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Rheinland-Pfalz & Saarland Bernhard Vogel: "Jahrzehnte in getrennten Welten gelebt"

Bernhard Vogel, früherer Ministerpräsident von Thüringen und Ehrenvorsitzender der Partei.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild)

Mainz (dpa/lrs) - Der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Bernhard Vogel (CDU), hat am Tag der Deutschen Einheit für ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen Ost- und Westdeutschen appelliert. "Vor allem wir Westdeutschen verkennen oft, dass wir über Jahrzehnte in getrennten Welten gelebt haben. Und dass es die Ostdeutschen schwerer hatten", sagte der 89-Jährige dem Südwestrundfunk (SWR) am Montag.

Den Grund für unterschiedliche Auffassungen in Ost und West über den Krieg in der Ukraine sieht Vogel darin, dass auch die Ansichten über den Zweiten Weltkrieg sowie die Rolle der Sowjetunion und der USA auseinandergingen.

Zwar ist Vogel nach eigenen Angaben der Auffassung, dass die Wiedervereinigung gut gelungen sei. Dennoch sei auch 32 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht "die ganze Hinterlassenschaft des DDR-Regimes beseitigt", so der CDU-Politiker.

Nach Ansicht Vogels hat die Unzufriedenheit vieler Menschen in Ostdeutschland mit der Politik historische Gründe: "Politik und Staat waren in Ostdeutschland über Jahrzehnte Dinge, mit denen man möglichst nichts zu tun haben sollte. Das hat sich mit der Wiedervereinigung völlig geändert, aber die Erfahrung hat sich noch nicht geändert." Die Menschen in Ostdeutschland müssten demnach Demokratie als Chance begreifen, in der man auch Kritik üben dürfe, ohne in Gefahr vor einer Strafe zu leben.

Quelle: dpa

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