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Rheinland-Pfalz & Saarland Schulen bereiten sich auf Omikron-Welle vor

Ein Kit für einen Corona-Schnelltest liegt auf dem Federmäppchen eines Schülers. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

(Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

"Omikron ist ein anderes Spiel", sagt der Mainzer Mediziner Kohnen. Das Bildungsministerium erweitert deswegen seine Teststrategie und trifft Vorkehrungen für vermehrte Krankheitsfälle an den Schulen.

Mainz (dpa/lrs) - Mehr Tests, Maskenpflicht im Abitur und Planungen für vermehrte Krankheitsfälle - das Bildungsministerium hat die 1600 Schulen in Rheinland-Pfalz auf die Risiken der zunehmend verbreiteten Corona-Variante Omikron vorbereitet. Nach Einschätzung von Experten sei zu erwarten, "dass wir in den kommenden Wochen mit einem dynamischen Infektionsgeschehen zu rechnen haben", sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Dienstag in Mainz.

Zunächst bis zu den Winterferien Ende Februar wird die Teststrategie für die Schulen erweitert: Auch geimpfte oder genesene Schülerinnen und Schüler können sich auf Wunsch auch ohne Anlass zweimal in der Woche testen lassen. Für alle anderen besteht weiter die Testpflicht. Dazu seien bereits frühzeitig mehr Tests bestellt worden, sagte Hubig. Seit dem vergangenen Jahr habe das Land für Tests an den Schulen rund 100 Millionen Euro ausgegeben.

Für die an diesem Mittwoch beginnenden Abiturprüfungen besteht auch am Platz Maskenpflicht. "Wir wissen, dass das für die Schülerinnen und Schüler nicht einfach ist", sagte die Ministerin. Deswegen gebe es die Möglichkeit zu Maskenpausen und die Empfehlung, großzügig damit umzugehen. Zu einer Forderung des Philologenverbands, die Abiturprüfungen auf den Sommer zu verlegen, sagte Hubig, die Besonderheiten beim rheinland-pfälzischen Abitur hätten sich bewährt. Auch das unter Corona-Bedingungen organisierte Abitur im vergangenen Jahr sei im Notenschnitt nicht schlechter, sondern leicht besser geworden. "Die Abiturientinnen und Abiturienten können sicher sein: Es wird gut klappen."

Bei einer Zunahme von Krankheitsfällen unter Lehrerinnen und Lehrern sollen die Schulen bestehende Handlungsmöglichkeiten flexibel nutzen. Dazu habe es im Dezember ein besonderes Schreiben an alle Schulen gegeben. "Sie sind dafür gerüstet, sie sind vorbereitet", sagte Hubig. Im Einzelfall könne es dazu kommen, wieder Fernunterricht einzuführen, dann zuerst bei älteren Jugendlichen. Für diesen Fall seien bereits die Serverkapazitäten hochgefahren worden.

Angesichts der hohen Infektionsraten bei der Omikron-Variante sei es sinnvoll, die Vorkehrungen zu verstärken, sagte der Hygiene-Experte Wolfgang Kohnen von der Universitätsmedizin Mainz als Mitglied des Teams für die Beratung des Bildungsministeriums. "Omikron hat eine überragende Übertragbarkeit, das ist ein anderes Spiel", sagte der Mediziner. Die Erfahrungen in England legten nahe, dass die Übertragbarkeit vier bis sechs Mal größer ist als bei der bisher dominanten Corona-Variante Delta.

Von den Lehrkräften in Rheinland-Pfalz seien inzwischen 95 Prozent vollständig geimpft, sagte Hubig. Die Quote der Lehrerinnen und Lehrer mit einer Booster-Impfung werde zurzeit erhoben. Sie gehe davon aus, dass diese ähnlich hoch sei.

Die Schulen seien mit Beginn der Woche gut gestartet, sagte die Ministerin. Die Zahl der Infektionen sei mit 2597 bei Schülerinnen und Schülern niedriger gewesen als vor Weihnachten. Dies treffe auch für 193 Infektionen bei Lehrkräften zu. Keine einzige Schule im Land ist nach Angaben des Ministeriums geschlossen, in zehn der gut 1600 Schulen gibt es eine teilweise Schließung mit Quarantäne für einzelne Klassen oder Jahrgangsstufen.

© dpa-infocom, dpa:220103-99-578607/5

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