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Rheinland-Pfalz & Saarland Sechs Jahre Haft für tödlichen Faustschlag

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(Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild)

Mainz (dpa/lrs) - Wegen eines Faustschlags mit tödlichen Folgen für sein Opfer ist ein 24-Jähriger vom Landgericht Mainz zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem ordneten die Richter die Unterbringung des Mannes in eine Entzugsklinik an. Mit seinem Urteil am Dienstag wegen Körperverletzung mit Todesfolge blieb das Gericht hinter den Forderungen der Staatsanwaltschaft zurück, die acht Jahre Haft verlangt hatte. Die Verteidigung hatte fünf Jahre beantragt. Die Richter werteten es als strafmindernd, dass der Angeklagte seit Jahren alkohol- und drogenabhängig gewesen und auch zum Tatzeitpunkt nur eingeschränkt Herr seiner Handlungen gewesen sei.

Der 24 Jahre alte Mann wurde für schuldig befunden, am 10. Oktober 2020 am Mainzer Hauptbahnhof einen Mann geschlagen zu haben. Das Opfer fiel rückwärts um und schlug mit dem Schädel auf. Die Verletzungen waren so schwer, dass der 46-Jährige vier Wochen später starb. Der Verteidiger des Obdachlosen hatte zum Prozessauftakt erklärt, sein Mandant stehe zu dem, was ihm vorgeworfen werde, könne sich jedoch nicht an die Tat erinnern. Er habe durch regelmäßigen Konsum von Alkohol und Drogen einen Filmriss gehabt.

Das schwer an Diabetes leidende Opfer hatte erst Anfang 2020 eine neue Niere und Bauchspeicheldrüse bekommen. Laut Rechtsmedizinerin hatte der 46-Jährige Blutverdünner einnehmen müssen. "Denkbar, dass die Folgen der Verletzungen mit Einblutungen im Hirn dadurch schwerer waren. Ob das Opfer anders eventuell überlebt hätte, kann nicht gesagt werden", erklärte sie.

© dpa-infocom, dpa:210913-99-204682/4

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