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Sachsen-Anhalt Corona-Infizierte besucht Tochter in Klinik: Prozess

Die Justitia ist an einer Scheibe zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

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Quedlinburg (dpa/sa) - Eine mit Corona infizierte Frau soll trotz ihr selbst verdächtig erscheinender Krankheitssymptome im Oktober ihre Tochter in einem Krankenhaus in Quedlinburg (Harz) besucht haben. Am Dienstag (13.00 Uhr) muss sie sich dafür vor dem Amtsgericht Quedlinburg verantworten. Die Anklage lautet auf versuchte gefährliche Körperverletzung und Hausfriedensbruch. Der Frau droht nach Angaben eines Gerichtssprechers eine Freiheits- oder Geldstrafe. Eine Entscheidung wird noch am Dienstag erwartet. Vier Zeugen sind geladen.

Mitte Oktober hatte das Harzklinikum Anzeige erstattet und den Fall öffentlich gemacht. Demnach hatte die Frau Anfang Oktober ihre erwachsene, gerade operierte Tochter besucht. Auf der Erklärung, die alle Patienten und Besucher des Klinikums ausfüllen müssen, habe die Frau angegeben, keine Symptome zu haben. Dabei habe sie kurz zuvor wegen solcher Symptome eine Fieberambulanz aufgesucht und sich testen lassen. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses hätte sie den Angaben zufolge zu Hause bleiben müssen.

Einen Tag nach dem Krankenbesuch hatte das Gesundheitsamt dem Klinikum mitgeteilt, dass bei der Frau das Virus nachgewiesen wurde. In der Folge war laut Klinikum eine lange geplante Operation einer Patientin, die sich das Zimmer mit der Tochter der Besucherin geteilt hatte, abgesagt worden.

© dpa-infocom, dpa:210802-99-672530/3

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