auto mitnahm. Das Fahrzeug wollte er demnach lediglich als Fluchtfahrzeug benutzen. Der Rechtsanwalt des Komplizen hielt für seinen Mandanten eine Strafe von dreieinhalb Jahren für angebracht. Das Urteil soll am Mittwoch verkündet werden.

© dpa-infocom, dpa:210613-99-977082/4

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