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Nordrhein-Westfalen Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Pfarrer Straße umbenannt

Das Straßenschild

(Foto: Federico Gambarini/dpa)

Ein katholischer Pfarrer am Niederrhein soll in der Nachkriegszeit Kinder sexuell missbraucht haben. Lange nach seinem Tod setzt sein Wohnort jetzt ein Zeichen.

Korschenbroich (dpa/lnw) - Wegen Missbrauchsvorwürfen hat die Stadt Korschenbroich am Niederrhein eine nach einem Pfarrer benannte Straße umbenannt. Am Freitag hing ein neues Straßenschild mit der Bezeichnung "An der Obstwiese" über dem durchgestrichenen alten mit der Aufschrift "Johannes-Wolf-Straße". Der Stadtrat hatte Anfang Juli einstimmig für die Umbenennung gestimmt.

Die katholische Pfarrei, in der der 1993 gestorbene Geistliche früher gewirkt hatte, hatte selbst die Umbenennung der Straße beantragt. In einer gemeinsamen Erklärung aller Ratsfraktionen - unter ihnen CDU, SPD, FDP und Grüne - hieß es, den Straßennamen so zu belassen, "käme einer Verhöhnung der Opfer gleich". Man könne das erfahrene Leid nicht wieder gut machen, "aber dieses eine Zeichen können wir setzen". Wolf soll in den 50er und 60er Jahren sexualisierte Gewalt an Minderjährigen verübt haben. Strafrechtlich belangt wurde er nie.

© dpa-infocom, dpa:210930-99-431424/3

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